Katastrophenalarm in Deutschland Angst vor einer neuen Jahrhundertflut

Das Hochwasser steigt immer weiter. Mehrere Städte rufen Katastrophenalarm aus. Kanzlerin Merkel hat bereits die Bundeswehr zu Hilfe gerufen. Die Staatsregierung in Bayern hat einen Krisenstab eingerichtet.
Update: 02.06.2013 - 21:18 Uhr 7 Kommentare
Passau, eine Stadt geht unter
Hochwasser Sachsen - Dresden
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Überall Wasser: Ein Feuerwehrmann beobachtet mit einem Fernglas das Hochwasser in Dresden. Der Pegel der Elbe in Dresden lag bei 7,37 Meter. Damit ist noch nicht genug: Nach Prognosen des Umweltministeriums soll der Pegelstand noch weiter steigen.

Hochwasser Sachsen - Dresden
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Auch die Semperoper in Dresden wird mit mobilen Schutzwänden und Sandsäcken vor dem Hochwasser geschützt.

Hochwasser in Sachsen - Königstein
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Geschockte Anwohner beobachten in den Straßen von Königstein an der Elbe in Sachsen, wie das Wasser immer weiter ansteigt.

Hochwasser in Sachsen - Dresden
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Nicht nur die Oper wird geschützt: Die Einsatzkräfte der Feuerwehr sichern die Straßen in Dresden mit jeder Menge Sandsäcken vor dem Hochwasser.

Hochwasser in Passau
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So etwas hat Passau noch nicht erlebt: Am Montag trafen sich Donau und Inn in der Fußgängerzone und überlagerten sich. In der Stadt wurde am Montag ein neuer Hochwasser-Rekord gemessen, die Donau überstieg den historischen Stand von 12,20 aus dem Jahr 1954 und hat somit sieben Meter über Normalstand. In etlichen Städten und Landkreisen in Bayern, Thüringen und Sachsen galt Katastrophenalarm. Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen, die Verhältnisse erinnern an die große Flut 2002. Damals war Ostdeutschland weit härter betroffen, auch wenn die Donau damals ebenso über die Ufer stieg. Die aktuellen Wassermassen treffen jedoch Baden-Württemberg und vor allem Bayern mindestens ebenso hart wie die östlichen Leidensgenossen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Noch ist unklar, ob die Bürger in Passau sich ausreichend gegen die Fluten schützen können, wie es diese Frau in einem Geschäftseingang stehend versucht. Möglich, dass beschlossen wird, Teile der Innenstadt zu evakuieren...

Hochwasser in Passau
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...am Mittag sollte der Krisenstaab des Landtags zusammen kommen und weitere Maßnahmen beraten. In der Altstadt musste der Strom abgestellt werden, mittlerweile ist auch die Trinkwasserversorgung bedroht. Indes versuchen professionelle und ehrenamtliche Helfer, die Lage vor Ort zu stabilisieren und die Bewohner in Sicherheit zu bringen. 150 Soldaten wurden zusätzlich in die Stadt abkommandiert.

Hochwasser in Passau
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Nicht nur in Passau waren Soldaten und Helfer im Einsatz, bundesweit wurden 1760 Bundeswehrsoldaten abgestellt, laut dem Deutschen Feuerwehrverband sind seit dem Wochenende 28.000 Feuerwehrleute im Einsatz. „Dies ist die größte nationale Einsatzlage seit dem verheerenden Hochwasser im Jahr 2002. Das ehrenamtliche Engagement in den Freiwilligen Feuerwehren hat sich einmal mehr als Rückgrat für bürgernahe, schnelle Hilfe erwiesen. Anders wären die Vielzahl der Einsatzstellen und die großflächigen Schadensgebiete nicht ansatzweise zu bewältigen“, sagt Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Er appellierte deshalb an Arbeitgeber, Mitglieder jeglicher freiwilligen Feuerwehr, die helfen wollten, freizustellen. Hinzu kommen 1800 Helfer des Technischen Hilfswerks, außerdem halfen 500 Bundespolizisten. Die Wasserstände erreichten dennoch teilweise Höhen, die...

Berlin/Prag/Warschau/MünchenNach tagelangem Dauerregen hat sich die Hochwasserlage im Süden und Osten Deutschlands am Sonntag dramatisch zugespitzt. Mehrere Städte und Landkreise in Bayern, Thüringen und Sachsen riefen Katastrophenalarm aus. Die Bundeswehr bereitete sich auf Hilfseinsätze vor. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte den am stärksten betroffenen Ländern „volle Unterstützung“ zu. In Österreich wurde ein Mann von einer Schlammlawine begraben, in Tschechien starben zwei Menschen bei einem Hauseinsturz. Die Regierung in Prag rief am Abend den Notstand aus.

Die Maßnahme in Tschechien gelte in allen Regionen mit Ausnahme der Region Pardubice, sagte Ministerpräsident Petr Necas im Tschechischen Fernsehen. „Wir haben noch eine sehr kritische Nacht und einen kritischen Morgen vor uns“, warnte der Regierungschef. Die Mitte-Rechts-Regierung stellte umgerechnet 11 Millionen Euro sowie bis zu 1000 Soldaten zur Bekämpfung der Fluten zur Verfügung. An mehr als 50 Orten Tschechiens galt die höchste Warnstufe 3. Auch in Polen kam es vor allem in Südwesten des Landes zu Überschwemmungen.

Hochwasser in Heidelberg

Dramatische Szenen auch in Deutschland: Braune Wassermassen fluteten Straßen, Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Katastrophenalarm wurde unter anderem in Passau und Rosenheim ausgerufen. In Sachsen waren etwa Zwickau und Chemnitz betroffen. In Ostthüringen gab es Katastrophenalarm im Kreis Greiz.

Angesicht des dramatischen Hochwassers in Bayern hat die Staatsregierung einen Krisenstab eingerichtet. Das erste Treffen mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) an der Spitze sei für diesen Montag um 12.00 Uhr geplant, sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) am Sonntagabend in München. Vor Beginn eines Krisentreffens in der Staatskanzlei hatte Seehofer am Sonntag gesagt: „Wir haben bereits Regionen in Bayern mit einem sogenannten Jahrhunderthochwasser. Möglicherweise werden wir eine Entwicklung bekommen, die zu einem Hochwasser führen könnte, das bisher noch nie dagewesen ist.“

Die Einsatzkräfte in Passau waren zusehends erschöpft und überfordert. Viele Häuser in der Dreiflüssestadt waren nur noch über Stege zu erreichen. Bis zum Abend sollte der Pegelstand der Donau - so die Befürchtung - auf mehr als elf Meter steigen. Das Jahrhunderthochwasser 2002 hatte einen Höchststand von 10,81 Metern. In Berchtesgaden brach die Schleuse eines Bergsees, die Wassermassen ergossen sich unkontrolliert ins wenig bevölkerte Tal.

Land unter auch in Würzburg: Das „Africa-Festival“ wurde vorzeitig abgebrochen. Quelle: dpa

Land unter auch in Würzburg: Das „Africa-Festival“ wurde vorzeitig abgebrochen.

(Foto: dpa)

Auch die Pegelstände der Mangfall in Rosenheim könnten einen neuen Rekord erreichen, befürchtete ein Sprecher der Stadt. Der Damm drohte zu brechen. In Rosenheim wurden erste Stadtteile evakuiert. An vielen Schulen in Bayern soll der Unterricht an diesem Montag ausfallen.

Die thüringische Kleinstadt Gößnitz mit ihren rund 3000 Einwohnern sollte komplett evakuiert werden. „Der Pegel der Pleiße steht momentan bei 4,14 Meter, normal ist ein Meter“, sagte die Sprecherin des Landratsamtes, Jana Fuchs, am Abend. Die Menschen werden ihr zufolge bei Verwandten oder in einem Notquartier untergebracht.

Land unter auch in Sachsen: In Chemnitz trat der gleichnamige Fluss über die Ufer. In Zwickau brachten Helfer Menschen eines Ortsteils in Sicherheit. Im Vogtland lief die Talsperre Pirk über. In Grimmas Altstadt standen Straßen unter Wasser. „Rund 2000 Menschen müssen in Sicherheit gebracht werden“, sagte eine Stadtsprecherin. Nach Angaben des Landkreises Leipzig könnten die Pegelstände des Hochwassers von 2002 überschritten werden. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte seinen Türkei-Besuch ab. In weiten Teilen des Bundeslandes soll an diesem Montag die Schule ausfallen.

3000 Einsätze in Baden-Württemberg
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7 Kommentare zu "Katastrophenalarm in Deutschland: Angst vor einer neuen Jahrhundertflut"

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  • Das ist die gerechte Strafe der Natur für das Zubetonieren und Versiegeln der Landschaft. In der BRD leben über 230 Menschen auf nur einen Quadratkilometer Land. Das bei dieser Überbevölkerung einige nasse Füße bekommen, ist nur konsequent und richtig. Man muss dringend dafür sorgen, dass die Leute weniger Kinder kriegen und dass die BRD die Grenzen zu macht. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Natur den Raum bekommen den sie braucht, um z.B. bei langen Regenperioden dem Mensch nicht ins Gehege zu kommen. Wenn die Politik das nicht begreift, dann sollen die Menschen absaufen.

  • Der VERTEIDIGUNGSMINISTER hat doch gar keine Zeit sich mit Unwetterproblemen zu beschäftigen. Für den gilt es seinen Kopf aus seinem misslungenen Drohnenprojekt zu retten. Vor dem 5. Juni ist die Bundeswehrspitze nicht ansprechbar!

    Nun offenbart sich mal wieder die Schwäche an der Spitze der Bundeswehr, wenn ein Minister dem Druck nicht gewachsen ist. Ausfälle sind dann vorprogrammiert.

    Merkel wendet sich ja von ihm auch schon so langsam ab.

    Stattdessen muss man den vielen Freiwilligen in Feuerwehren und Technischen Diensten sowie Rettungskräften und der Polizei höchste Anerkennung für ihren Einsatz aussprechen!

    Von diesen Organisationen kann De Maiziere noch viel lernen!

  • Sowas kommt davon, wenn man überall in den wichtigen Diensten personal abbaut bis kaum noch einer da ist. Aber wir müssen ja sparen, damit genug Geld nach Süden kommt.

  • Die Bundeswehr kommt nur dann "subsidiär", wenn die Anderen nicht mehr können und wenn die Politik auch die Bundeswehr bestellt. Von allein kommen die nicht.

  • Man fragt sich bei diesen Bildern besorgt, ob die BR Deutschland zu effektivem Katastrophenschutz noch in der Lage ist?!

    Die Feuerwehren sind überlastet, Polizei und Ordnungskräfte mit Fußballfeiern und den Chaoten von Occupuy beschäftigt.

    Und von der Bundeswehr ist weit und breit nichts zu sehen.

    Zu allem Überdruß haben wir inzwischen immer mehr Ortschaften ohne funktionierende Nahversorgung.

  • Ich bitte Sie, Sie wollen doch sicher nicht die Qualitätsjournaille des HB desavouieren, indem Sie hier mit gleich drei (sic!) Flüssen kommen, die man zu meiner Zeit noch im Geographie-Unterricht kennenlernte?! Heutzutage lernen die Akademikers nur noch was zum Tanzen!

  • "Die Altstadt von Passau wird gleich von zwei Flüssen überschwemmt. Die Stadt liegt am Inn und an der Donau. "
    Deshalb wird Passau auch die Dreiflüssestadt genannt... Donau, Inn und Ilz

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