Klimaforschung Wieso es dieses Jahr weiße Ostern gibt

Trotz Frühlingsanfang ist es zum Osterfest in weiten Teilen Deutschlands frostig. Als Ursache vermuten Klimaforscher den Rückgang des Packeises in der Arktis. Westeuropa wird zum Leidtragenden des Klimawandels.
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Ostereier in weißer Kulisse: Schnee in Brandenburg. Quelle: dpa

Ostereier in weißer Kulisse: Schnee in Brandenburg.

(Foto: dpa)

BremerhavenEin stabiles Hochdruckgebiet über Skandinavien versorgt weite Teile Deutschlands seit Wochen mit kalter Polarluft. „Das ist eine Laune der Natur in diesem Jahr“, sagt Prof. Peter Lemke, Leiter des Fachbereichs Klimawissenschaften am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI). „Wenn das Packeis in der Arktis immer weiter zurückgeht, werden diese Launen statistisch gesehen durchaus häufiger auftreten.“ Die Chance steige, dass es auch künftig kalte Winter gebe. Das Eis in der Arktis war im September 2012 nach Angaben des US-Datenzentrums für Eis und Schnee (NSIDC) so klein wie nie zuvor in den 33 Jahren der Beobachtung.

Verantwortlich für den Rückgang des Eises ist Studien zufolge die globale Erderwärmung, verursacht durch den CO2-Ausstoß. „Wir müssen mit unseren CO2-Emissionen vorsichtig sein. Das wird unser Klimasystem verändern“, sagt Lemke. In welcher Form und wo die Veränderungen besonders stark sein würden, sei immer noch eine große Frage. „Wir sehen aber, dass in der Arktis zurzeit die größten Veränderungen auftreten, die weißen Flächen verschwinden, und dunkle Flächen kommen zum Vorschein.“ Diese absorbierten die Sonnenenergie, Schnee und Eis hingegen reflektierten sie.

„Wir sind die Leidtragenden, dass das Eis in der Arktis weggeht“, meint der Wissenschaftler. Denn die globale Temperaturkarte von Februar zeige, dass es nur in Europa kalt war. „Die kalte Blase umfasst praktisch Westeuropa.“ So sei es in Sibirien nicht so kalt gewesen wie sonst, ebenso nicht in Kanada. „Überall auf dem Globus ist es warm, bloß bei uns nicht, weil dieses Hochdruckgebiet über Skandinavien liegt.“

Der Winter fegt die Geschäfte leer

Dieses Hoch werde sich sicherlich in Kürze auflösen, sagt Lemke. „Ich glaube nicht, dass es noch den April durchhält. Das wäre sehr ungewöhnlich. Der Frühling wird schon kommen.“ Der Winter in Norddeutschland sei auch in den Monaten Dezember, Januar und Februar normal gewesen. Auch Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sieht die derzeitigen Kälterekorde in Teilen Europas als ungewöhnlich an. Auch er hält als Ursache die starke Eisschmelze in der Arktis für wahrscheinlich.

  • dpa
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15 Kommentare zu "Klimaforschung: Wieso es dieses Jahr weiße Ostern gibt"

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  • "Wir sind die Leidtragenden, dass das Eis in der Arktis weggeht“, meint der Wissenschaftler". Natürlich sind wir immer die Leidtragenden. Egal ob es kälter oder wärmer wird. Wir müssen zudem dauernd umlernen. Weil das Eis am Nordpol schmilzt, wird es plötzlich kälter. Jahrelang galt die umgekehrte Version: Wenn das Eis in der Arktis schmilzt wird es wärmer.
    Alina Alanka

  • Warum es dieses Jahr weiße Ostern gibt?
    Weil es schneit!

  • Ich habe ja immer gedacht, das die Aussagen über HAARP und die Experimente damit nur reine Verschwörungstheorie sind, aber nun bestätigte HAARP auf seiner Hompepage selbst die Erzeugung einer stabilen Plasmawolke in der Stratusphäre. Neulich habe dann auch gelesen, daß "unser" Wetter in Deutschland duch Vorgänge in der Stratusphäre in Verbindung mit diesem Hochdruckgebiet hervorgerufen wurde. Ich halte diese "Verschwörungstheorien" nun nicht mehr für unmöglich !

  • Um die Jahrtausendwende hatten die Klimaschwindler vorhergesagt, dass es hierzulande keine kalten, schneereichen Winter mehr geben wird. Die letzten Jahre waren ein wenig kühl und dieser Winter passt wirklich nicht in die Oekosaga einer CO2 Klimahölle in der die Ungläubigen erschwitzen. So zeigen die Klimaschwindler Nerven.

    Die Erklärung der Klimaschwindler ist sehr erfrischend und ist gem. Eike, die die Aufzeichnungen eingesehen haben, schlicht falsch.

    Der kalte Winter wird vorbeigehen und mit dem ersten Sonnenschein wird es dann Berichte geben, dass dieser Winter der wärmste Winter seit X Jahren sei. In Deutschland glaubt man den Medien bis die Gletscher vor der Tür wachsen.

    Vandale

  • Inzwischen haben die Klimasuperexperten auch herausgefunden, dass neben den "gasenden" Rindern auch der Regenwurm unter Verdacht steht, ein Klimasünder zu sein:

    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-15536-2013-02-04.html

    Wer soll denn diesen Unsinn noch glauben, was unsere Experten da von sich geben. Ich wohne auf dem Land und habe mit alten Menschen, auch Bauern, gesprochen. Sie sagen alle, ein kaltes Frühjahr wie dieses hätte es schon öfter gegeben und alles deutet auch darauf hin, dass auch der April noch relativ kalt bleibt. Das zum Thema Klimaerwärmung.

    Auch kann niemand von uns prüfen, ob die Pole wirklich wegschmelzen und die uns gezeigten Satelitenbilder sind für mich keine Beweise, weil diese durch zu viele Hände gehen und manipuliert und zensiert sein können.(Das wäre ja nicht das erste Mal) Unseren Experten traue ich inzwischen ALLES zu. Und ich betone ALLES !!!!

  • Zitat: Und diese Kaffeesatzleser der theoretischen Mathematik beraten unsere Bundesregierung. Was für eine politische Weichenstellung soll dabei heraus kommen?

    auch nichts anderes als früher, da galt Nostradamus als Experte :-)

    In der Politik hat sich im Großen und Ganzen seit 3000 Jahren nichts geändert :-)

  • Wie sagte schon Napoleon, als er sich seinerzeit in Deutschland fröstelnd eine kalte Nase holte?: "Deutschland hat einen langen Winter und keinen Sommer"

    Noch ein kleines Bonmot:
    Wie kann man erreichen dass der abendlich im Fernsehen auftretende Metereologe bessere Prognosen abgibt, wenn dieser Sie diesbezüglich um Rat fragt?

    Man antwortet:

    Schau einfach weniger lange in die Kamera und häufiger aus dem Fenster!

  • "Wieso es dieses Jahr weiße Ostern gibt"
    Herr Professor Dr. Lemke, schon meine Uromi hat vor 60Jahren gesagt, dass es eigentlich grüne Weihnachten und weiße Ostern statt umgekehrt heißen müsste. Ich freue mich, dass die Rechenmodelle der Meteorologie nunmehr so progammiert sind, dass sie dies von meiner Uromi bestätigen. Wetter war immer ein beliebtes Thema, und so soll es doch bleiben.

  • Vielleicht sollten diese selbsternannten Klima-"Experten" endlich auch einmal die Auswirkungen der ungefilterten Abgase, Schwebestoffe und der immensen Wolkenerzeugung in höheren Luftschichten, für die einzig der internationale, stets wachsende Luftverkehr verantwortlich ist, in ihren "Expertisen" berücksichtigen, statt andauernd die Menschheit mit dem physikalisch nicht nachweisbaren CO2-Unsinn zu indoktrinieren. Aber Luftfahrt ist ja eine heilige Kuh, an der man nicht zweifeln darf.

  • Wie gut, dass wir eine "Klimaerwärmung" haben, sonst wäre es ja noch kälter, tröste ich mich täglich....
    Auf einen derartigen "Erklärungsartikel" im HB für den langen kalten Winter warte ich schon lange...Endlich haben sich HB und der "Experte" Erklär-Bär unser erbarmt und uns Bescheid gesagt! Ich bin ja sowas von beruhigt, dass nur "das CO2" schuld ist! Es hätte ja auch was Schlimmes sein können, "Atom" und so...
    Ich bin kein Experte, sage euch dennoch: der nächste Frühling kommt bestimmt! Freut euch und lasst die von den Medien ernannten "Experten" weiter ihren Mist verzapfen!

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