Levittown wird 70 „Happy Birthday, wahre amerikanische Suburbia“

Tür, zwei Fenster, Schrägdach – fertig ist ein Haus in Levittown. Fast 17.500 davon setzte William Levitt vor die Tore New Yorks und schuf den ersten auf dem Reißbrett entworfenen Vorort. Zum 70. lebt der Mythos.
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Ein kleines Wohnhaus steht in einer Straße von Levittown. In den 1940er Jahren schuf William Levitt vor den Toren New Yorks einen auf dem Reißbrett entworfenen Vorort. 1947 zogen die ersten Familien ein. Quelle: dpa
Reißbrett-Siedlung Levittown wird 70

Ein kleines Wohnhaus steht in einer Straße von Levittown. In den 1940er Jahren schuf William Levitt vor den Toren New Yorks einen auf dem Reißbrett entworfenen Vorort. 1947 zogen die ersten Familien ein.

(Foto: dpa)

Levittown Levittown, New York, an einem Sonntagnachmittag. Durch die kahlen Bäume dringt fahles Winterlicht, über den Vorgärten liegen dünne Schneedecken, die Gehwege und Straßen sind zentimetergenau geräumt, die Basketballkörbe in den Einfahrten unbenutzt. Kein Mensch ist zu sehen, außer im fast vollbesetzten Restaurant einer Pfannkuchen-Kette. Die gleichmäßig an die Straßen gebauten Häuser sehen aus, wie von Kindern gemalt - Rechteck, Tür, zwei Fenster, Schrägdach.

Wenn das rund eine Fahrstunde östlich der Millionenmetropole New York gelegene Levittown wie das übererfüllte Klischee der amerikanischen Vorstadt wirkt, dann weil es genau das ist - und mehr: Levittown ist der Beginn der auf dem Reißbrett geplanten amerikanischen Suburbia, die Mutter aller Vorstädte. 1947 zogen die ersten Familien in die Häuschen ein und am Montag vor genau 70 Jahren wurde die Vorstadt offiziell Levittown getauft. „Alles Gute zum 70. Geburtstag, wahre amerikanische Suburbia“, schrieb das „Wall Street Journal“.

Der Name stammt von der Firma Levitt & Sons, die das Vorstädtchen entwarf und baute. Die Kartoffelfelder auf Long Island waren damals günstig zu haben und Millionen Amerikaner auf der Suche nach ihrem eigenen Heim, darunter viele aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrte Soldaten, die Familien gründen wollten.

Am 1. Januar vor genau 70 Jahren wurde die Vorstadt offiziell Levittown getauft. Quelle: dpa
In Reih und Glied

Am 1. Januar vor genau 70 Jahren wurde die Vorstadt offiziell Levittown getauft.

(Foto: dpa)

Massenproduziert entstand zeitweise alle 16 Minuten ein neues weißes Häuschen in Levittown, am Ende 1951 waren es fast 17.500. Vier Zimmer und ein Badezimmer gab damals für rund 7.000 Dollar. Die Mütter konnten mit den kleinen Kindern zu Hause bleiben, die Väter zur Arbeit nach Manhattan pendeln. „Wir sind keine Bauarbeiter, wir sind Fabrikanten“, sagte der 1994 gestorbene William Levitt einmal. Seine Firma bezeichnete der „Vater der amerikanischen Suburbia“ als „General Motors des Hausbaus“.

Inzwischen haben viele Häuser in Levittown mehrfach den Besitzer gewechselt, sind um- und ausgebaut worden und sehen nicht mehr alle gleich aus. „Es gibt vielleicht noch fünf oder sechs Häuser in der Gegend, die ungefähr so aussehen wie 1947“, sagt Paul Manton von der Levittown Historical Society. Das Vorstädtchen gehört heute zu Hempstead, hat rund 52.000 Einwohner und die Häuser verkaufen sich durchschnittlich für rund 380.000 Dollar (etwa 320.000 Euro).

Für viele war Levittown der amerikanische Traum, andere gruselten sich davor. Die Vorstadt sei eine „gleichförmige Umgebung, aus der man nicht fliehen kann“, schrieb der Historiker Lewis Mumford und Louise Cassano, die als Kind mit ihren Eltern nach Levittown zog, bemängelt die „fehlende Kultur“.

Die teuersten Wohnträume der USA
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Mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche stehen Immobilienkäufern in den USA alle Türen offen – für die Anwesen in unserer Rangliste sollte man bereit sein, einen dreistelligen Millionenbetrag zu investieren. Ein Überblick über die kostbarsten Anwesen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Quelle: curbed.com

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Das kostengünstigste Haus dieses Rankings befindet sich in Los Angeles. Es kostet „nur" 80 Millionen Dollar und beinhaltet unter anderem 18 Bäder und elf Schlafzimmer. Des Weiteren kann man vor dem Gebäude 40 Autos parken.

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In diesem herausragenden Wohnturm, der übrigens als das höchste Wohngebäude der westlichen Hemisphäre angepriesen wird, steht das Penthouse im 95. Stockwerk zum Verkauf. Für 82 Millionen Dollar bieten sich dem Käufer neben dem atemberaubenden Blick 766 Quadratmeter Luxus.

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Ebenfalls in New York steht ein exklusives Stadthaus zum Verkauf, welches dem Pawlowski-Palast in St. Petersburg nachempfunden ist. Edler Marmor, Hermès-Leder-Tapeten und ein extra temperierter Raum für Pelze holen den Glanz des alten Zarenreiches nach New York. Für 84,5 Millionen Dollar kann das 1.300-Quadratmeter-Haus derzeit erworben werden.

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Auch dieses Penthouse im 45. Stock eines Hochhauses möchte den Besitzer wechseln – und zwar für 85 Millionen Dollar. Mit im Kaufpreis inbegriffen sind eine Luxusjacht, zwei Rolls-Royce Phantom sowie ein Ferienhaus in den Hamptons.

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Wer von einem Haus mit eigener Orangen-Plantage, privatem Tennisplatz und Pferdestall träumt, wird möglicherweise in Kalifornien fündig. Allerdings sollte der Kaufinteressent mindestens 85 Millionen Dollar auf dem Konto haben, um das 0,8 Quadratkilometer große Anwesen bezahlen zu können. (Mehr Bilder gibt es unter: http://www.christiesrealestate.com/eng/sales/detail/170-l-78463-f1607181108700024/del-dios-ranch-rancho-santa-fe-ca-92067)

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Dieses Schlösschen im französischen Stil steht in Los Angeles und kostet 85 Millionen Dollar. Auf 3.250 Quadratmetern fühlt man sich in die Zeit vor der großen Revolution in Frankreich zurückversetzt. Ein opulenter Ballsaal gehört ebenso zur Ausstattung, wie ein Weinkeller mit 5.000 Flaschen.

Zudem waren in den ersten Jahrzehnten nicht nur die Häuser der Vorstadt vollkommen weiß, auch die Menschen, andere Käufer waren nicht zugelassen. „Das Erbe von Levittown ist die symbolische Rassentrennung in Amerika“, sagte Eugene Burnett, der einst ein Haus in Levittown kaufen wollte, als Afro-Amerikaner aber abgewiesen wurde, der „New York Times“. Immer noch sind rund 89 Prozent der Einwohner weiß.

Lokalheld von Levittown ist der Sänger Billy Joel, der dort aufwuchs, und das Vorstädtchen mehrfach in seinen Songs erwähnt hat. Erbauer Levitt baute noch mehrere andere Levittowns, inzwischen ist die danach von seinen Söhnen geleitete Firma jedoch bankrott gegangen.

Levittown, New York, aber lebt weiter, als Mythos aller US-Vorstädte - und der Mythos gedeiht. „Amerika bleibt ein weitgehend vorstädtisches Land“, heißt es in einem Bericht der Forschungseinrichtung Urban Land Institute aus dem Jahr 2016. In den 50 größten Metropolregionen des Landes leben fast 80 Prozent der Menschen in Vorstädten. „Das vorstädtische Hausangebot in den USA entwickelt sich schnell und ist gut positioniert, um in den kommenden Jahren der Ort zu bleiben, wo die meisten Amerikaner leben und arbeiten.“

  • dpa
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