Madeira in Flammen Zerstörerische Brände in Spanien und Portugal

In Spanien und Portugal wüten mehrere Brände. Vor allem auf der Ferieninsel Madeira ist die Lage besorgniserregend. In der Hauptstadt Funchal sind verkohlte Hausreste zu sehen
In der Altstadt Funchal auf Madeira kämpfte die Feuerwehr in der Nacht gegen die Flammen. Quelle: AP
Brände in der Hauptstadt

In der Altstadt Funchal auf Madeira kämpfte die Feuerwehr in der Nacht gegen die Flammen.

(Foto: AP)

FunchalDie verheerenden Waldbrände auf Madeira haben in dem Urlaubs- und Naturparadies eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Bisher seien unter anderem in der Hauptstadt Funchal rund 150 Häuser niedergebrannt, teilte die Regionalregierung in der Nacht zum Donnerstag mit. Auf der zu Portugal gehörenden Atlantikinsel wüteten drei Feuer, darunter eines in unmittelbarer Nähe der Altstadt von Funchal. Drei Bewohner eines Außenbezirks der Hauptstadt waren am Dienstagabend in den Flammen ums Leben gekommen. Auch in der spanischen Region Galicien kämpften Feuerwehren gegen Brände.

Der in Funchal geborene Fußballstar Cristiano Ronaldo will nach einem Bericht des TV-Senders „SIC Noticias“ seiner Heimatinsel finanzielle Hilfe zur Beseitigung der Schäden zukommen lassen. Um wie viel Geld es geht, wurde vorerst nicht bekannt. Die Behörden wollten die Höhe der Schäden noch nicht einschätzen. Neben großen Waldflächen und den 150 Häusern wurden auch Fabriken, ein Einkaufszentrum und ein traditionsreiches Hotel in einem Vorort Funchals stark in Mitleidenschaft gezogen.

Etwa 400 von den Evakuierungsaktionen in Funchal betroffene Bewohner mussten den amtlichen Angaben zufolge eine zweite Nacht in einer Militärkaserne verbringen. Die mehr als 300 Touristen, die im Fußballstadion des Clubs Marítimo untergebracht worden waren, wurden schon am Mittwoch in Hotels umquartiert. Ein 23-Jähriger wird verdächtigt, eines der drei Feuer absichtlich gelegt zu haben. Der vorbestrafte Mann war am Mittwoch in Untersuchungshaft gekommen.

Waldbrände bei LA gefährden tausende Häuser
Verheerende Waldbrände
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Zwei Waldbrände haben im US-Staat Kalifornien Tausende Menschen zur Flucht aus ihren Häusern gezwungen. Hunderte Feuerwehrleute waren am Sonntag im Einsatz, um die beiden Brandherde nahe Los Angeles und knapp 500 Kilometer nördlich bei Monterey unter Kontrolle zu bekommen.

Santa Clarita
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In dem betroffenen Gebiet in Santa Clarita nördlich von Los Angeles wurde in einem ausgebrannten Auto die Leiche eines Mannes entdeckt. Unklar war, ob er in den Flammen umkam. Nichts deute auf ein Gewaltverbrechen hin, sagte das zuständige Sheriffbüro.

Feuerwehrleute im Einsatz
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Vor den Flammen in den strohtrockenen kalifornischen Hügeln nördlich von Los Angeles brachten sich Tausende Menschen in Sicherheit, auch in dem Gebiet in Santa Clarita, wo die Leiche gefunden wurde.

80 Quadratkilometer
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Bis Sonntag hatte sich der Brand auf rund 80 Quadratkilometer ausgebreitet, begünstigt durch extreme Hitze und Winde, die am Nachmittag laut Wetterdienst Geschwindigkeiten bis zu 25 Kilometer pro Stunde erreichen sollten. Genaue Angaben über Schäden oder zerstörte Häuser lagen zunächst nicht vor.

Tiere in Sicherheit
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Auch ein Reservat für mehrere Hundert exotische Tiere im Angeles National Forest, die Wildlife Waystation, wurde vorsorglich geräumt. Helfer brachten unter anderem bengalische Tiger und einen Berglöwen in Sicherheit. Auch mehr als 200 Pferde sowie Ziegen, Kaninchen und andere Haustiere wurden aus der Brandregion abtransportiert.

Flammen außer Kontrolle
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Bis Samstagabend waren erst rund 20 Prozent der betroffenen Fläche am Rande von Santa Clarita und im Angeles National Forest unter Kontrolle. Die Flammen fraßen sich auch durch geräumte Viertel und Gebäude. Die Feuerwehr konnte aber zunächst nicht sagen, ob Wohnhäuser, Schuppen oder Garagen betroffen waren. Die Gegend sei immer noch nicht sicher, betonte ein Sprecher.

Zerstörte Häuser
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Die Feuerwehr von Los Angeles County warnte vor wechselnden Winden und Richtungsänderungen der Flammen. Im schlimmsten Fall könnten nach Einschätzung der Experten bis zu 45.000 Häuser im San Fernando Valley bedroht sein.

Zwei Hundertschaften der Feuerwehr bekämpften am Donnerstag die Flammen. Mehr als 100 Einsatzkräfte aus Lissabon unterstützten die örtlichen Teams. Die Trupps hätten am Donnerstag Schneisen im Wald unweit von Funchal geschlagen, um die Ausbreitung der Flammen zu verhindern, berichteten Medien. Löschflugzeuge können nach Angaben von Experten auf Madeira nicht eingesetzt werden. Starke Winde, extreme Trockenheit und für Madeira sehr ungewöhnliche Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius sowie die starke Rauchentwicklung erschwerten die Löscharbeiten.

Auch auf dem portugiesischen Festland loderten am Donnerstag Dutzende Waldbrände. Der Zivilschutz sprach von einem „der schlimmsten Sommer der vergangenen Jahre“. Vor allem der Norden war betroffen. Insgesamt waren landesweit nach Medienberichten mehr als 5000 Feuerwehrleute im Einsatz. Portugal bat inzwischen die Europäische Union um Hilfe. Die EU schickte zunächst ein von Italien betriebenes Löschflugzeug, wie die Kommission am Donnerstag mitteilte.

25.000 Hektar Land verbrannt
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