Tarifverhandlungen Erneut Streiks an Flughäfen Düsseldorf und Hamburg

An den Flughäfen Düsseldorf und Hamburg soll es am Donnerstag erneut ganztägige Streiks geben. Das kündigt die Gewerkschaft Verdi an. Die Fronten in den Tarifverhandlungen sind verhärtet.
Update: 13.02.2013 - 19:04 Uhr 12 Kommentare
Bei einem zweitägigen Ausstand an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn waren vor zwei Wochen Hunderte Flüge ausgefallen und Zehntausende Fluggäste betroffen. Quelle: dpa

Bei einem zweitägigen Ausstand an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn waren vor zwei Wochen Hunderte Flüge ausgefallen und Zehntausende Fluggäste betroffen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/HamburgPassagiere am Düsseldorfer und Hamburger Flughafen müssen sich am Donnerstag auf Behinderungen einstellen. Im Tarifstreit der Airport-Sicherheitsleute rief die Gewerkschaft Verdi nach einer rund dreiwöchigen Verschnaufpause erneut einen Streik aus. Verdi kündigte am Mittwoch an, die privaten Sicherheitsdienste seien mit Beginn der Morgenschicht bis Mitternacht zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Die Beschäftigten hätten "momentan keine andere Wahl als zu streiken". Nach einer zweiten Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag seien die Tarifparteien "ergebnislos" auseinandergegangen, sagte ein Verdi-Sprecher in Düsseldorf.

Die Fluggesellschaften werden nach Angaben des Hamburger Flughafens "voraussichtlich einen Großteil der für Donnerstag geplanten Flüge streichen". Daher sollten sich Passagiere bereits vor der Anreise zum Flughafen bei ihren Airlines über den aktuellen Flugstatus informieren. In Hamburg seien 179 Abflüge geplant. Etwa 17.200 Passagiere dürften von dem Streik betroffen sein.

Die Gewerkschaft will die Mitarbeiter der privaten Sicherheitsbranche nach eigenen Worten "aus dem Niedriglohnsektor befreien". Nach Schätzungen der Betriebsräte arbeiteten mehr als 70 Prozent in der untersten Lohngruppe für 8,23 Euro brutto je Stunde. "Davon bleiben im Monat ganze 983 Euro netto übrig", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker. Flugassistenten, die eine hohe Verantwortung für den Schutz vor Terroranschlägen hätten, bekämen 1332 Euro netto heraus. Das habe mit angemessener Bezahlung nichts zu tun.

Verdi fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro je Stunde. Für die 24.000 Beschäftigten der untersten Lohngruppe bieten die Arbeitgeber bisher lediglich 40 Cent mehr an. Die Hamburger Kollegen fordern 2,70 Euro mehr Lohn für die rund 600 Luftsicherheitsassistenten. "Wir müssen vor Beginn der Urlaubssaison zu Potte kommen", sagte ein Sprecher. "Wir würden daher die Streiks abblasen, sollten die Arbeitgeber am Donnerstag bis 14.00 Uhr ein verbessertes Angebot abgeben." Das liegt bislang bei 0,95 Euro.

Am 25. Januar hatte der zweite Streiktag allein am Düsseldorfer Flughafen für Behinderungen gesorgt. 131 Flüge von insgesamt 560 geplanten Verbindungen wurden gestrichen.

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12 Kommentare zu "Tarifverhandlungen: Erneut Streiks an Flughäfen Düsseldorf und Hamburg"

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  • Herr Huhn, sind die Damen und Herren von Securitas, etc. denn gezwungen worden, diesen Job zu übernehmen? Warum nehmen sie denn einen (angeblich) schlecht bezahlten Job an, und - erst, wenn sie einen Vertrag haben - fangen sie an, mehr zu wollen. Irgendwie finde ich das inkonsequent.

  • Ich würde mal euch sehen wollen. Mit so wenig Geld . Nur 2 Tage und in Deutschland bricht eine neue Krankmeldungs Record .. Tzz... Ihr hab doch garkeine Ahnung was unten passiert ! Müssen sich für Leute bücken die noch nie das Wort Deo gehört haben. Einige kommen mit raushängendem Klopapier durch die Kontrolle und wundern sich. Tja und jeder der da arbeitet hat eine ausbildung von über 3 Jahren sonst kommt man da nicht rein. Ich hoffe die die sich aufregen und keine Ahnung habe sollten noch länger im Auf dem Boden bleiben und hoffentlich starr vom stehen werden . Leute 30 % Lohn ist gerechtfertigt bei 11 € Stundenlohn . Wenn Ärzte die im Monat bis zu 6000. Net verdienen und dann 30 % fordern ..... Das ist nicht gerecht. Es geht hier um lächerliche Beträge die aber für einige überlebenswichtig ist und deswegen muss gestreikt werden.

  • Besser ein geschniegelter Lackaffe, der täglich Leistung bringen muss, als beamtengleiches Personal, das immer noch glaubt, mit Erpressung liese sich Geld verdienen.

  • Bei der Flughafen-Kundschaft ist doch nun wirklich Luft nach oben. Guckt euch doch die geschniegelten Lackaffen an, die ihre Designerkoffer durch die Hallen rollern. Was schert es die, wenn die zehn Euro mehr zahlen? Das arme Schwein an der Kontrolle, dass sich den ganzen Tag lang schief angucken lassen muss, sieht seine Familie nur in Schichten, und keiner kann sich vorstellen, was da am Monatsende gespart werden muss. Die Löhne mussen endlich wieder rauf!

  • Ich denke auch: Schmeisst dieses Verdi-Gesindel raus !

    Es gibt genuegend Menschen, die gerne den Job fuer das Geld machen wuerden.

  • "...Nach Schätzungen der Betriebsräte arbeiteten mehr als 70 Prozent in der untersten Lohngruppe für 8,23 Euro brutto je Stunde"

    Wo ist das Problem? Mehr bezahlen die ihren eigenen Leiharbeitern doch auch nicht...


  • Betrachtet man den Schaden, der durch den Streik angerichtet wird, dann ist das volkswirtschaftlicher Irrsinn. Aber was schert das die Gewerkschaftsfunktionäre, die beamten-gleich gesicherte Arbeitsplätze haben sowie luktrative Aufsichtsratsfunktionen einnehmen.

  • Und bei dem Streikgeld, das Verdi den paar verantwortungslosen 'Überlasteten' bezahlen muss, wird diese Un-Gewerkschaft auch noch lange überleben. Wenn man dann noch überlegt, wie königlich diese Leute für's sich unterhalten bezahlt werden, fragt man sich nicht mehr, wo sich die Servicewüste Deutschland hinbewegt.

  • Was sind die Gewerkschaften doch für "Helden" die selber keinerlei Risiko eingehen müssen, aber auf den Rücken dritter versuchen ihre wahnwitzigen Forderungen verwirklichen zu wollen. Die größten Gewinner sind sie selber, da die Mitgliederbeiträge sich nach den Stundenlöhnen richten.
    Wann werden die endlich mal für ihr Tun zur Rechenschaft gezogen?

  • Wer meint, zu wenig zu verdienen, sollte sich einen anderen Job suchen, anstatt 100 Tausende Unbeteiligter mit seiner Kurzsichtigkeit Probleme zu bereiten. Und wer keinen anderen Job findet, sollte mal über seine Qualifikation nachdenken.

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