Massaker in Carolina Neun Menschen in US-Kirche erschossen

In einer Kirche in Charleston haben sich Schwarze zum Gebet versammelt. Dann marschiert ein junger weißer Mann in das Gotteshaus und schießt etliche Menschen nieder. Neun sterben. Was steckt hinter der Tat?
Update: 18.06.2015 - 08:33 Uhr Kommentieren

Rassenhass: Weißer tötet neun Schwarze in Kirche

CharlestonEin 21-jähriger Weißer hat in einer von Schwarzen besuchten Kirche in der US-Stadt Charleston neun Menschen erschossen. Polizeichef Greg Mullen sagte in der Nacht zum Donnerstag, acht Personen seien noch am Tatort im Stadtzentrum gestorben, die neunte später im Krankenhaus. Zum Zeitpunkt der Tat habe in der altehrwürdigen Kirche ein Gebetstreffen stattgefunden. Der Schütze sei noch auf freiem Fuß.

Als Motiv vermute die Polizei Hass, sagte Mullen. Es gebe Überlebende. Wie viele, wollte Mullen nicht sagen. Der Polizeichef wollte auch keine Gerüchte bestätigen, wonach der Pastor und amtierende demokratische Senator Clementa Pinckney unter den Todesopfern war. Die Großstadt Charleston hat rund 120.000 Einwohner und liegt im US-Staat South Carolina.

Bürgermeister Joseph P. Riley bestätigte der Nachrichtenagentur AP, dass es neun Tote gegeben habe. „Der einzige Grund, warum jemand in eine Kirche geht und betende Menschen erschießt, ist Hass“, sagte Riley. „Es ist die hinterhältigste Tat, die man sich vorstellen kann, und wir werden diese Person vor Gericht bringen.“ Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, teilte am Donnerstagmorgen mit, dass man die Motive für solch eine Tat in einer Kirche niemals verstehen können werde.

Laut einem Bericht der Zeitung „The Post and Courier“ ging zudem eine Bombendrohung ein. Die Polizei rief Anwohner demnach auf, sich in Sicherheit zu bringen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sah vor Ort, wie Polizeihubschrauber die Gegend umkreisten. Medienvertreter wurden seinen Angaben zufolge wegen der Drohung weggebracht. Eine Gruppe von Pastoren stellte sich in einem Kreis auf und betete.

Aus dem Umfeld des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Jeb Bush wurde bekannt, dass der Politiker aufgrund der Schüsse eine Veranstaltung in der Stadt am Donnerstag abgesagt habe.

Bei dem betroffenen Gotteshaus handelt es sich um die Emmanuel African Methodist Episcopal Church, der ältesten Kirche ihrer Art in den Südstaaten der USA. Die Geschichte der schwarzen Gemeinde reicht in das Jahr 1816 zurück, als sich mehrere Kirchen von der Methodistenkirche in Charleston abspalteten.

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