Sonne, Hitze und Gewitter Sahara-Sommer wird zum Wetter-Wechselspiel

„Das Wechselspiel geht weiter“: Der Hitzerekord geht weiter und selbst die Tropennächte bleiben ohne Abkühlung. Der Sommer hat gezeigt, was er kann und alle Rekorde gebrochen. Geht das jetzt so weiter?
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Blitze zucken über dem Hafen von Rostock: Die Hitzewelle bringt Gewitter mit sich. Quelle: dpa
Wärmegewitter über Norddeutschland

Blitze zucken über dem Hafen von Rostock: Die Hitzewelle bringt Gewitter mit sich.

(Foto: dpa)

OffenbachKleiner Trost für Hitzegeplagte: Auch wenn es an diesem Dienstag vor allem im Südwesten Deutschlands noch einmal richtig heiß wird, ist ab Mittwoch Abkühlung in Sicht. Sorgen, dass der neue Hitzerekord vom Sonntag mit 40,3 Grad im bayerischen Kitzingen zwangsläufig Auftakt zu einem Sahara-Sommer ist, brauchen sich die Menschen in Deutschland vorerst nicht zu machen.

„Das heiße Wochenende lässt keine Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf des Sommers zu“, erklärt der Meteorologe Helge Tuschy vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Es muss also nicht so heiß weitergehen wie bisher, kann es aber. „Wenn man an die Siebenschläfer-Regel denkt, kann es passieren, dass wir immer wieder heiße Einschübe bekommen“, sagt der Wetterexperte.

Dass der Siebenschläfertag (27. Juni) das Wetter der folgenden sieben Wochen bestimmt, wie in Bauernregeln überliefert, ist aus Sicht der modernen Meteorologie kaum zu halten. Für die Wetterregel betrachten die Meteorologen nicht einen einzelnen Tag, sondern den Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli. In diesen Tagen stabilisiert sich oft die Großwetterlage und bleibt für einige Wochen bestehen. Und an den betreffenden Tage war es - alle haben es bemerkt - oft heiß.

So gefährlich ist die Sommerhitze

Die Rekordhitze vom Wochenende hängt nach Tuschys Worten damit zusammen, dass außergewöhnlich viel heiße Luft aus Nordafrika auf der Vorderseite eines Tiefdruckgebiets nach Deutschland gepumpt wurde. Hitzeperioden „gehören zu einem mitteleuropäischen Sommer dazu“, sagt er. Verlässliche längerfristige Prognosen über den weiteren Sommerverlauf sind laut DWD unmöglich. Nach der Abkühlung ab der Wochenmitte werde es auch wieder wärmere Phasen geben. „Das Wechselspiel geht erst einmal weiter“, sagt der Wetterexperte.

Der neue Hitzerekord von 40,3 Grad ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Zuvor hatte der Temperaturrekord laut DWD in Deutschland bei 40,2 Grad gelegen - gemessen zweimal 2003 in Karlsruhe (und zwar erst im August) sowie 1983 im oberpfälzischen Gärmersdorf (erst Ende Juli).

Nach der kleinen Abkühlung vom Montag zeigt der Sommer an diesem Dienstag noch einmal, was er kann. Während es an den Küsten mit Temperaturen von 27 Grad recht angenehm wird, kommen vor allem die Menschen im Südwesten noch einmal richtig ins Schwitzen. Bis zu 37 Grad soll es am Oberrhein heiß werden.

Was bei Hitze für Erleichterung sorgt
1. Tipp: Viel trinken
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Ein Straßenbauarbeiter trinkt unter der Mittagssonne aus einer Wasserflasche: Dehydration kann zu Herz-Kreislaufproblemen führen. In den heißen Monaten ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig. Bei Hitze sondert der Körper Schweiß ab. Damit das natürliche Abkühlungssystem funktioniert, muss immer genügend Flüssigkeit vorhanden sein, rät die Carstens Stiftung.

2. Tipp: Ins kühle Nass
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Kinder toben auf einer Holzinsel und in einem Schlauchboot im Heiseder See bei Sarstedt in Niedersachsen: Bei Temperaturen über der 30-Grad-Marke gibt es nichts Schöneres, als einfach ins kühle Nass zu springen. Eine etwas andere Abkühlung sollten Sie sich ebenfalls regelmäßig gönnen.

3. Tipp: Salbei
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Eine Biene auf einer Salbeiblüte: Es gibt Hinweise darauf, dass Salbei-Tee die Intensität von Hitzewallungen verringert. Wer sich mit dem Geschmack nicht anfreunden kann, findet in Zitronenverbene oder Pfefferminze lohnende Alternativen.

4. Tipp: Nass machen
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Abkühlung im Brunnen: Für eine kleine Erfrischung zwischendurch sorgt das kalte Armbad, auch „kneipp'scher Espresso“ genannt. Dazu erst den linken und dann den rechten Arm circa 20 Sekunden in das Waschbecken mit kaltem Leitungswasser tauchen. Die Arme dabei leicht bewegen. Beide Arme danach aus dem Wasser nehmen und nur leicht abstreifen.

5. Tipp: Liegestuhl
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Ein Besucher der Landesgartenschau döst in einem Liegestuhl in der Sonne: Die erste und einfachste Selbsthilfemöglichkeit ist es, die Beine hochzulegen. Genügt das nicht, sollte die Blutzirkulation weiter angeregt werden, etwa durch kalte Güsse, kalte Beinwickel oder langsame Gymnastik – am besten im Wasser.

6. Tipp: Sonnenschutz
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Ein Rentnerpaar genießt den Sommer in Konstanz: Insbesondere für Babys und Kleinkinder ist eine Kopfbedeckung in der Sonne obligatorisch. Im Sommer können lange, dünne Ärmel sinnvoll sein. Bei einem Aufenthalt in der Sonne zur Mittagszeit unterstützen leichte Stoffe den Körper in der Regulation seines Wärmehaushaltes.

7. Tipp: Leichte Kost
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Wassermelonen: Kühlende und mineralhaltige Lebensmittel sollten bei großer Hitze gegenüber schwerer Kost bevorzugt werden. Insbesondere Tomaten, Gurken und Melonen haben eine kühlende Wirkung, ähnlich wie Ananas, Blattsalate, Kefir, Joghurt und Quark.

In der Nacht zum Mittwoch ziehen von Westen teils schwere Gewitter mit Hagel, Starkregen und orkanartigen Sturmböen über Deutschland hinweg. Der Wetterumschwung sorgt dafür, dass viele hitzegeplante Menschen dann wieder einmal durchatmen können.

Die Höchsttemperaturen reichen am Mittwoch von nur noch 19 Grad an der Nordsee und in höheren Mittelgebirgslagen bis zu 27 Grad im Süden. Auch am Donnerstag bleibt es mit Tageshöchsttemperaturen von 16 Grad im Norden bis zu 25 Grad im Süden vergleichsweise frisch. An beiden Tagen ist mit Schauern und Gewittern zu rechnen.

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  • dpa
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