Nach Explosion in Tianjin Regen droht giftige Gase zu verbreiten

Nach den Explosionen in Tianjin haben die Aufräumarbeiten in der chinesischen Stadt begonnen. Vor allem die Angst vor dem Regen ist groß. VW hat unterdessen einen Ersatz-Hafen für seinen China-Umschlag gefunden.
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„Gefährliche Stoffe? Das hat uns niemand gesagt“

TianjinIn der von mehreren verheerenden Explosionen getroffenen chinesischen Stadt Tianjin haben die Aufräumarbeiten begonnen. Die Arbeiten seien „sehr schwierig und heikel“, sagte der stellvertretende Bürgermeister der Hafenstadt, He Shushan, am Montag bei einer Pressekonferenz. Erschwert wurden sie durch rund 16.500 leere Schiffscontainer in der Hafenzone; zudem drohte für den Abend vorhergesagter Regen giftige Gase in der Luft zu verbreiten.

Vom Unglücksort stieg am Montag immer noch Rauch auf. Helfer hätten Dämme aus Sand und Erde rund um ein Gebiet von 100.000 Quadratmetern aufgeschüttet, um das Austreten von Zyanid und anderen schädlichen Substanzen zu verhindern, sagte He weiter.

Das Militär hatte am Sonntag erstmals die Präsenz hochgiftiger Chemikalien am Unglücksort zugegeben. „Hunderte Tonnen“ gefährlichen Zyanids waren einem ranghohen Militärvertreter zufolge dort eingelagert. Die Zahl der Todesopfer infolge der Explosionen in dem Gefahrgutlager stieg inzwischen auf 114, weitere 70 Menschen wurden noch vermisst.

Chinesischen Medien zufolge hatte die Firma, die das Gefahrgutlager gepachtet hatte, 30 Mal mehr Natriumcyanid gelagert als erlaubt. Eigentlich hätten dort nur 24 Tonnen der hochtoxischen Substanz gelagert werden dürfen, berichtete die Zeitung „Bejing News“ am Montag.

Die Angst vor der Giftwolke
Angst vor giftigen Gasen
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Auch drei Tage nach den verheerenden Explosionen im Hafen der nordostchinesischen Millionenstadt Tianjin wütet das Feuer weiter. Aus Furcht vor giftigen Gasen ordneten die Behörden am Samstag die Räumung eines Gebiets in einem Umkreis von drei Kilometern an.

Mindestens 85 Tote
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Staatsmedien und Augenzeugen berichteten von weiteren Explosionen. Die Zahl der Opfer stieg laut Behördenangaben auf 85, mehr als 720 Menschen wurden verletzt.

Gefährliche Löscharbeiten
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Unter den Opfern seien mindestens 21 Feuerwehrleute. Von mehreren fehle weiter jede Spur.

Pressekonferenz gestürmt
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Damit ist das Unglück für chinesische Feuerwehrleute das schlimmste in mehr als sechs Jahrzehnten. Wütende Familienangehörige von vermissten Feuerwehrleuten stürmten die Pressekonferenz der Regierung und forderten mehr Informationen.

Gebiet gesperrt
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Polizei und Militär wurden zu Kontrollpunkten geschickt, die zu dem Unglücksort führen. Sie hielten Einwohner, Journalisten und andere Menschen davon ab, die Unglücksstelle in einem Umkreis von drei Kilometern zu betreten.

Unbehagen über Regen-Vorhersage
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Medien berichteten, die Reinigung der Gegend von chemischen Stoffen werde vorbereitet. Über der Unglücksstelle flogen Hubschrauber. In der Luft lag ein metallischer chemischer Gestank, über die Regen-Vorhersage gab es Unbehagen, obwohl es warm und windig war.

Der Papst
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Papst Franziskus betete vor Tausenden auf dem Petersplatz in Rom für die Opfer und Angehörigen.

Proben von Wasser in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes hatten am Sonntag einen 27,4 Mal höheren Zyanidwert als normalerweise aufgewiesen, wie Behördenvertreter sagten. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace maß bei Tests des Oberflächenwassers nach eigenen Angaben an vier Stellen in der Millionenstadt keine erhöhten Zyanidwerte.

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