Legalisierung von Drogen Denver erlaubt Marihuanakonsum in Bars und Restaurants

Seit vergangener Woche ist in acht weiteren US-Staaten der Konsum von Marihuana zum Freizeitgebrauch oder fürs Medizinische erlaubt. Denver geht nun einen Schritt weiter.
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Interessierte Lokale in Denver müssen einen Plan vorlegen, um minderjährige Gäste vom Konsum abzuhalten. Quelle: dpa
Legalisierung von Marihuana in den USA

Interessierte Lokale in Denver müssen einen Plan vorlegen, um minderjährige Gäste vom Konsum abzuhalten.

(Foto: dpa)

DenverDenver erlaubt als erste US-Stadt Marihuanakonsum in Bars und Restaurants. Dazu gab es in der Metropole im Staat Colorado vergangene Woche einen Volksentscheid. Dieser ging jedoch so knapp aus, dass Befürworter der Lockerung erst nach einer ganzen Woche ihren Erfolg verkündeten und die Gegner ihre Niederlage einräumten.

Die Initiative tritt in Denver mit sofortiger Wirkung in Kraft, doch gibt es einige Haken. Zunächst müssen interessierte Kneipen und Lokale das Einverständnis ihrer Nachbarn einholen, ehe sie für eine Lizenz infrage kommen. Gäste müssen zudem ihr eigenes Marihuana mitbringen. Hintergrund ist das in Colorado geltende Verbot eines gemeinsamen Verkaufs von Lebensmitteln und Gras an einem Ort.

In teilnehmenden Kneipen dürfen Gästen zudem nur drinnen Marihuana konsumieren, solange es nicht geraucht wird. Das neue Gesetz sieht jedoch unter eingeschränkten Bedingungen als Option Raucherbereiche vor Bars vor. Interessierte Lokale müssen ihre Mitarbeiter zudem in der Marihuana-Nutzung schulen und einen Plan darüber einreichen, wie sie minderjährige Gäste vom Konsum abhalten wollen. Bewerber müssen aber auch Maßnahmen zur Vermeidung möglicher Überdosen bei Besuchern nennen.

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Legalisierung

Seit dem 1. Januar 2014 ist der Handel von Marihuana in den Bundesstaaten Colorado und Washington legal. In einem Referendum befürworteten die Bürger eine komplette Freigabe für Menschen über 21 Jahre. Das US-Bundesgesetz bewertet Marihuana aber weiter als Droge der gefährlichsten Kategorie und stellt es damit auf eine Stufe mit Heroin. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama wies die Bundesjustiz im vergangenen Jahr allerdings an, Marihuana-Konsumenten in Bundesstaaten mit einer Legalisierung nicht mehr zu verfolgen.

Barack Obama
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Stimmungsumschwung

US-Präsident Barack Obama hatte im Januar mit der Bemerkung für Aufsehen gesorgt, er halte Kiffen nicht für gefährlicher als das Trinken von Alkohol. Zugleich bezeichnete Obama, der in seiner Jugend selbst zum Joint griff, das Rauchen von Marihuana in einem Interview mit der Zeitschrift „The New Yorker“ aber als „schlechte Idee“ und „Laster“.

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Medizin

In 18 US-Bundesstaaten darf das Rauschmittel für medizinische Zwecke verwendet werden. Die medizinischen Bedingungen sind allerdings unterschiedlich streng. Während viele Staaten Marihuana nur bei Krebs und anderen schweren Erkrankungen erlauben, kann es in Kalifornien schon für Rückenschmerzen verschrieben werden.

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Was Banken dürfen

Im Februar 2014 steckte die Regierung in Washington einen engen Rahmen ab, in dem die Finanzinstitute Dienstleistungen für die Cannabis-Branche erbringen können. Die Banken müssen demnach genau darauf achten, dass ihre Kunden über die nötigen Lizenzen verfügen und sich an die gesetzlichen Auflagen halten. 

Dazu gehört unter anderem das Verbot, Marihuana an Minderjährige zu verkaufen oder mit Drogenkartellen zusammenzuarbeiten. Außerdem müssen die Banken den Behörden über ihre Marihuana-Geschäfte regelmäßig Bericht erstatten und „verdächtige Aktivitäten“ melden.

 

David Martinez
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Coffeeshops

Bisher konnten ihre Geschäfte nur in bar abwickeln. Die neuen Regeln würden „größere finanzielle Transparenz in der Marihuana-Industrie fördern“ und „die Gefahren reiner Bargeschäfte abschwächen“, begründete die Direktorin der Strafverfolgungsbehörde des Finanzministeriums, Jennifer Shasky Calvery, die neuen Richtlinien.

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Geldquelle

Per Volksentscheid legte Colorado die Steuern auf Cannabis fest: Im Großhandel beträgt die Abgabe 15 Prozent, im Einzelhandel zehn Prozent. Außerdem müssen Konsumenten die übliche Mehrwertsteuer von 2,9 Prozent entrichten. Allein im Januar flossen so 2,9 Millionen Dollar an Steuern und knapp 600.000 Dollar an Gebühren in die Staatskasse. „Der erste Monat des Marihuana-Verkaufs hat den Erwartungen entsprochen“, sagte die Leiterin der Steuerbehörde von Colorado, Barbara Brohl.

Mari Tweed
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Börsengang in Kanada

Tweed Marijuana Inc. ist der erste börsengehandelte Marihuana-Hersteller Kanadas. Die Aktie hatte beim Börsendebüt Anfang April im Vergleich zum Preis der am 7. März erfolgten Privatplatzierung 191 Prozent zugelegt. Sie kostete hier 2,59 Dollar. Bei der Privatplatzierung betrug der Preis 89 Cent. Ende August kostete die Aktie 2,29 US-Dollar.

Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Mason Tvert, Sprecher der Gruppe Marijuana Policy Projekt und Befürworter der neuen Regelung in Denver, zeigte sich zufrieden. Die Initiative werde dafür sorgen, dass weniger Touristen auf Gehwegen und in Parks Marihuana konsumierten, weil sie es woanders nicht könnten.

Bedenkenträger prophezeien indes, dass Nachbarschaften sich den an einer Lizenz interessierten Bars und Restaurants widersetzen würden. Zudem biete die Initiative der Öffentlichkeit keinen ausreichenden Schutz vor berauschten Gästen, erklärte die Gegnerin Rachel O'Bryan.

Vergangene Woche hatten nach Wahlen acht US-Staaten Marihuanakonsum für den Freizeitgebrauch oder medizinische Zwecke erlaubt, darunter Kalifornien. Dort sind künftig auch Haschisch-Clubs erlaubt.

Doch geht Denver nun mit der jüngsten Initiative, die auch andere öffentliche Orte wie Yoga-Studios und Kunstgalerien miteinbezieht, einen Sonderweg. Nach der Rechtslage im Staat Colorado, dessen Hauptstadt Denver ist, ist öffentlicher Marihuana-Konsum weder verboten noch erlaubt. Die Folge ist ein Sammelsurium verschiedener örtlicher Verordnungen. Es wird aber erwartet, dass das Parlament von Colorado im kommenden Jahr eine Vorlage prüft, die in allen Kommunen Klarheit über Marihuana-Konsum an öffentlichen Orten schaffen soll.

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