Kriminalfall Mutmaßlicher Entführer von Milliardärs-Sohn Würth festgenommen

Knapp drei Jahre nach der Entführung des Milliardärs-Sohns könnte der Kidnapper gefasst sein. Die Polizei nahm einen Tatverdächtigen fest.
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Reste von Absperrbändern der Polizei: In dem Waldstück bei Kist (Bayern) wurde der entführte 50-jährige Sohn von Reinhold Würth gefunden. Quelle: dpa
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Reste von Absperrbändern der Polizei: In dem Waldstück bei Kist (Bayern) wurde der entführte 50-jährige Sohn von Reinhold Würth gefunden.

(Foto: dpa)

StuttgartEin Sondereinsatzkommando der Polizei hat den mutmaßlichen Entführer des Milliardärs-Sohns Markus Würth am Mittwochmorgen zwei Jahre und neun Monate nach der Tat in Offenbach festgenommen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen bestätigte. Es handelt sich um einen 48 Jahre alten in Offenbach wohnhaften serbisch-montenegrinischen Staatsangehörigen.

Nach seiner Festnahme durchsuchten Beamte die Wohnung des Mannes nach Beweismitteln. Der Beschuldigte wurde vernommen und in eine hessische Justizvollzugsanstalt gebracht. Die einzige Spur zum Täter, der Mitschnitt eines Telefonats, führte infolge eines Stimmabgleichs nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung jetzt zum Erfolg der 2015 gegründeten Sonderkommission.

Die Entführung des Sohnes von Schraubenkönig Reinhold Würth (82) hatte im Juni 2015 für großes Aufsehen gesorgt. Würth zählt zu den reichsten Deutschen. Seine Unternehmensgruppe setzte 2017 knapp 13 Milliarden Euro um.

Sohn Markus, Jahrgang 1965, erlitt als Kind einen Impfschaden und ist dadurch geistig behindert. Er lebte in der integrativen Wohngemeinschaft Sassen in Hessen. Im Sommer 2015 wurde er dort in der Nähe entführt.

Nach einem Tag und einer gescheiterten Lösegeldübergabe endete die Entführung glimpflich. Der Entführer kettete den Sohn an einen Baum und übermittelte die Geodaten des Ortes der Polizei, die ihn anschließend weitgehend unverletzt fand.

Seither lebt Markus Würth auf einem Bauernhof mit Tieren, bei denen er sich besonders wohlfühlt. Den Ort verrät die Familie nicht. Auch macht sie nach diesen Erfahrungen keinerlei Angaben zu den Sicherheitsvorkehrungen für die restlichen Familienmitglieder. Nur eines ist klar, nach der Entführung wurden diese deutlich erhöht. Im Würth-Konzern spricht man von „Erleichterung“, will sich aber zu dem laufenden Verfahren nicht äußern.

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