Papst nimmt Rücktritt an Tebartz-van Elst kehrt nicht nach Limburg zurück

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Generalvikar dankt Tebartz-van Elst

„Gut, dass der Papst eine Entscheidung herbeigeführt hat“

Den Skandal um den Limburger Bischofssitz hatte im August 2013 ein Protestbrief Frankfurter Katholiken an ihren Oberhirten eingeläutet. Einen Höhepunkt erreichte die Krise im Bistum im Oktober, als klar wurde, dass der umstrittene neue Bischofssitz auf dem Limburger Domberg mindestens 31 Millionen Euro kostet. Ursprünglich war von rund fünf Millionen Euro die Rede.

Die von der Bischofskonferenz berufene Expertenkommission sollte den Bau auf dem Domberg detailliert prüfen. Nach früheren Medienangaben enthält der Abschlussbericht keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Vergehen des Bischofs. Der Bericht lag dem Vatikan seit Anfang März vor, nach Angaben des „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Online) sollte er noch am Mittwoch veröffentlicht werden.

Weihbischof Grothe wird laut dem Limburger Bistum Wolfgang Rösch zu seinem Ständigen Vertreter ernennen. Rösch war zuvor Stadtdekan in Wiesbaden gewesen und hatte die Diözese in Tebartz' Abwesenheit geleitet. In einer Pressemitteilung des Bistums Limburg begrüßt der Generalvikar die Entscheidung des Vatikans, Manfred Grothe mit der Leitung des Bistums zu beauftragen. Er sehe es als „klares Signal zur Fortsetzung der Aufarbeitung der Geschehnisse“. Das Bistum könne gereift und gestärkt aus der Affäre hervorgehen.

Rösch dankte Tebartz-van Elst zudem für seinen Dienst in Limburg: „Bischof Tebartz-van Elst hat sich in den vergangenen Jahren nicht geschont. Er war viel im Bistum unterwegs, hat den Menschen unermüdlich die Sakramente gespendet, von der Liebe Gottes gesprochen und den Blick immer wieder auf die Fundamente unseres Glaubens gerichtet. Wir wünschen ihm Gottes Segen für seinen weiteren Weg“, so der Generalvikar.

Das Bistum hat nach eigenen Angaben sichergestellt, dass die Finanzgeschäfte und Investitionsvorhaben des Bischöflichen Stuhls wieder aus dem Ordinariat geführt würden und nun in der Verantwortung des Finanzdezernats lägen. Im Rahmen der finanziellen und rechtlichen Aufarbeitungen sei zudem ein kirchenrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben worden.

Noch vor der Sommerpause 2014 beabsichtigt das Domkapitel, das Vermögen und die finanziellen Verpflichtungen des Bistums Limburg offenzulegen.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Papst nimmt Rücktritt an: Tebartz-van Elst kehrt nicht nach Limburg zurück"

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  • Man mag von der Amtskirche halten was man will, aber mit dem Fall hat sie der Politik eine Blaupause geliefert und zur Entscheidungsfähigkeit zurück gefunden.

    Die Politik sollte sich daran ein Beispiel nehmen und ihrerseits "auskehren"!

    Wo?
    Ganz einfach. Die Beanstandungen der Rechnungshöfe und die Berichte des Steuerzahlerbundes zur Hand nehmen und die Herrschaften markieren und neue Aufgaben zuweisen. Die reinilichkeit vieler Städte lässt ohnehin zu wünschen übrig.

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