ÖPNV in Düsseldorf Bahnticket für Fahrzeugschein

Dieselfahrern drohen Fahrverbote in deutschen Großstädten. Die Düsseldorfer Rheinbahn reagiert auf die verschärfte Abgasdebatte mit einer Werbeaktion – und bietet Dieselfahrern ein besonderes Ticket an.
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Die Düsseldorfer Rheinbahn will Autofahrer zum Umstieg in Busse und Bahnen bewegen. Quelle: dpa
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Die Düsseldorfer Rheinbahn will Autofahrer zum Umstieg in Busse und Bahnen bewegen.

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Ein reduziertes Monatsabo bietet die Düsseldorfer Rheinbahn allen Dieselfahrern an. Mitten in der Debatte um Fahrverbote will das Verkehrsunternehmen Autofahrer zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr bewegen. Der PR-Coup: Gegen Abgabe des Fahrzeugscheins können alle Diesel-PKW-Halter in Düsseldorf ein Ticket für die Monate August und September zum halben Preis bekommen.

Nach eigenen Angaben hofft die Rheinbahn, mit dem „Diesel-Ticket“ viele Autofahrer davon zu überzeugen, dass man sich mit Bus und Bahn sehr zügig und komfortabel durch die Stadt – die nun bald von Dieselfahrverboten betroffen sein könnte – bewegen kann. Auch für die vom Zulassungsverbot betroffenen Porsche-Cayenne-Fahrer habe das Angebot einen hohen Charme: Immerhin hätten die Bahnen der Rheinbahn bis zu 640 PS und die Busse mit mehr als zehn Litern einen stolzen Hubraum.

Die Werbeaktion fällt in eine Zeit, in der Besitzer älterer Dieselwagen mit Fahrverboten rechnen müssen. Geht es nach der Autoindustrie, sollen zwar Nachrüstungen ausreichen, um Fahrverbote für alte Diesel mit schmutzigen Abgasen zu vermeiden. Doch das Stuttgarter Verwaltungsgericht sieht das anders.

Die geplanten Software-Updates, die beim nationalen Diesel-Gipfel am 2. August festgeklopft werden sollen, seien kein adäquates Mittel zur Verbesserung der Luft, argumentierte Verwaltungsrichter Wolfgang Kern am Freitag. Er machte klar: Der Gesundheitsschutz in der Stadt sei höher zu bewerten als die Interessen der Diesel-Fahrer. Das Land muss seinen Plan zur Luftreinhaltung in Stuttgart deutlich nachbessern.

Offenbar sind mögliche Fahrverbote aber weniger unpopulär als vermutet. Nach einer Emnid-Umfrage plädieren die Deutschen mehrheitlich für gezielte Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in belasteten Gebieten. Nach der von der Umweltorganisation Greenpeace in Auftrag gegebenen Erhebung sind 57 Prozent der Befragten dafür, dass Diesel-Autos mit hohem Schadstoffausstoß nicht mehr in Stadtteilen mit besonders schlechter Luftqualität fahren sollten. 39 Prozent lehnen solche Fahrverbote hingegen ab, berichtete die „Rheinische Post“ unter Berufung auf die Umfrage. Bei den Frauen befürworten 63 Prozent ein Fahrverbot, bei den Männern sind es 51 Prozent.

Das Personalkarussell der Auto-Entwickler
VW: Frank Welsch
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Der Maschinenbauer verantwortet bei VW seit 2015 die Entwicklung neuer Autos. Sein Vorgänger auf dem Vorstandsposten musste im Zuge der Diesel-Affäre gehen….

VW: Heinz-Jakob Neußer
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Gerademal zwei Jahre – von 2013 bis 2015 – hielt sich Neußer als VW-Technikvorstand. Dann überrollte der Dieselskandal den Wolfsburger Autobauer. Neußer soll VW-Ingenieure ab 2012 dazu angehalten zu haben, den Betrug bei den Abgasmessungen zu verschleiern. Erst 2015 soll er auf einer Sitzung des Volkswagen-Markenvorstands vom Einbau der Schummel-Software in US-Modellen berichtet haben. Den Streit mit VW um seinen Millionen-Bonus hat der Manager kürzlich beigelegt.

VW und Audi: Ulrich Hackenberg
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Er galt als Vertrauter des früheren VW-Chefs Martin Winterkorn: Bei seinem Amtsantritt 2007 machte dieser Ulrich Hackenberg zum Entwicklungschef. 2013 wechselte er zu Audi – doch der vermeintliche Karriereschritt sollte bald in einer Sackgasse enden: Wegen einer möglichen Verwicklungen in den Abgas-Skandal wurde Hackenberg 2015 als Technik-Chef beurlaubt.

Audi: Peter Mertens
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Mit Mertens wagt Audi einen Neuanfang: Die Ingolstädter holten den Manager im Mai 2017 von Volvo. Er beerbte einen glücklosen Technik-Chef...

Audi: Stefan Knirsch
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… der zwischen 2015 und 2016 gerade einmal neun Monate durchhielt: Die US-Kanzlei Jones Day soll bei ihren Ermittlungen zum Dieselskandal im Auftrag des VW-Aufsichtsrats Informationen gefunden haben, die Stefan Knirsch massiv belasteten. Er soll demnach bereits früher von den Manipulationen an den Dieselmotoren gewusst haben. Dabei stürzte schon Knirschs Vorgänger Ulrich Hackenberg über den Diesel-Skandal.

Audi und Porsche: Wolfgang Dürheimer
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Der Job des Technikchefs bei Audi ist ein wahrer Schleudersitz: Innerhalb von drei Jahren haben die Ingolstädter drei Vorstände in diesem Bereich verschlissen. Wolfgang Dürheimer musste zwischen 2012 und 2013 nach etwas über einem Jahr gehen, weil wichtige Technologie-Projekte wie der Elektroflitzer R8 E-tron nicht vorankamen. Er bleibt jedoch Chef von Bentley und Bugatti. Aus einem ähnlichen Grund wie Dürheimer wurde auch sein Vorgänger...

Audi: Michael Dick
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… Michael Dick frühzeitig in den Ruhestand geschickt. Ihm kreideten die Konzern-Oberen laut „Welt“ ebenfalls an, dass sich die Audi-Modelle nur schleppend entwickelten. Immerhin hielt Dick rund fünf Jahre durch, zwischen 2005 und 2012.


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2 Kommentare zu "ÖPNV in Düsseldorf: Bahnticket für Fahrzeugschein"

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  • Für mich eine eher mittlere Idee; warum bekommen Radfahrer keine Jahresfahrkarte geschenkt? Sicher weil fürs Zweirad kein Fahrverbot droht. Für mich entlasten mehr und bessere Radwege die Stadt, fördern die Gesundheit und geben dem Handwerker freie Fahrt.
    #Copenhagenize your city

  • Umziehen nach Düsseldorf und Angebot annehmen solange es noch geht !

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