Bruno Mars

Bruno Mars hat am Sonntag den Grammy für das beste Lied des Jahres erhalten. Aber Rapper Kendrik Lamar holte in New York die meisten Trophäen.

(Foto: AFP)

MeToo und weiße Rosen Bruno Mars und Kraftwerk bekommen Grammy

Bruno Mars, Kraftwerk und weiße Rosen. Die 60. Grammy-Awards gerieten zu einer Superlative aus Musik und Politik. Sogar Hillary Clinton erschien per Videoschalte zu einer ganz speziellen Lesung.
Update: 29.01.2018 - 09:20 Uhr 1 Kommentar

New York/San FranciscoR&B-Sänger Bruno Mars hat bei den Grammy Awards den Preis für den besten Song des Jahres gewonnen. Sein Hit „That's What I like“ wurde am Sonntagabend bei der 60. Verleihung der Musikpreise ausgezeichnet. Bei der Annahme des goldenen Grammophons bedankte er sich bei mehreren Männern, die ihm bei der Entwicklung des Lieds geholfen hätten. Bereits drei Mal zuvor hatte Mars gewonnen - in den Kategorien bester R&B-Song, beste R&B-Darbietung (ebenfalls für „That's What I Like“) und bestes R&B-Album („24K Magic“).

Wenig zuvor hatte Bruno Mars gemeinsam mit Rapperin Cardi B die 1990er Jahre zurück auf die Bühne geholt, als sie farbenfroh und teils mit übergroßen T-Shirts gekleidet den Song „Finesse“ präsentierten.

Aber es ging nicht nur bunt zu. Schwarze Kleider bei den Golden Globes, „Time’s Up“-Pins bei den SAG-Awards, und nun weiße Rosen bei den Grammys: Auch beim wichtigsten Preis der Musikbranche machen sich Stars für Anliegen von Opfern sexueller Übergriffe stark.

Bei den Grammys haben Musiker auf verschiedene Art und Weise ein Zeichen für die Bewegungen „MeToo“ und „Time’s Up“ gesetzt. US-Sängerinnen wie Lady Gaga, Kelly Clarkson, Miley Cyrus und andere trugen in New York weiße Rosen auf dem roten Teppich, um ihre Solidarität für die Bewegungen gegen sexuelles Fehlverhalten zu zeigen. Auch die Farbe Schwarz war, wie schon beim Film- und Fernsehpreis Golden Globes, häufig zu sehen. Bei der Musikgala poppten zwischendurch aber auch glänzende Momente auf.

Komponistin Diane Warren, die bereits 15 Mal für den Grammy nominiert war, trug ein schwarz-weißes Outfit und ihr ganz eigenes Statement: Handschuhe mit dem Aufdruck „Girl“ und „Power“ auf jeweils einer Hand. „Ich wollte keine Rose tragen. Ich bin ein Rebell“, erklärte Warren ihre Kleiderwahl.

Andere Stars entschieden sich, die Rosen eher dezent am Revers oder am Handgelenk zu zeigen. Lady Gaga, die in einer schwarz-weißen Robe mit Riesen-Schleppe und Plateau-Schuhen kam, trug zwei kleine Röschen mit einem „Time’s Up“-Pin an der Schulter. Der britische Sänger Sam Smith kam zwar nicht in schwarz, aber mit Rose. Diese war am Revers seines grasgrünen Sakkos angebracht.

Die Roseninitiative war am Mittwoch gestartet worden. Eine Gruppe Musikunternehmer verschickte eine E-Mail, in der Gäste aufgerufen wurden, bei der Veranstaltung eine weiße Rose zu tragen. Bereits bei wichtigen Preisverleihungen der Filmbranche hatten Stars auch optisch ihre Unterstützung für „MeToo“ und die Initiative „Time’s Up“ bekundet.

„Time’s Up“ will Frauen unterstützen, die Beschwerden wegen sexuellen Fehlverhaltens erheben. Sie wurde von Hollywood-Prominenten wie Reese Witherspoon, Shonda Rhimes und America Ferrera gegründet.

DJ Khaled kam ohne modisches Statement – dafür brachte der seinen einjährigen Sohn mit, der einen passenden dunkelroten Anzug trug. „Wenn er mich anlächelt, ist es, als würde Gott auf mich herablächeln“, sagte der DJ über seine Begleitung. Auf dem roten Teppich fiel besonders das schwangere Model Chrissy Teigen auf, die neben Ehemann John Legend in einem Outfit ganz in Silber stolz ihren Bauch präsentierte.

US-Sängerin Kelly Clarkson kombinierte die weiße Rose nicht nur mit schwarz, sondern einer Robe mit silber- und goldfarbenen Verzierungen. Dazu trug sie eine langstielige Rose in der Hand. Auch US-Sängerin Miley Cyrus entschied sich für diese Variante.

Kendrik Lamar war zumindest vorerst der ungekrönte König der Grammys. Allein in der ersten Stunde der Preisverleihung hatte der Rapper fünf Auszeichnungen gewonnen. Unter anderem siegte er in der Kategorie bestes Rap-Album („DAMN.“) und beste Rap-Gesangs-Performance („Loyalty“) gemeinsam mit Rihanna.

In einer Rede bedankte er sich bei anderen Künstlern und spielte auf Jay-Zs Streit mit US-Präsident Donald Trump an. Die Preisverleihung begann ebenfalls ganz im Zeichen des Rappers. Lamar eröffnete die hochkarätige Veranstaltung mit einer wehenden amerikanischen Fahne im Hintergrund und als Soldaten verkleideten Tänzern. Bei seinem Auftritt wurde er unter anderem von U2-Sänger Bono unterstützt.

„Das ist besonders, Mann. Ich habe viele Leute hier im Raum, die bis heute meine Idole sind“, sagte Lamar bei der Annahme eines Preis. Namentlich nannte er Jay-Z, Nas und Diddy. „Jay for president“, sagte er am Ende und nahm damit Bezug auf den jüngsten Konflikt des Rappers, seit dieser in einem CNN-Interview Trump kritisiert hatte.

Hillary Clinton hat in einem politischen Moment überraschend aus dem Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ über das Weiße Haus vorgelesen. In einem vorab aufgezeichneten Video versuchten Musikstars wie Snoop Dogg, Cher, John Legend und Cardi B Passagen aus dem Bestseller des Autors Michael Wolff vorzutragen. Rapperin Cardi B fragte dabei: „Lebt er so wirklich sein Leben?!“ Clintons Erscheinen in der Aufnahme kam unerwartet.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, beklagte anschließend via Twitter, der Moment habe für sie die gesamte Gala zerstört. „Ruiniert großartige Musik nicht mit Müll. Viele von uns mögen Musik, ohne dass die Politik hineingebracht wird“, so Haley.

Der Chef der Recording Academy - der Organisation hinter den Grammys - sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, aus seiner Sicht sei Clintons Beitrag eher satirisch als politisch gewesen. Auch in der Vergangenheit seien bei den Grammys witzige oder ungewöhnliche Dinge der politischen Führung betont worden. Der Produzent der Show sagte, Moderator James Corden habe Clinton um den Beitrag gebeten.

Einen Überraschungserfolg gab es für Deutschland. Die Elektro-Veteranen Kraftwerk haben für „3-D The Catalogue“ den Grammy für das beste Dance-/Electronic-Album des Jahres gewonnen. Die aus Düsseldorf stammende Band setzte sich gegen Bonobo („Migration“), Mura Masa („Mura Masa“), Odesza („A Moment Apart“) und Sylvan Esso („What Now“) durch. Im Jahr 2014 waren Kraftwerk beim wichtigsten Musikpreis der Welt bereits für ihr Lebenswerk geehrt worden. Der Preis in diesem Jahr wurde kurz vor Beginn der im Fernsehen übertragenen Live-Verleihung bekanntgegeben.

Gewinner des Abends: Diese Stars räumten bei den Grammys richtig ab

  • ap
  • dpa
  • pos
Startseite

Mehr zu: MeToo und weiße Rosen - Bruno Mars und Kraftwerk bekommen Grammy

1 Kommentar zu "MeToo und weiße Rosen: Bruno Mars und Kraftwerk bekommen Grammy"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Mein Gott, was für eine schreckliche "Musik"

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%