Mysteriöser Todesfall in Dänemark Der Ingenieur, die Journalistin und das U-Boot

Ein Kriminalfall beschäftigt die Welt: In Dänemark verschwindet eine Journalistin, verdächtig ist ein preisgekrönter Ingenieur, Tatort soll sein U-Boot sein. Die Indizien belasten den Mann, doch was ist das Motiv?
Update: 23.08.2017 - 16:56 Uhr 1 Kommentar
Hier liegt das private U-Boot, an dessen Bord sich DNA-Spuren der toten Journalistin fanden. Quelle: AP
Nautilus

Hier liegt das private U-Boot, an dessen Bord sich DNA-Spuren der toten Journalistin fanden.

(Foto: AP)

StockholmEin preisgekrönter Ingenieur, eine tote Journalistin, ein gesunkenes U-Boot und viele, viele Fragen. Was hat sich an Bord des von dem Dänen Peter Madsen gebauten U-Boots UC3 Nautilus abgespielt? Auch einen Tag, nachdem die dänische Polizei anhand von DNA-Proben eindeutig festgestellt hat, dass es sich bei dem Anfang der Woche gefundenen Frauen-Torso um die Leiche der 30-jährigen schwedischen Journalistin Kim Wall handelt, rätseln nicht nur Experten über die Hintergründe der Tat, die seit zwei Wochen vor allem in Dänemark die Öffentlichkeit so beschäftigt wie kein Kriminalfall der vergangenen Jahre.

Vor allem beschäftigt die Frage, was passiert sein muss, damit ein angesehener Ingenieur womöglich zum Mörder wurde. Kim Wall hatte Madsen am 10. August auf seinem U-Boot besucht. Die junge Journalistin wollte eine Reportage über den Mann schreiben, der mit seiner 18 Meter langen und 40 Tonnen schweren Nautilus und seinen Entwicklungen einer kostengünstigen Rakete auch weltweit für Aufsehen gesorgt hatte. Als Wall auch in der Nacht nicht von dem Ausflug zurückkam, meldete sie ihr Freund bei der Polizei als vermisst. Kurz darauf nahm Madsen selbst Kontakt mit der Polizei auf und berichtete von technischen Problemen mit seinem U-Boot. Kurz darauf wurde er von einem Boot gerettet, die Nautilus sank.

Tot aufgefunden: die Journalistin Kim Wall Quelle: AP
Das Opfer

Tot aufgefunden: die Journalistin Kim Wall

(Foto: AP)

Schon früh zweifelte die dänische Polizei an der Aussage von Madsen, er habe Kim Wall noch am Abend wieder an Land abgesetzt. Der 46-Jährige wurde festgenommen. Der Verdacht gegen den Erfinder erhärtete sich als er vor Gericht seine ursprüngliche Aussage änderte und nun von einem tödlichen Unfall an Bord der Nautilus sprach und zugab, die Leiche auf See versenkt zu haben. Was genau aber auf dem U-Boot zu der blutigen Tragödie geführt hat, bleibt bis heute unklar.

Sicher ist nur, dass die Polizei mittlerweile davon ausgeht, dass Madsen das U-Boot absichtlich versenkt hat. Doch warum der von Freunden als genialer Ingenieur bezeichnete Madsen offenbar Kopf, Beine und Arme von der Leiche trennte, sie mit Gewichten beschwerte und in der Køge-Bucht bei Kopenhagen versenkte, all das bleibt unklar. Der seit dem 12. August in Untersuchungshaft sitzende Madsen sei nach dem Fund des Torsos noch nicht befragt worden, erklärte Polizeisprecher Jens Møller Jensen am Mittwoch nur.

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1 Kommentar zu "Mysteriöser Todesfall in Dänemark: Der Ingenieur, die Journalistin und das U-Boot"

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  • Ich frage mich warum Madsen die Gliedmaßen abgehackt hat und den Torso, mit Metall beschwert, versenkt hat. Das sieht doch alles nach einem Mordfall aus. Da der Torso gefunden wurde könnte man vielleicht untersuchen ob die Frau vergewaltigt wurde.

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