MH-370 Möglicherweise zwei Jahre an der falschen Stelle gesucht

Spezialkräfte haben möglicherweise zwei Jahre lang an den falschen Stellen nach der verschwundenen Malaysia-Airlines-Boeing gesucht. Die Angehörigen der Vermissten können Hoffnung schöpfen, dass die Suche weitergeht.
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Das zuletzt durchkämmte Gebiet war mit 120.000 Quadratkilometer riesig, so groß wie Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen zusammen. Quelle: AFP
MH-370

Das zuletzt durchkämmte Gebiet war mit 120.000 Quadratkilometer riesig, so groß wie Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen zusammen.

(Foto: AFP)

SydneyDie bereits für beendet erklärte Suche nach der seit März 2014 verschollenen Malaysia-Airlines-Maschine mit der Flugnummer MH370 könnte fortgesetzt werden. Nach einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der australischen Verkehrssicherheitsbehörde liegt die Boeing höchstwahrscheinlich nicht in dem seit zwei Jahren durchsuchten Gebiet im Indischen Ozean.

Die Auswertung von Satellitendaten lasse vielmehr darauf schließen, dass das Flugzeug weiter nördlich abgestürzt ist. Die Wrackteile werden in einem abgelegenen Seegebiet mehr als 2000 Kilometer westlich von Perth an der australischen Westküste gesucht.

Flug MH 370 endete im Sturzflug
Was geschah mit Flug MH 370?
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Die vor zweieinhalb Jahren verschwundene Malaysia-Airlines-Boeing mit der Flugnummer MH 370 ist wahrscheinlich nach einem unkontrollierten Sturzflug im Meer versunken. Zu diesem Schluss kommen australische Experten in einer neuen Analyse.

Experten untersuchen Trümmerteil
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Es ist das erste Mal, dass Experten eine klare Schlussfolgerung aus der Analyse eines der mehr als 20 inzwischen identifizierten Trümmerteile gezogen haben. Das bei Tansania angespülte Teil zeige, dass die Landungsklappen mit größter Wahrscheinlichkeit nicht ausgefahren waren. Das wäre der Fall gewesen, wenn ein Pilot versucht hätte, das Flugzeug auf dem Wasser zu landen.

Nicht auf eine kontrollierte Landung ausgerichtet
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„Dies bedeutet, dass die Maschine nicht auf eine kontrollierte Landung ausgerichtet war“, sagte Peter Foley von der australischen Behörde für Transportsicherheit (ATSB) in Canberra. „Jeder kann seine eigenen Schlüsse daraus ziehen, ob jemand das Flugzeug am Ende unter Kontrolle hatte.“

Flug MH 370
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Flug MH 370 (hier ein Archivbild aus Februar 2014) war im März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord spurlos verschwunden.

Mögliche Route der Unglücksmaschine
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Satellitendaten legen nahe, dass die Maschine noch stundenlang Richtung Süden flog. Ermittler vermuten, dass sie im Indischen Ozean westlich von Australien abstürzte, als der Treibstoff zu Ende war.

Auf der Suche nach Flug MH 370
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Neben den Trümmerteilen wurden auch Satellitendaten neu ausgewertet. „Danach zu schließen, sank die Maschine beim Auffangen des letzten Signals mit hoher und steigender Geschwindigkeit“, sagte ATSB-Sprecher Dan O'Malley. Solche Sinkraten sind bei einer am Ende des Flugs nicht mehr kontrollierten Maschine zu erwarten.

Niemand weiß, was an Bord passierte
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Niemand weiß, was wirklich an Bord passierte. Der Kontakt zu der Maschine brach nach rund einer Stunde Flugzeit ab.

MH370 war am 8. März 2014 aus bis heute ungeklärter Ursache auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking vom Kurs abgewichen und verschwunden. An Bord waren 239 Menschen. Nach Satellitenauswertungen nehmen Experten an, dass die Maschine stundenlang Richtung Süden flog. Keine Bodenkontrolle hatte je Kontakt mit den Piloten. Die Boeing dürfte abgestürzt sein, als der Treibstoff ausging.

Australiens Verkehrsminister Darren Chester hatte erst vor einer Woche erklärt, dass die Suche nach dem Wrack Anfang 2017 voraussichtlich beendet sei. „Es war eine heroische Anstrengung, aber wir müssen uns darauf einstellen, dass wir MH370 in den kommenden Wochen nicht finden, auch, wenn wir die Hoffnung nicht aufgeben“, hatte Chester zuvor der Zeitung „The West Australian“ gesagt.

Das letzte an der Suche beteiligte chinesische Schiff, die „Song Hai Jiu 101“, hat seinen Dienst schon beendet. China war involviert, weil zwei Drittel der Menschen an Bord aus dem Land stammen.

Die neuesten Daten könnten die an der Suche beteiligten Länder – Australien, Malaysia und China – zu einer Fortsetzung der Suche bewegen.

Das Wrack liege mit höchster Wahrscheinlichkeit in einem etwa 25.000 Quadratkilometer großen Gebiet, hieß es in dem Bericht, der die Ergebnisse eines Treffens australischer und internationaler Experten aus dem November zusammenfasst. Die Gutachter prüften sämtliche Daten, anhand derer das Suchgebiet eingegrenzt worden war.

Das zuletzt durchkämmte Gebiet war riesig: 120.000 Quadratkilometer, so groß wie Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen zusammen. Es liegt in einer der unwirtlichsten Meeresregionen der Welt, mit häufigen Stürmen. Nach dem Wrack suchten Schiffe mit Spezialausrüstung und ferngesteuerten Unterwasser-Vehikeln.

Im Januar soll die Überprüfung der noch fehlenden restlichen 10.000 Quadratkilometer abgeschlossen sein. Der Zeitplan hängt allerdings vom Wetter ab.

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  • dpa
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