Violinisten

Es müsse Schluss damit sein, dass Musiker auf Teile ihres Gehalts verzichteten, um Orchester am Leben zu halten, so die Musikergewerkschaft DOV.

(Foto: dpa)

Orchester-Gewerkschaft Klassik im Trend – aber weniger Stellen

Klassik wird immer beliebter: Davon zeugen nicht nur neue und aufwändige Veranstaltungshäuser, sondern auch eine steigende Nachfrage nach Orchester-Besuchen. Dennoch: Mehr Geld kommt bei den Musizierenden nicht an.
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BerlinNach Jahren der Fusionen und Stellenstreichungen blüht die deutsche Orchesterlandschaft laut der Musikergewerkschaft DOV wieder auf. Die Zahl der Planstellen gehe zwar weiter zurück. Neue Säle wie die Hamburger Elbphilharmonie oder der Boulez-Saal in Berlin sowie geplante oder laufende Renovierungen von Konzert- und Opernhäusern in München, Frankfurt oder Köln sind nach Angaben der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) Beispiele für eine Trendwende in der Wahrnehmung klassischer Musik. Die Orchester verzeichneten eine wachsende Zahl von Zuhörern und Abonnenten.

Angesichts voller öffentlicher Kassen und Haushaltsüberschüssen müsse nun mehr Geld auch bei den Orchestern ankommen, sagte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens am Dienstag in Berlin. Es müsse Schluss damit sein, dass Musiker auf Teile ihres Gehalts verzichteten, um Orchester am Leben zu halten.

Nach den Fusionen der SWR-Orchester aus Baden-Baden/Freiburg und Stuttgart sowie der Thüringen Philharmonie Gotha und der Landeskapelle Eisenach gebe es heute 129 Berufsorchester bundesweit. Die Stellenzahl ging von 9.816 (2016) auf 9.746 zurück. Seit der deutschen Vereinigung seien 39 Orchester verschwunden.

Als Beispiele für die positive Entwicklung nennt der DOV die jüngst wieder eröffnete Berliner Staatsoper, wo die Auslastung bei 94 Prozent liegt - auch nach dem jahrelangen „Exil“ im Schiller Theater. Wegweisend seien auch die Duisburger Philharmoniker mit einem Rekord von 35 000 Besuchern in der vergangenen Saison sowie die Tonhalle Düsseldorf, die bei 260.000 Zuhörern fast zu 100 Prozent ausverkauft war.

  • dpa
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