Schimmelbildung Verbraucherzentrale warnt vor abgepacktem Käse

Die Verbraucherzentrale Bayern hat Schnittkäse aus dem Supermarkt untersuchen lassen. Ergebnis: Ein Großteil ist vor Ablauf der Haltbarkeitsgrenze verschimmelt. Die Verbraucherschützer warnen vor dem Verzehr.
6 Kommentare
Käse aus dem Supermarkt ist laut Verbraucherschützern oft schon vor Ablauf der Haltbarkeitsgrenze verschimmtelt. Quelle: ap

Käse aus dem Supermarkt ist laut Verbraucherschützern oft schon vor Ablauf der Haltbarkeitsgrenze verschimmtelt.

(Foto: ap)

BerlinSchnittkäse aus dem Supermarkt ist häufig schon vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verschimmelt und sollte nicht verzehrt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Bayern, wie die "Welt am Sonntag" berichtete. Die Verbraucherschützer kauften demnach im Großraum München 40 verschiedene Käsesorten im Handel und ließen sie beim Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung in Weihenstephan untersuchen. Ein Großteil der Käse war vor Ablauf der aufgedruckten Haltbarkeitsgrenze verschimmelt.
Der DNA-Analyse zufolge war bis auf einen Fall zwar keiner der gefundenen Schimmelpilze gesundheitsgefährdend, wie die "Welt am Sonntag" berichtete. Weil eine Unterscheidung zwischen harmlos und gesundheitsgefährdend per Augenschein aber nicht möglich sei, rate die Verbraucherzentrale, verschimmelten Käse generell nicht zu verzehren. Stattdessen sollten Verbraucher die mangelhafte Ware beim Händler reklamieren.

Die Wahrheit über die größten Ernährungsmythen
Gemüse aus dem Knoblauchsland Nürnberg
1 von 9

Frisches Gemüse ist besser als Tiefgekühltes

Diese Aussage stimmt eindeutig nicht. Tiefkühlkost kann unter Umständen sogar gesünder sein als frische Lebensmittel. Das Gemüse, das im Tiefkühlfach landet, wird oft frisch vom Feld schockgefroren. Dadurch bleiben viele Vitamine erhalten, die licht-, luft- und wärmeempfindlich sind. Bei frischem Gemüse kann es hingegen vorkommen, dass es über Tage hinweg in Kisten Lagert und dadurch einen Großteil seines Vitamingehalts einbüßt.

Spinatverarbeitung in Manschnow
2 von 9

Spinat und Pilze darf man nicht aufwärmen

Es ist nicht falsch, dass gerade Pilze und Spinat giftige Stoffe bilden können, wenn sie lange Zeit im Warmen stehen. Bewahrt man das Pilz- oder Spinatgericht aber vor dem Aufwärmen im Kühlschrank auf, ist ein zügiges Aufwärmen unbedenklich. Also ruhig einen zweiten Tag Spinat-Lasagne.

Genkartoffel Amflora
3 von 9

Kartoffeln machen dick

Wer meint, Kartoffeln seien ein richtiger Dickmacher, der ist einem Ernährungsirrtum aufgesessen. Die Erdäpfel selbst machen nämlich nicht dick, sondern die Zusätze, die bei der Zubereitung hinzukommen, wie etwa Fett. So hat eine Portion gekochte Kartoffeln 105 Kalorien, während Pommes frites bereits 369 Kalorien haben.

Lebensmittelsiegel
4 von 9

Öko-Lebensmittel sind gesünder

Essen mit dem Biosiegel ist nicht unbedingt gesünder, wie eine aktuelle Studie ergeben hat. Laut einer Analyse der Stanford University, die in der Fachzeitschrift "Annals of Internal Medicine" veröffentlicht wurde, sind biologische Lebensmittel kaum oder gar nicht nährstoffreicher. Ebenso sollen sie ein kaum geringeres Gesundheitsrisiko bergen.

Lediglich das Risiko, dass Obst und Gemüse Pflanzenschutzmittel beinhalten, sinkt damit. Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch die Wissenschaftlerin Dena M. Bravata. Weder Vitamingehalt noch Krankheitserreger waren in dem einen oder anderen – Bio oder nicht – zu einem höheren Teil vorhanden.

Sensorikseminar für Weingenießer
5 von 9

Alkoholgenuss ist schädlich

Nicht immer. Wer Alkohol in Maßen trinkt, lebt womöglich gar gesünder. Das sagen jedenfalls verschiedene Wissenschaftler. Grund dafür: Ein gemäßigter Alkoholkonsum kann das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen verringern, indem er die Gefäße vor Ablagerungen schützt und das Blut dünner macht. Deshalb sollen Menschen mit einem moderaten Alkoholkonsum ein um 20 Prozent geringeres Risiko haben, an solchen Erkrankungen zu sterben, als Abstinenzler. Was „moderat“ genau bedeutet, bleibt dabei ungeklärt.

Illustration zu Gaspreisen
6 von 9

Kochen zerstört Nährstoffe

Ein klares Jein: Beim Kochen können bestimmte Nährstoffe zerstört werden. Das ist richtig. So werden im Kochtopf Vitamine abgebaut und wasserlösliche Substanzen ausgelaugt. Allerdings sind andererseits auch einige Nährstoffe nur durch Garen für den Körper verfügbar.

Auch nicht zu vergessen: Durch das Erhitzen bestimmter Lebensmittel werden Keime und ungünstige Stoffe auch unschädlich gemacht. Nur auf Rohkost zu setzen, ist deshalb auch falsch: Diese ist nämlich schwer verdaulich. Zur Abwechslung weiterhin auch mal gekochtes Gemüse kann also nicht schaden.

-
7 von 9

Margarine ist besser als Butter

Butter ist als Cholesterin-Bombe verschrien, die Herzkreislauf-Erkrankungen begünstigt. Fakt ist aber: Butter ist ein natürliches Lebensmittel. Das Gemisch besteht aus allen nur erdenklichen Fettsäuren. Außerdem kann Butter sogar in gewissem Maß gut fürs Herz sein: Sie kann den Anteil an herzschützendem Cholesterin im Körper verstärken.

Als besonders schimmelanfällig erwiesen sich dem Bericht zufolge vom Handel selbst vorgeschnittene Käse, die in Selbstbedienungstheken zum Verkauf angeboten wurden. Von den 25 untersuchten Käseproben dieser Kategorie waren 60 Prozent vorzeitig verschimmelt. Deutlich besser hielt sich dagegen Käse, der bereits beim Hersteller in Schutzatmosphäre verpackt wurde. Bei ihnen fanden die Forscher lediglich in 20 Prozent der Proben vorzeitige Schimmelbildung.

"Das Mindesthaltbarkeitsdatum von frisch geschnittenem Käse muss von den Anbietern realistisch nachgebessert werden", forderte Marion Breithaupt-Endres von der Verbraucherzentrale Bayern. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels erklärte gegenüber der Zeitung, die beanstandete Schimmelproblematik könne auftreten, wenn bei der Portionierung Edelschimmel auf andere Käsesorten überspringe.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • afp
Startseite

Mehr zu: Schimmelbildung - Verbraucherzentrale warnt vor abgepacktem Käse

6 Kommentare zu "Schimmelbildung: Verbraucherzentrale warnt vor abgepacktem Käse"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich kaufe meinen Käse normalerweise im Stück. Wenn ich dann in meiner Käsebox im Kühlschrank den normalen Käse zusammen mit dem Edelschimmelummantelten Käse lagere, habe ich nach einigen Tagen auch auf meinem normalen Käse einen "Edelschimmelrasen". Dieser Schimmel auf meinem normalen Käse ist nicht gesundheitsschädlich und folglich kein Grund, den Käse zu entsorgen.
    Wenn ich aber abgepackten Schnittkäse kaufe und darauf Schimmel entdekce, weiß ich nicht, welche Art SChimmel das ist und ich muss den Käse en sicherheitshalber entsorgen.

  • Seit ich bei einer Packung Schnittkäse von einem bekannten Discounter direkt nach dem Öffnen einen kompletten Handabruck auf der obersten Scheibe vorgefunden habe und selbst regelmässig frühzeitig verschimmelten Käse erlebt habe, meide ich Schnittkäse und kaufe lieber im Stück... Es ist mir unverständlich, warum offenbar elementare Hygieneregeln immer wieder verletzt werden.

  • Das HB könnte auch titeln "...warnt vor dem Einsatz von Käseglocken", hätte denselben faktischen Nutzwert.

    Denn selbstverständlich verteilen sich die Sporen von Edelschimmeln lebender Käse gleichmäßig über alle anwesenden Sorten, sobald die miteinander im selben "Luftraum" verarbeitet oder präsentiert werden.

    Nur der künstlich zusammengebraute Müll bleibt dagegen immun. Denn da lebt ja von Anfang an nichts drin und nichts drauf.

    Kann's sein, daß dieser Artikel eine lancierte Schleichwerbung für diesen chemisch normierten Euro-Käse-Ersatz ist?

  • Nein sie warnen vor "vom Handel selbst vorgeschnittenem Käse, der (natürlich abgepackt) in SELBSTBEDIENUNGStheken zum Verkauf angeboten wurde.


  • ... und wieder wird eine "Gesundheitsgefahr" als "Sau durchs Dorf getrieben".
    *
    Die Zeitungen haben offenbar keine realen Probleme mehr über die sie berichten könnten.
    *
    Das Leben an sich ist doch schon gefähtlich und mir kann auch ein Dachziegel auf den Kopf fallen. Trotzdem gehe ich aber noch auf die Straße.

  • Die Überschrift passt wohl kaum zum restlichen Text. Die warnen, logischerweise, noch viel mehr vor offener Ware.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%