Psychologie Was anfällig für Fake News macht

In der Welt kursieren viele Geschichten, die offensichtlich falsch sind, an die trotzdem viele Menschen glauben. Wie kann das sein? US-Psychologen haben eine Theorie dazu entwickelt.
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Die Identität mit der eigenen sozialen Gruppe, etwa Mitgliedern einer Partei, werde als wichtiger eingeschätzt als Werte wie Genauigkeit oder Wahrhaftigkeit. Quelle: imago/Levine-Roberts
Kampf um die Wahrheit

Die Identität mit der eigenen sozialen Gruppe, etwa Mitgliedern einer Partei, werde als wichtiger eingeschätzt als Werte wie Genauigkeit oder Wahrhaftigkeit.

(Foto: imago/Levine-Roberts)

New YorkBilder von der Amtseinführung des US-Präsidenten Donald Trump zeigten deutlich, dass weniger Menschen vor Ort waren als bei der Amtseinführung von Trumps Vorgänger Barack Obama. Dennoch beharrte der Sprecher des Weißen Hauses Sean Spicer: „Das war das größte Publikum, das je einer Amtseinführung beiwohnte“. Viele Menschen glaubten ihm das. Aber warum? US-Psychologen haben eine Theorie dazu entwickelt.

Falschmeldungen – Fake News – werden demnach von Menschen geglaubt, die ihre politischen Überzeugungen oder ihre Zugehörigkeit zu einer politischen Partei höher bewerten als das Ziel, genau zu sein. Im Fall der Amtseinführung sei den Betroffenen die Zugehörigkeit zur republikanischen Partei und der damit verbundene soziale Status wichtiger als Genauigkeit in der Sache, erklären Jay Van Bavel und Andrea Pereira von der University of New York.

Ihre Hypothese stellen sie im Fachmagazin „Trends in Cognitive Sciences“ vor. Sie basiert unter anderem auf der Theorie der sozialen Identität, die sich mit Gruppenprozessen befasst. „Eine wirklich hochwertige Nachrichtenquelle ist nicht so wichtig, wenn wir glauben, dass die Menschen, die sie produzieren, einer anderen Gruppe angehören als wir“, erklärt Van Bavel.

Fake News vs. wahre Politik – quo vadis Demokratie?

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Die Forscher führen diese Denkweise darauf zurück, dass in langen Zeiten der menschlichen Entwicklung die Stammeszugehörigkeit des Menschen von entscheidender Bedeutung war. Deshalb werde die Identität mit der eigenen sozialen Gruppe, etwa Mitgliedern einer Partei, als wichtiger eingeschätzt als Werte wie Genauigkeit oder Wahrhaftigkeit.

Die Forscher machen Vorschläge, wie diese Denkweise durchbrochen werden kann: Wichtig sei, die Bedürfnisse nach gesellschaftlicher Anerkennung bei den Betroffenen zu berücksichtigen. „Die Menschen empfinden Unsicherheit im Allgemeinen als Unlust erzeugend und herauszufinden, dass du eine falsche Überzeugung hast, kann deine Identität bedrohen“, schreiben die Psychologen.

Sie empfehlen, sich bei der Argumentation auf eine größere Mengengruppe zu beziehen: alle Amerikaner oder gar alle Menschen; oder auf Kritiker in der Partei des Betroffenen. Eine weitere Möglichkeit, politische Polarisierung zu reduzieren, sehen die Wissenschaftler darin, den Menschen ihre Ignoranz gegenüber politischen Details bewusst zu machen. Dies geschehe dann, wenn sie aufgefordert würden, diese Details genau zu erklären.

Die Argumentation sei zwar nicht falsch, aber auch nicht neu, kritisiert Thomas Kliche, Politikpsychologe von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Ihn stört, dass Van Bavel und Pereira Parteizugehörigkeit und Weltanschauung weitgehend gleichsetzen. „Wenn dies der Fall wäre, gäbe es in Deutschland nicht die Krise der SPD“, betont Kliche. Für ihn sind die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Umbrüche vielmehr ein Ausdruck tiefer Verunsicherung durch Herausforderungen wie Globalisierung und Digitalisierung.

Kliche plädiert dafür, die bewusste und verantwortliche Auseinandersetzung mit Entscheidungs- und Gestaltungsfragen in allen Lebensbereichen zu fördern, etwa durch Partizipation, mitarbeiterorientierte Führung oder Stärkung der Politischen Bildung. Auch eine Stärkung der Fähigkeit, mit offenen Situationen und Mehrdeutigkeiten klarzukommen, sei unabdingbar.

Zudem müsse die Politik neue Strategien für Veränderungskommunikation entwickeln: Zwar sei es vor Wahlen riskant, langfristige Herausforderungen und schwierige Lösungswege offen zu durchdenken, so Kliche. Dennoch sei dies notwendig, um eine blinde Selbstzerstörung der Gesellschaft zu verhindern.


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  • dpa
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1 Kommentar zu "Psychologie: Was anfällig für Fake News macht"

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  • PSYCHOLOGIE
    Was anfällig für Fake News macht
    In der Welt kursieren viele Geschichten, die offensichtlich falsch sind, an die trotzdem viele Menschen glauben. Wie kann das sein? US-Psychologen haben eine Theorie dazu entwickelt.

    ......................

    WARUM IMMER USA ?

    BLEIBEN WIR IN DEUTSCHLAND und dann sehen wir die Auswahl aus den 6 Lieder für den ESC für LISSABON 2018 uns im deutschen TV an.

    EINE SCHANDE FÜR DEUTSCHLAND SOLCH EINE AUSWAHL AUFZUSTELLEN !

    Doch darüber keinerlei Kritik nirgends zu lesen, nur lediglich über die schlechte Witze derer zwei Personen die leider solch ein Trauriges Programm vorführen mußten.

    BESSER FÜR DEUTSCHLAND, DEUTSCHLAND SAGT IN LISSABON 2018 AB und redet sich aus es sei wegen GRIPPE !

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