Türkei Facebook soll Mohammed-Seiten sperren

Ein türkisches Gericht hat laut Medienberichten von Facebook die Sperrung von Seiten gefordert, die den Propheten Mohammed beleidigen. Anderenfalls könne der Zugang zu dem US-Internetkonzern komplett gesperrt werden.
Update: 26.01.2015 - 11:57 Uhr Kommentieren
Ein türkisches Gericht fordert von Facebook offenbar die Sperrung von Seiten, die den Propheten Mohammed beleidigen. Quelle: AFP

Ein türkisches Gericht fordert von Facebook offenbar die Sperrung von Seiten, die den Propheten Mohammed beleidigen.

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AnkaraEin türkisches Gericht hat wegen angeblicher Beleidigung des Propheten Mohammed mit einer landesweiten Sperre des Onlinenetzwerks Facebook gedroht. Das Gericht in der Hauptstadt Ankara ordnete an, Facebook-Seiten mit Beleidigungen Mohammeds zu blockieren, wie die Nachrichtenagentur Anadolu am späten Sonntagabend meldete. Sollte dies nicht geschehen, müsse der Zugang zu Facebook generell gesperrt werden. Anlass für die Gerichtsentscheidung waren staatsanwaltschaftliche Untersuchungen wegen angeblicher Mohammed-Beleidigungen auf Facebook.

Erst vor kurzem hatte die türkische Justiz Ermittlungen gegen zwei Journalisten eingeleitet, die in ihren Beiträgen in der Zeitung „Cumhuriyet“ die jüngste Mohammed-Karikatur vom Titel der französischen Satirezeitung „Charlie Hebdo“ veröffentlicht hatten. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte erklärt, die Türkei werde „Beleidigungen unseres Propheten“ nicht hinnehmen. Im vergangenen Jahr hatten die türkischen Behörden vorübergehend die Zugänge zu Twitter und YouTube gesperrt.

In der Kurdenmetropole Diyarbakir im Südosten der Türkei gingen am Samstag etwa 70.000 Menschen auf die Straße und verurteilten die bildliche Darstellung des Propheten Mohammed. Bilder des Propheten Mohammed werden von vielen Muslimen als Blasphemie verurteilt. Die erste „Charlie Hebdo“-Ausgabe nach dem Anschlag erschien mit einem weinenden Mohammed auf dem Titel, der ein Schild mit der Solidaritätsbekundung „Je suis Charlie“ in den Händen hält.

Die Zeitung reagierte mit der Mohammed-Karikatur auf den extremistischen Anschlag vom 7. Januar in Paris. Zwei Attentäter erschossen im Gebäude von „Charlie Hebdo“ und bei ihrer anschließenden Flucht zwölf Menschen. Ein mit den Tätern in Verbindung stehender Islamist tötete fünf weitere Menschen.

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