Überschwemmungen Stärkste Sturmflut seit 2006 an der Ostsee

„Axel“ bringt Eiseskälte über das Land – und starken Wind: An der Ostsee kommt es durch eine Sturmflut zu Überschwemmungen. Auf Rügen und Usedom überspülen die Wellen die Strände und reißen Teile der Promenaden weg.
Update: 05.01.2017 - 07:39 Uhr 2 Kommentare

Der Pegel sinkt, die Aufräumarbeiten beginnen

Rostock/LübeckDie stärkste Sturmflut an Deutschlands Ostseeküsten seit 2006 hat in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu Überschwemmungen und Schäden geführt. Am Donnerstagmorgen sanken die Pegelstände entlang der Küste aber überall wieder. Vielerorts waren Keller vollgelaufen, Autos mussten weggeschleppt werden. Menschen wurden nach Angaben der Polizei durch die Wassermassen nicht verletzt.

Von der Sturmflut betroffen waren etwa Kiel, Lübeck, Rostock, Warnemünde, Flensburg, Eckernförde, Wismar und Usedom. Auf Rügen wurden einzelne Deiche überspült. Häuser in Strandnähe liefen voll wie bei Heikendorf und Laboe (Kreis Plön) oder in Warnemünde das Restaurant „Seehund“. Teils drückte die Sturmflut auch Boote auf Stege.

An der Ostsee lagen vielerorts die Pegelstände am späten Mittwochabend zwischen 150 und 170 Zentimeter höher als üblich – in Lübeck wurden sogar 1,79 Meter und in Wismar 1,83 gemessen, wie auf „Pegel Online“ registriert wurde. Am frühen Donnerstagmorgen war ein Teil des Wassers wieder abgelaufen: Um 04.45 Uhr stand es nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Wismar und Flensburg noch 1,47 Meter, in Greifswald 1,41 Meter und in Kiel-Holtenau 1,42 Meter höher als normal. In Lübeck wurden 1,48 Meter höher als gewöhnlich gemessen.

„Es war die stärkste Sturmflut seit 2006“, sagte Jürgen Holfert, Leiter des Wasserstanddienstes Ostsee des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Am Donnerstagmorgen dürfte der Wasserstand zwar vielerorts noch einen Meter höher als sonst sein. „Die Gefahren der Sturmflut sind aber gebannt.“ Die Wasserstände seien etwa zehn Zentimeter höher ausgefallen als prognostiziert, in der Region Lübeck noch etwas mehr.

Die Höhe der Sachschäden könne noch nicht beziffert werden, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstagmorgen. In Lübeck und Flensburg wurden zahlreiche Autos aus den Fluten gezogen. Mehrere Keller in Lübeck und Neustadt in Holstein liefen voll. In Kiel mussten mehrere Straßen für den Verkehr gesperrt werden. Zugänge zur Lübecker Altstadt waren für Fußgänger nicht mehr passierbar. Der Einsatzstab in der Welterbe-Stadt sei kurzfristig personell verstärkt worden wegen zunehmender Notrufe, sagte Matthias Schäfer von der Feuerwehr Lübeck. „Viele Leute hatten ihre Häuser nicht genügend gesichert, wir mussten mit Sandsäcken die Objekte schützen.“

Zerstörte Häuser, überflutete Straßen
Nach der Sturmflut an der Ostseeküste
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Straßen überschwemmt, Autos unter Wasser, Dämme überspült: Die stärkste Ostsee-Sturmflut seit mehr als zehn Jahren hat an der deutschen Küste deutliche Spuren hinterlassen. Nach einem Höhepunkt in der Nacht zum Donnerstag sanken die Pegelstände entlang der Ostsee aber überall wieder. Menschen wurden nach Angaben der Polizei durch die Wassermassen nicht verletzt. Während im Norden die Wellen peitschten, herrschten anderenorts Schnee- und Eisglätte.

Städte unter Wasser
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In Lübeck und Flensburg wurden zahlreiche Autos aus den Fluten gezogen. Mehrere Keller in Lübeck und Neustadt in Holstein liefen voll. In Kiel mussten mehrere Straßen für den Verkehr gesperrt werden. Zugänge zur Lübecker Altstadt waren für Fußgänger nicht mehr passierbar.

Städte unter Wasser
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Wider Erwarten sei das Hochwasser in der Nacht nicht so schnell abgelaufen wie erwartet, teilte die Feuerwehr mit. Besonders betroffen war nach Angaben der Polizei die Lübecker Altstadt. Glück...

Holstentor in Lübeck
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...hatte das Wahrzeichen der Stadt, das Holstentor (Archivbild). Es blieb gerade noch einmal verschont von dem Wassereinbruch.

Strände und Ufer abgetragen
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Auf Rügen und Usedom verursachte die Sturmflut größere Schäden. Am Strand von Binz und Prora brach die Düne streckenweise in einer Tiefe von drei bis acht Metern ab. Auch zwischen Koserow und Zempin nahmen Steilufer Schaden. Auf beiden Inseln hatten die Wellen schon vor dem Höhepunkt an Stränden genagt.

Pegel extrem hoch
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An der Ostsee lagen vielerorts die Pegelstände am späten Mittwochabend zwischen 150 und 170 Zentimeter höher als üblich - in Lübeck wurden sogar 1,79 Meter und in Wismar 1,83 Meter mehr las gewöhnlich gemessen, wie auf „Pegel Online“ registriert wurde. Am frühen Donnerstagmorgen war ein Teil des Wassers wieder abgelaufen.

So schlimm wie zuletzt 2006
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„Es war die stärkste Sturmflut seit 2006“, sagte Jürgen Holfert, Leiter des Wasserstanddienstes Ostsee des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). „Die Gefahren der Sturmflut sind aber gebannt.“

Auf der Insel Usedom verursachte die Sturmflut größere Schäden. Es wurde dort die Alarmstufe 3 ausgerufen. Zwischen Koserow und Zempin habe es Steiluferabbrüche gegeben. Treppenaufgänge, Imbissbuden und Teile von Strandpromenaden seien weggerissen worden, sagte der Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald, Achim Froitzheim. „Das ist kein Kindergeburtstag. Das ist schlimmer als erwartet.“

In Rostock entlang der Warnow waren viele Häuser in einem zwei Kilometer langen Abschnitt gefährdet. Eine Straße wurde über mehrere Kilometer wegen des Hochwassers gesperrt, in Häuser drang Wasser ein.

Auf der Insel Rügen überspülte das Hochwasser im Bereich Mönchgut-Granitz eine Straße und schnitt einen Ortsteil von der Hauptgemeinde Gager ab. Das Wasser stand rund 40 Zentimeter hoch auf der Zufahrtsstraße. Zudem wurde nach Feuerwehrangaben auf Mönchgut-Granitz ein Deich auf etwa 100 Meter Länge überflutet. Menschen seien nicht gefährdet, hinter dem Deich lägen Wiesen. Rund 120 Feuerwehrleute seien dort alarmiert worden.

In Wismar liefen im Hafenbereich der Altstadt einige Keller voll, wie Stadtsprecher Marco Trunk sagte. Der Pegelstand habe einer schweren Sturmflut entsprochen. Teile des Alten Hafens waren überflutet.

Autofahrer geraten ins Schleudern
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2 Kommentare zu "Überschwemmungen: Stärkste Sturmflut seit 2006 an der Ostsee"

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  • Der Typ fordert immer nur von anderen Veränderung, sitzt aber vollversorgt und bequem in seiner realitätsfremden Berliner Parteien-Wohlfühlblase,
    Typen wie Lindner wissen immer genau, was für die anderen das Beste ist!
    Packen sie es doch mal an Herr Lindner, auf gehts zur Bereitschaftspolizei.

  • Da man Lindner wegen Premium nicht kommentieren kann, gebe ich hier meine Meinung ab.

    FDP Lindner fordert: „Wir brauchen 15.000 Polizisten zusätzlich.“
    Wie wäre es, wenn der Moomax-Pleitier anstatt zu fordern, sich selbst dort bewerben würde?
    Denn hätte er in seinem Leben endlich mal richtig gearbeitet, anstatt nur schlaue Sprüche zu geben, teure Anzüge zu tragen und Unternehmen auf Steuerzahlerkosten in den Sand zu setzen.
    Persönlich zu haften ist ja nicht so sein Ding!

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