Petersdom schließt für Gläubige Vatikan wappnet sich für Papst-Begräbnis

Seite 2 von 3:
Millionen Menschen haben den Petersdom besucht, um noch einmal den aufgebahrten Leichnam von Papst Johannes Paul II. zu sehen. Foto: dpa

Millionen Menschen haben den Petersdom besucht, um noch einmal den aufgebahrten Leichnam von Papst Johannes Paul II. zu sehen. Foto: dpa

Als erster ranghoher Trauergast nahm US-Präsident George W. Bush, den der Papst wegen des Irak-Krieges scharf kritisiert hatte, in der Nacht zum Donnerstag vom aufgebahrten Kirchenführer im Petersdom Abschied. Bush, seine Frau Laura und sein Vater, Ex-Präsident George Bush, knieten mehr als fünf Minuten vor dem Toten. Ungeachtet strenger US-Sicherheitsanforderungen zogen die Pilger währenddessen weiter am Papst vorbei. In Rom hieß es, der Vatikan habe darauf bestanden. Auch Außenministerin Condoleezza Rice und Ex-Präsident Bill Clinton waren dabei.

Bundespräsident Horst Köhler flog nach Rom und wollte dem Toten noch am Abend die letzte Ehre erweisen. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer machten sich Donnerstagabend auf den Weg in die Ewige Stadt. Der deutschen Delegationen gehören die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) an.

Nach Angaben der Sicherheitsbehörden in Rom gibt es für die Feierlichkeiten keine erhöhte Terrorgefahr. Es lägen keine „konkreten und unmittelbaren Warnungen“ vor. Allein zum Schutz der 200 Staatsgäste sind über 1500 italienische Sicherheitsbeamte mobilisiert, insgesamt sind es am Freitag 15 000 Sicherheitskräfte. Der Luftraum ist gesperrt, Flugabwehrraketen sind in Stellung gebracht.

Der größte christliche Pilgerstrom der Geschichte verlief bis Donnerstagabend ohne Zwischenfälle. Die Behörden der Ewigen Stadt sprachen offiziell von mehr als zwei Mill. Gläubigen allein am Donnerstag. Bei der Beerdigung sollen es bis zu vier Mill. sein. Allein aus der polnischen Heimat des Papstes kamen über eine Millon, hieß es. „Rom befindet sich nicht im Notstand“, sagte Präfekt Achille Serra. „Die Lage ist unter Kontrolle.“ Rund um den Petersplatz sind etwa 600 Ärzte und Sanitätshelfer im Dauereinsatz. Viele Menschen wurden wegen Herz-Kreislauf-Problemen behandelt. Tausende schliefen in Zeltstädten, viele aber auch auf der Straße.

Der Papst war rund drei Tage und Nächte im Petersdom aufgebahrt. Mindestens zwei Mill. zogen an dem Leichnam vorbei. Am Abend sollten die Tore der Kirche geschlossen werden. Um Chaos in den kilometerlangen Warteschlangen während der letzten Stunden der Öffnung zu vermeiden, ließ der Zivilschutz zeitweise keine neuen Pilger mehr in die Menschenschlange. Neu eintreffende Gläubige wurden aufgerufen, die Innenstadt zu meiden. „Der Vatikan kann keine weiteren Menschen mehr verkraften.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%