Krefeld Geflohener Häftling soll Banken überfallen haben

Vor zehn Jahren verschwand ein Gefangener spurlos aus dem Krefelder Gefängnis. Nun gehen Behörden davon aus, dass der 48-Jährige für eine Serie von Banküberfällen verantwortlich ist. Er gilt als Meister im Verstecken.
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Der 48-Jährige soll die Taten mit einem Komplizen verübt haben. Quelle: dpa
Banküberfall

Der 48-Jährige soll die Taten mit einem Komplizen verübt haben.

(Foto: dpa)

KrefeldEin vor zehn Jahren aus dem Krefelder Gefängnis verschwundener Häftling soll für eine bundesweite Serie von Banküberfällen verantwortlich sein. Das Landeskriminalamt NRW und die Staatsanwalt Aachen haben auf Hinweise zur Ergreifung des 48-Jährigen und eines Komplizen 61.500 Euro Belohnung ausgesetzt.

Der 48-Jährige soll Überfälle auf Banken in Aachen, Düren (beides NRW), Bad Münster, Kirchen/Sieg (beides Rheinland-Pfalz) und Augsburg (Bayern) begangen haben. Ab Montag sollten in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz Fahndungsplakate ausgehängt werden, wie die Behörden ankündigten.

Der Gefängnisausbrecher gilt für die Ermittler als Meister im Verstecken. Seine Fähigkeit soll er bei Überfällen genutzt und sich abends in Bankfilialen geschlichen haben, um dann bis zum nächsten Morgen dem Personal aufzulauern.

Spektakuläre Kriminalfälle des Jahres
Freiburger Mordfall
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Es ist ein Fall, über den später ganz Deutschland sprechen sollte: Mitte Oktober wird in Freiburg die 19 Jahre alte Medizinstudentin Maria L. vergewaltigt und getötet. Anfang Dezember nehmen die Ermittler einen Mordverdächtigen fest – einen jungen Flüchtling aus Afghanistan. Die Herkunft des jungen Mannes befeuert die Debatte um Flüchtlinge.

Ähnlicher Fall in derselben Region
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Noch ein zweiter Fall bewegt die Region Freiburg: Drei Wochen nach dem Verbrechen an Maria L. wird in Endingen – etwa 30 Kilometer von Freiburg entfernt – eine 27 Jahre alte Joggerin vergewaltigt und ermordet. Der Täter ist in diesem Fall noch nicht ermittelt.

Frau mit Seil hinter Auto hergeschleift
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Auch in Hameln in Niedersachsen ist das Entsetzen groß. Ein Mann soll seine frühere Lebensgefährtin mit einem Seil um den Hals an ein Auto gebunden und 250 Meter weit über die Straße geschleift haben. Ein Streit um den gemeinsamen Sohn war wohl Auslöser der Gewalttat. Der Zweijährige saß mit im Auto, als sein Vater die Mutter hinter sich herzog. Das Opfer – die 28-jährige Kader K. – liegt tagelang lebensgefährlich verletzt im Koma.

Fall Peggy nimmt überraschende Wendung
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2001 verschwand das neunjährige Mädchen aus Lichtenberg in Bayern auf dem Heimweg von der Schule – es blieb verschwunden. Ohne dass eine Leiche gefunden wurde, wird ein geistig behinderter Mann wegen Mordes verurteilt, aber später in einem neuen Prozess freigesprochen. 2016 überschlagen sich die Ereignisse: Ein Pilzsammler findet in einem Wald in Thüringen Skelett-Reste, die Peggy zugeordnet werden können. Wenige Monate später stellt sich heraus, dass an dem Fundort DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt entdeckt wurden. Ob und inwieweit die Tatkomplexe Peggy/NSU zusammenhängen, bleibt vorerst rätselhaft.

17-Jähriger stirbt nach Prügel-Attacke
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Wenn aufsehenerregende Fälle von Mord und Totschlag in die Schlagzeilen kommen, sind häufig Frauen und Kinder die Opfer. Doch auch der Fall des 17-jährigen Prügel-Opfers Niklas aus Bonn löst große Anteilnahme aus. Der Schüler ist im Mai mit Freunden auf dem Heimweg von einem Konzert, als sie im Stadtteil Bad Godesberg auf eine andere Gruppe junger Männer treffen. Niklas wird geschlagen und auf dem Boden liegend getreten. Er stirbt im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Hauptverdächtigen und einen weiteren mutmaßlichen Täter.

Silvio S. zu lebenslanger Haft verurteilt
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Silvio S. hatte den sechsjährigen Elias aus Potsdam sowie den vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed entführt und ermordet. Wochenlang war im Jahr 2015 nach den Kindern gesucht worden. Im Sommer 2016 wird Silvio S. zur Höchststrafe verurteilt: zu lebenslanger Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, was später eine Freilassung erschwert. Für das Gericht steht fest, dass der Wachmann die zwei Jungen missbrauchte, weil er zu schüchtern war, etwas mit einer Frau anzufangen, sich aber Nähe und Sex wünschte.

Mann erschießt 21-Jährigen im Supermarkt
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Lebenslang und besondere Schwere der Schuld – so lautet im Februar das Urteil des Landgerichts Hannover über einen Mann, der serienweise Supermärkte überfallen und dabei einen 21-Jährigen erschossen hatte. Der Räuber hatte monatelang Angst und Schrecken vor allem bei den Beschäftigten der Supermärkte verbreitet. Stets betrat er kurz vor Ladenschluss den Markt, bedrohte die Kassiererin mit einer Pistole und verlangte Geld.

Nach seinem mysteriösen Verschwinden 2007 aus dem Krefelder Gefängnis war gegen vier Gefängniswärter ermittelt worden. Der Gefangene hatte seine besonders gepanzerte Zelle verlassen dürfen, weil er angeblich einen anderen Häftling in dessen Zelle besuchen wollte.

Der wegen versuchten Bankraubs mit Geiselnahme zu sieben Jahren Haft verurteilte Mann hatte sich nach dem Ausbruch per Fax bei der Justiz gemeldet und eine mildere Strafe gefordert.

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  • dpa
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