Köln und Düsseldorf Streiks behindern morgendlichen Flugverkehr

Das Sicherheitspersonal an den Flughäfen Köln und Düsseldorf hat durch morgendliche Streiks zahlreiche Flüge ausfallen lassen. Die Flughafenbetreiber machen gute Miene zum bösen Spiel.
Update: 21.02.2013 - 10:38 Uhr 9 Kommentare
Ein Wartebereich am Flughafen Köln/Bonn (Bild vom 15.2.). Quelle: dpa

Ein Wartebereich am Flughafen Köln/Bonn (Bild vom 15.2.).

(Foto: dpa)

Düsseldorf/KölnAn den beiden großen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen hat am Donnerstagmorgen erneut ein Streik des Sicherheitspersonals den morgendlichen Flugverkehr behindert. Sechseinhalb Stunden streikten rund 260 Mitarbeiter der Frühschichten, am größten NRW-Flughafen in Düsseldorf mussten 73 Flüge von insgesamt 147 geplanten Verbindungen gestrichen werden, wie der Airport mitteilte. Am Flughafen Köln/Bonn fielen bis zum Vormittag 13 Abflüge und 8 Ankünfte aus. Genaue Angaben wollte der Flughafen später machen.

An beiden Airports traf der Streik mehrere tausend Reisende. Ursprünglich waren bis 10.00 Uhr knapp 150 Flugbewegungen mit 13 600 Passagieren geplant. An den Sicherheitskontrollen bildeten sich Schlangen. Wartende wurden mit Essen und Trinken versorgt.

Im Vergleich zum ganztägigen Streik der vergangenen Woche, der rund 10 000 Reisende getroffen hatte, halte sich der Schaden aber in Grenzen, sagte eine Sprecherin des Flughafens bereits am Morgen. „Es wird nicht solche Auswirkungen haben wie die ersten Streiktage, die wir in Köln/Bonn schon erlebt haben.“

Der Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern der privaten Sicherheitsbranche in Nordrhein-Westfalen steckt in einer Sackgasse. Verdi fordert für die 34 000 Beschäftigten bis zu 30 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber bieten zwischen fünf und neun Prozent.

Diese deutschen Flughäfen schrumpfen oder wachsen
Neues Terminal auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden
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Aufsteiger 1: Karlsruhe/Baden-Baden

Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden hat 2012 in Deutschland prozentual die meisten Passagiere hinzugewonnen. 15,4 Prozent Fluggäste mehr zählte der nahe Rheinmünster-Söllingen gelegene Baden-Airport. Insgesamt kam der Flughafen auf 1,28 Millionen Passagiere. Auf dem Baden-Airport werden auch immer mehr Fluggäste für außereuropäische Verbindungen abgefertigt.

Quelle: Flughafen-Verband ADV

Flughafen Leipzig/Halle - Eröffnung Landebahn Süd
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Aufsteiger 2: Leipzig/Halle

Segen für die Landebahn des Flughafens Leipzig/Halle (Archivbild): Im Jahr 2012 hat der Airport seine Passagierzahl um 13,9 Prozent gesteigert. Damit schafft es Leipzig/Halle über die Zwei-Millionen-Marke. 2,09 Millionen Fluggäste landeten oder hoben dort ab. Der Flughafen ist vor allem als Drehkreuz für das Logistikunternehmen DHL bekannt.

Flughafen Tegel
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Aufsteiger 3: Berlin-Tegel

Eigentlich sollte der Flughafen Berlin-Tegel in 2012 geschlossen werden. Stattdessen setzte er zu neuen Höhenflügen an: Das Passagierplus betrug 7,4 Prozent, 18,15 Millionen Fluggäste konnte der Airport begrüßen. Grund war der mehrfach verschobene Start des neuen Hauptstadtflughafens. Das größte Wachstum verzeichnete Tegel bei Interkontinental-Flügen.

Borussia Dortmund - Trainingslager in Murcia
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Aufsteiger 4: Dortmund

Nicht nur BVB-Trainer Jürgen Klopp fliegt ab Dortmund: Der Flughafen im Ruhrgebiet verzeichnete 2012 ein Passagierplus von 4,6 Prozent. 1,9 Millionen Fluggäste hatte der Airport.

Fliegen wird immer sicherer
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Aufsteiger 5: Düsseldorf

Düsseldorf ist nicht nur einer der größten deutschen Flughäfen, sondern auch einer der am stärksten wachsenden. 2,4 Prozent betrug der Zuwachs bei den Passagieren in 2012. Insgesamt wurden 20,81 Millionen Fluggäste abgefertigt. Interkontinental-Flüge waren mit einem Plus von 11,4 Prozent der Wachstumstreiber des Flughafens in Nordrhein-Westfalen.

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Aufsteiger 6: Frankfurt

Der mit Abstand größte Flughafen der Republik wächst weiter. Mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent lag Frankfurt über dem durchschnittlichen Wachstum von 1,1 Prozent. 57,27 Millionen Passagiere flogen ab, nach oder über den Frankfurter Airport, der nur im innerdeutschen Flugverkehr Einbußen hinnehmen musste.

Take-off für die Lufthansa Trachten-Crew in München
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Aufsteiger 7: München

In Trachten präsentiert sich eine Crew der Lufthansa am Münchener Flughafen: In 2012 legte der Flughafen Franz-Josef-Strauß bei den Passagieren um 1,5 Prozent zu. Am zweitgrößten deutschen Airport wurden 38,22 Millionen Fluggäste abgefertigt.


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9 Kommentare zu "Köln und Düsseldorf: Streiks behindern morgendlichen Flugverkehr"

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  • Als Flughafen-Chef würde ich mir schnelllst-möglich ein anderes Sicherheitsunternehmen suchen und die jetzigen Leute allesamt rausschmeißen. Ganz simpel und effektiv für die Zukunft.


  • worum es hier geht ist doch offensichtlich; es geht um reine Erpressung durch Beugehaft unschuldiger Passagiere!

  • In Frankfurt wird nicht gestreikt, weil man dort jetzt nicht streiken darf, denn es geht hier um die Tarifverträge für Hamburg + NRW !

    Und nun habe ich keine Lust mehr mich mit jemanden zu streiten der ganz offensichtlich über haupt keine Ahnung davon hat um was es hier geht - Tschüss !!

  • Nein, es sucht eben nicht jeder seinen Job selber !
    Wenn das so wäre gäbe es keine z.B. kaum noch jemand der freiwillig im Supermarkt arbeiten würde !!
    Wie kommen Sie eigentlich auf so einen Unsinn ?

    Seit wann kann man beim Arbeistamt sagen:
    Sorry - Is mir zu wenig Kohle. Mach ich nicht! ?
    Diese zeiten sind richtigerweise vorbei,
    dazu begleitend für anständige Löhne zu sorgen
    hat man damals versäumt.

    Die Mitarbeiter an den Passagierkontrollen sind meisten Umschüler.
    Denn diese Ausbildung kostet Geld.
    Meinen Sie man kann zu einer Sicherheitsfirma gehen und bekommt dann diese Ausbildung ?
    Nein, man muss dafür zahlen !
    Das will natürlich niemand also bleibt nur das AA(BAfA)

  • Unverschämt! Verdi blockiert einmal mehr das Land.


  • Sorry, aber jeder sucht sich seinen Job selbst und weiß bereits bei seiner Einstellung was er verdient, oder etwa nicht????

    Ich habe jedoch nichts gegen Lohnerhöhungen, jedoch müssen sie verhältnismäßig sein; 30% sind NICHT verhältnismäßig.

    Wenn ver.di nunmehr ein Angebot von 20% ablehnt, dann ist das unverschämt.

  • Also noch einmal, für die die leider nicht informieren bevor sie hier etwas schreiben:
    (Allerdings sind die Hintergrundinformationen des Handelsblatts hier auch nicht das Gelbe vom Ei)

    1
    Für das Bewachungsgewerbe sind 13,50€ eiegentlich nicht schlecht.
    Aber im Gegensatz zu den Kollegen, die nur mit vielen Stunden auf ihr Geld kommen haben die Mitarbeiter bei der Passagierkontrolle meistens nur Teilzeitverträge!
    Da sie aber auch oft Wechselschichtdienst haben gibt es für sie auch keine Möglichkeit eines Zusatzverdienstes.

    2
    Nur weil andere auch zu gering bezahlt werden kann das doch ein Argument sein um nun Niedriglöhne zu zementieren!

    3
    Wenn eine Arbeit so wichtig ist, dass die Leute vorher von den Sicherheitsbehörden überprüft werden, dann sollte man mal davon ausgehen, dass diese Arbeit auch eine hohe Verantwortung bedeutet.
    Und dann passt das nicht zu solchen Löhnen.

    PS
    Das Sicherheitspersonal das an den Fluhäfen die Zugänge zu den Sicherheitsbereichen bewacht bekommt sogar unter 10€ die Stunde!
    Dabei gibt es längst eine Berufsausbildung dafür und dann würden die Leute auch mehr verdienen.
    Aber solange der Gesetzgeber dies nicht vorschreibt ...

  • Es reicht!!!

    ver.di nimmt die Passagiere für ihre völlig überzogenen Forderungen in Beugehaft. Der mittlerweile entstandene volkswirtschaftliche Schaden übersteigt bereits alle Forderungen.

    Der Grund warum immer wieder Köln, Düsseldorf oder Hamburg bestreikt werdem liegt darin, dass hier, im Gegensatz zu z.B. Frankfurt, nur 1 privates Sicherheitsunternehmen unter Vertrag steht.

    Als Flughafenchef würde ich dies sofort ändern. Dann würde ich das streikende Sicherheitsunternehmen nach Hause schicken; die dort beschäftigten jetzt streikenden angelernten Mitarbeiter können dann ja bei ver.di anheuertn.

  • 14,50 €? Angebot bei 13,50 €. Wie gierig muß man denn sein? Andere arbeiten für deutlich unter 10 €. Sagt man den Passagieren auch, dass dann die Flugpreise um 10% steigen? Sagt man den Kölner und Düsseldorfer angestellten, dass dann u.U. auf niederländische Flughäfen ausgewichen wird und 10% der Leute ihren Job verlieren und anstatt 13,50 € pro h, 380 € pro Monat HartzIV haben? Gegen auf Produktivitätssteigerung basierende Lohnerhöhung hat keiner was, aber so schadet man den Standorten. Erst kürzlich wurden in Frankreich Leute entlassen, weil sie im Vergleich zur Produktivität zu teuer waren.

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