Papst in Peru Franziskus und der nächste Skandal

Von Chile nach Peru: Der Pontifex hat seinen Besuch in Lateinamerika fortgesetzt. Auch in Peru wollte er sich mit Ureinwohnern treffen. Überschattet werden dürfte die geplante Agenda von sexuellen Missbrauchsskandalen.
Kommentieren

Pferd wirft Reiterin ab – Papst bremst für Polizistin

InquiquePapst Franziskus ist für einen viertägigen Besuch in Peru gelandet. Sein aus Chile kommendes Flugzeug erreichte Lima am Donnerstagnachmittag. Auf der Agenda standen Treffen mit indigenen Gruppen sowie mit dem im Volk umstrittenen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski. Kurz vor seiner Abreise aus Chile brüskierte er viele Landsleute durch eine Aussage über sexuellen Missbrauch - sie könnte Auswirkungen bis nach Peru haben.

Der Papst hatte Vorwürfe, der chilenische Bischof Juan Barros habe einen pädophilen Priester namens Fernando Karadima geschützt, als Rufmord beschrieben. „Es gibt kein einziges Beweisstück (gegen Barros)“, so Franziskus. Seit seiner Entscheidung 2015, Barros zum Bischof zu ernennen, gibt es Kritik daran.

Ein deutlichster Gegner von Barros, Juan Carlos Cruz, twitterte nach Franziskus' Aussage: „Als ob ich ein Selfie oder ein Foto hätte machen können, während Karadima mich und andere missbraucht und Juan Barros daneben gestanden und zugesehen hat.“ Der Papst spreche vor Opfern von Vergebung, aber nichts habe sich verändert. „Seine Bitte um Vergebung ist leer.“ Der Vatikan hatte Karadima 2011 wegen jahrzehntelangen Missbrauchs von Minderjährigen schuldig gesprochen.

Auch in Peru dürfte Franziskus unter Druck stehen, einen Skandal um sexuellen Missbrauch in der Kirche anzusprechen. Es gibt Vorwürfe von Missbrauch innerhalb einer katholischen Laienbewegung, der Sodalitium Christianae Vitae. Der Vatikan übernahm vergangene Woche die Kontrolle über die SCV. Peruanische Staatsanwälte hatten zuvor bekanntgegeben, dass sie die Verhaftung des Gründers von SCV, Luis Figari, wollten. Viele der Vorwürfe gegen Figari wurden von einer Untersuchung des Vatikans bestätigt. Einige Opfer von SCV hatten den Umgang des Vatikans mit dem Fall öffentlich kritisiert.

Ob Franziskus das Missbrauchsthema in Peru direkt angehen wird, ist unklar. Auch darüber hinaus stehen politisch heikle Gespräche an: Die Ureinwohner vom Amazonas erhoffen sich von Franziskus, dass er in Gesprächen mit der Regierung auf die Landrechte der Indigenen pocht und die Politik auffordert, mehr für die Umwelt zu tun. Außerdem hat Franziskus' voraussichtlicher Gesprächspartner Kuczynski gerade einen schweren Stand in der Bevölkerung. Dass er den früheren Präsidenten Alberto Fujimori Ende Dezember begnadigte, hatte für Empörung und Entsetzen gesorgt. Fujimoris vorzeitige Entlassung aus der Haft riss alte Wunden eines blutigen Kapitels in der Geschichte Perus auf - es gab Demonstrationen gegen die Regierung.

  • ap
Startseite

Mehr zu: Papst in Peru - Franziskus und der nächste Skandal

0 Kommentare zu "Papst in Peru: Franziskus und der nächste Skandal"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%