Tod nach Luftangriff Das Luxusleben des Gaddafi-Sprösslings

Saif al-Arab Gaddafi war der jüngste Sohn des libyschen Machthabers. Bei einem Nato-Luftangriff soll er getötet worden sein – wenige Wochen zuvor hatte der Student noch ein Luxusleben in München geführt.
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Gaddafis jüngster Sohn Saif. Quelle: dpa

Gaddafis jüngster Sohn Saif.

(Foto: dpa)

MünchenSaif al-Arab Gaddafi fuhr teure Autos, lebte im Münchner Stadtteil Waldperlach in einer Villa: Der jüngste Sohn der libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi soll für eine Zeit die Universität in München besucht haben, doch ein einfaches Studentenleben führte er nicht gerade. Mehrfach geriet der Gaddafi-Sohn in der bayerischen Landeshauptstadt auch ins Visier der Polizei - doch er kam immer davon.

Einmal traf sich Saif al-Arab al-Gaddafi sogar mit dem Münchner Polizeipräsidenten zu einem Abendessen. Dieser stellte in Interviews später klar, von einem „Freundschaftstreffen“ könne keine Rede sein. Vielmehr habe er dem Gaddafi-Sohn klar gemacht, dass die Behörden weder die Ermittlungen gegen ihn einstellen noch auf seinen Wunsch nach Personenschutz eingehen würden.

Manchmal gab es kleine Meldungen über die Eskapaden des Herrscher-Sohnes aus Libyen. Einmal berichtete die Boulevard-Presse vor ein paar Jahren, sein edler Sportwagen sei zu laut gewesen und deshalb von der Polizei beschlagnahmt worden.

Kurz vor Beginn der Unruhen in Libyen wurde dann bekannt, dass die Münchner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Waffenschmuggels eingestellt hatte. Der Student sollte 2008 in einem Diplomatenauto ein Sturmgewehr, einen Revolver sowie Munition von München nach Paris gebracht haben. Laut Staatsanwaltschaft konnte ihm das aber nicht nachgewiesen werden. Der „Spiegel“ hatte berichtet, das Verfahren sei trotz konkreter Zeugenaussagen eingestellt worden.

Als die Situation in seiner Heimat eskaliert war, sorgten seine Vergehen im Nachhinein für Aufregung. Im April kritisierte die Grünen-Rechtsexpertin Christine Stahl, offensichtlich hätten die Ermittlungsbehörden rechtsstaatliche Grundsätzen missachtet, dabei habe es sich keineswegs um irgendwelche „Studenten-Ulks“ gehandelt. Das Justizministerium listete auf ihre Anfrage hin Fälle auf, in denen gegen den Gaddafi-Sohn ermittelt wurde: wegen Verdachts auf Waffenschmuggel, vorsätzliche Körperverletzung oder Verstoß gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz. Zu einer Anklage kam es allerdings nie.

Es bleiben nur Ruinen
A missile which the Libyan government said was from a coalition air strike is seen in the house of Saif Al-Arab Gaddafi in Tripoli
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In den Ruinen des getroffenen Hauses begutachten Augenzeugen die Überreste einer Rakete, die laut lybischer Regierung von der Nato abgefeuert wurde.

Damage which the Libyan government said was caused by a coalition air strike is seen at the house of Saif Al-Arab Gaddafi in Tripoli
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Das Haus, in dem sich der jüngste Sohn Gaddafis sowie drei seiner Enkelkinder befanden, ist schwer beschädigt.

Damage which the Libyan government said was caused by a coalition air strike is seen at the house of Saif Al-Arab Gaddafi in Tripoli
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Bei dem Angriff handelt es sich möglicherweise um eine gezielte Tötung.

Damage which the Libyan government said was caused by a coalition air strike is seen at the house of Saif Al-Arab Gaddafi in Tripoli
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Noch ist nicht geklärt, wie es genau zu dem Angriff auf das Haus kam und mit welcher Absicht die Nato verfolgte.

Libyans celebrate in Benghazi following news that Gaddafi's son was killed in a NATO air strike
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In der Rebellenhochburg Benghasi jubelten die Menschenmengen, als die Nachricht über den Angriff bekannt wurde. Die Rebellen hoffen, dass Mhammar al-Gaddafi nun bald einlenkt.

Libyans ignite explosives during celebrations in Benghazi
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Rebellenanhänger zündeten Feuerwerkskörper als Reaktion auf die Nachricht aus Tripolis.

A tribal leader holds a poster of Libyan leader Muammar Gaddafi during a meeting in a tent in Aziziya, near Tripoli
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In und um Tripolis stehen weiterhin viele Libyer zu dem Machthaber Muammar al-Gaddafi, wie hier der Anführer eines Volksstammes in der Nähe der Hauptstadt.

Nach Beginn der Proteste in Libyen war er aus München abgereist und hatte sich auch offiziell abgemeldet, war nach „Unbekannt/Libyen“ gezogen. Anfang März hieß es dann, Saif al-Arab Gaddafis Aufenthaltserlaubnis sei erloschen. Er hätte nur noch mit einem neuen Visum wieder nach Deutschland einreisen dürfen - dies würde ihm das Auswärtige Amt jedoch verwehren, erläuterte das bayerische Innenministerium.

Denn Mitglieder des Gaddafi-Clans waren nun unerwünscht. Ein Jahr zuvor sah es noch anders aus. Da soll er noch einen verbesserten Aufenthaltsstatus bekommen haben - weil sein Jahreseinkommen über 66.000 Euro lag.

  • dpa
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