Nach der Amokfahrt in Münster

Noch rätseln die Ermittler über die Motive des offenbar psychisch gestörten Einzeltäters von Münster.

(Foto: dpa)

Todesfahrt von Münster Der Amokfahrer hatte Waffen – aber keinen Waffenschein

Rätseln über die Motive des Amokfahrers von Münster: Der Mann, der sich nach der blutigen Tat erschoss, war offenbar ein Einzeltäter – und besaß keinen Waffenschein.
Update: 09.04.2018 - 12:23 Uhr 3 Kommentare

„Der Täter von Münster ist kein Islamist oder Flüchtling“

„Der Täter von Münster ist kein Islamist oder Flüchtling“

BerlinDer Amokfahrer von Münster besaß keinen eigenen Waffenschein, als er sich nach der blutigen Tat in seinem Wagen erschoss. „Er hatte keinen Waffenschein. Es war keine ordnungsgemäß erworbene Waffe“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montagmorgen dem Sender WDR 5.

Nach der Amokfahrt mit insgesamt drei Toten in Münster hatte sich der 48-jährige Fahrer in seinem Wagen das Leben genommen. Nach Polizeiangaben gibt es Hinweise darauf, dass es sich um einen psychisch gestörten Einzeltäter handelte.

In dem Campingbus des Mannes hatten Ermittler neben der Tatwaffe auch eine Schreckschusspistole und rund ein Dutzend sogenannter Polenböller gefunden. Weitere Polenböller sowie eine unbrauchbar gemachte Maschinenpistole vom Typ AK47 entdeckte die Polizei in Münster.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul warnte derweil aber auch vor vorschnellen und pauschalen Schuldzuweisungen gewarnt. Der CDU-Politiker nannte es am Montag im Deutschlandfunk „unverantwortlich“ und „unsäglich“, wenn jemand wie die AfD-Politikerin Beatrix von Storch gleich nach der Tat vorschnell Schlüsse ziehe und Verdächtigungen äußere, ohne dass irgendetwas klar sei.

Von Storch hatte kurz nach der Tat „WIR SCHAFFEN DAS!“ in Anlehnung an das Zitat von Kanzlerin Angela Merkel zur Flüchtlingskrise getwittert. Außerdem hatte sie den Täter als Nachahmer des „islamischen Terrors“ bezeichnet.

CSU-Generalsekretär Markus Blume fordert daher den Rücktritt der ,Politikerin, die stellvertretenden Chefin der AfD im Bundestag ist. „Wenn Frau von Storch auch nur einen Funken Anstand und Verstand noch hat, soll sie ihr Mandat im Bundestag zurückgeben“, sagte Blume am Montag vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Es sei unverständlich, „wie von mancher politischer Seite versucht wurde, den Vorfall zu instrumentalisieren“, sagte Blume.

„Wer dieses Ereignis in der Weise ausschlachtet, wie es Frau von Storch getan hat, der hat in einem Parlament in Deutschland nichts verloren.“

Reul kritisierte aber auch seinen Parteifreund, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der kürzlich einen Mangel an Sicherheit in Deutschland bemängelt hatte. „Ich halte nichts von solchen Vorwürfen, die pauschal sind“, sagte er.

Zu der Tat in Münster sagte Reul weiter: „Es sieht ganz so aus (...), dass es sich um einen psychisch gestörten, labilen Täter handelt, der offensichtlich schon länger darüber nachgedacht hat, sich jetzt auch das Leben zu nehme.“ Ob es für dessen Vorgehen politische Motive gebe, könne man abschließend noch nicht sagen. Allerdings schließe man nach bisherigem Stand einen islamistischen Hintergrund aus.

Ob es andere politische Motive gebe, werde noch geprüft. Auch wenn der Mann schon früher mit kleineren Straftaten aufgefallen sei, so glaube er nicht, dass die Polizei ihn schon früher hätte schärfer in den Blick nehmen müssen.

In Münster hatte am Wochenende ein 48-jähriger Deutscher einen Campingbus in vor einem Traditionslokal sitzenden Gäste gesteuert und dabei zwei Menschen getötet und 20 verletzt. Danach hatte sich der Mann erschossen. Den Ermittlungsbehörden zufolge gibt derzeit keinen Hinweis auf einen politischen Hintergrund.

Suizide sind stets ein Zeichen für psychische Probleme – und die lassen sich mit professioneller Hilfe lindern und heilen. Hilfsangebote finden Sie zum Beispiel bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei und anonym erreichbar. Telefon: 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222.

Die Übermittlung der Rufnummer ist dabei gesperrt, Anrufe werden auch nicht im Einzelverbindungsnachweis Ihrer Telefongesellschaft aufgeführt.

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  • dpa
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3 Kommentare zu "Todesfahrt von Münster: Der Amokfahrer hatte Waffen – aber keinen Waffenschein"

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  • Polenböller – im Ernst?!?!?

  • ODESFAHRT VON MÜNSTER
    Der Amokfahrer hatte Waffen – aber keinen Waffenschein
    Datum:
    09.04.2018 09:28 UhrUpdate: 09.04.2018, 12:23 Uhr

    ............................

    FAHRZEUG WURDE ALS WAFFE BENUTZT, FÜHRERSCHEIN WEG AUCH BEI EINEM TOTEN ?

  • TODESFAHRT VON MÜNSTER
    Der Amokfahrer hatte Waffen – aber keinen Waffenschein

    ...........................

    Daß man als TERRORIST oder AMOKLÄUFER erst einen Waffenschein benötigt ist delbst denen nicht bekannt gewesen ?

    WAS BRAUCHEN BANKRÄUBER BEVOR DIESE DIE GANZE GELDER DER BANK AUSRÄUMEN ?

    EINE GELDTRANSPORT SECURITY AUSBILDUNG DAMIT RÄUBER DANN NICHT RÄUBER BEKLAUT ?

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