Uli Hoeneß ist Freigänger Nur noch zum Schlafen hinter Gitter

Der Ex-Präsident des FC Bayern, Uli Hoeneß, ist sieben Monate nach Haftantritt Freigänger geworden. Nun kann er tagsüber einer geregelten Arbeit nachgehen. Ein Comeback beim Rekordmeister gilt als wahrscheinlich.
Update: 02.01.2015 - 12:22 Uhr 17 Kommentare
Uli Hoeneß kann nun tagsüber außerhalb des Gefängnisses arbeiten. Quelle: dpa

Uli Hoeneß kann nun tagsüber außerhalb des Gefängnisses arbeiten.

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MünchenGenau sieben Monate nach Haftantritt darf Uli Hoeneß das Gefängnis wieder regelmäßig verlassen. Hoeneß wurde am Freitag Freigänger, sagte ein Sprecher des bayerischen Justizministeriums. Der ehemalige Präsident des FC Bayern München kann somit tagsüber einer geregelten Arbeit außerhalb der Haftanstalt nachgehen – voraussichtlich in der Jugendabteilung des Fußball-Rekordmeisters. Nur zum Schlafen muss Hoeneß wieder hinter Gitter.

Sein Anwalt Tobias Pretsch von der Kanzlei Ufer-Knauer teilte auf Anfrage mit, dass der FC Bayern München als Arbeitgeber des 62-Jährigen eine Erklärung abgeben wolle. Die Verantwortlichen des europäischen Spitzenclubs hatten zuvor mehrfach gesagt, dass Hoeneß im Nachwuchsbereich des Vereins arbeiten werde.

Stimmen zu Hoeneß: „Alter Mann, muss noch Freiheit genießen“

Dass Hoeneß bereits jetzt Freigänger wurde, deutet darauf hin, dass die Strafvollstreckungsbehörden die Hälfte seiner Haft zur Bewährung aussetzen könnten. In diesem Falle wäre der einstige Fußball-Spitzenmanager im Frühjahr 2016 ein freier Mann.

Hoeneß, der am 5. Januar 63 Jahre alt wird, war am 2. Juni ins Gefängnis nach Landsberg am Lech gegangen. Am 13. März hatte ihn das Landgericht München wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der einstige Bratwurstfabrikant hatte an Weihnachten und Silvester schon zweimal Hafturlaub erhalten. Er durfte das Gefängnis in dieser Zeit auch zum Schlafen verlassen und verbrachte die Feiertage mit seiner Familie in seinem Haus in Bad Wiessee am Tegernsee. Schon zuvor war ihm einige Male tagsüber Ausgang genehmigt worden.

FC-Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte erst kürzlich im Fernsehen über die Zukunft von Hoeneß gesagt: „Ab Anfang Januar kommt er zum ersten Mal her, wird dann im Nachwuchs tätig sein.“ Und Vereinspräsident Karl Hopfner ergänzte: „Es war sein eigener Wunsch, im Nachwuchsbereich zu arbeiten.“

Hafterleichterungen richten sich nach einem Vollzugsplan, den das Gefängnis für jeden Häftling erstellt. Der begleitete oder unbegleitete Ausgang ist eine der unteren Stufen. Hafturlaub kommt nach frühestens sechs Monaten geschlossenem Vollzug als weitere Erleichterung in Betracht. Der Freigang ist eine der oberen Stufen.

Unter bestimmten Voraussetzungen wird ein Teil der Haftstrafe von Gefangenen zur Bewährung ausgesetzt. In vielen Fällen ist dies das letzte Drittel der Haft. Bei Ersttätern wie Hoeneß kommt auch infrage, dass die Hälfte der Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird.

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17 Kommentare zu "Uli Hoeneß ist Freigänger: Nur noch zum Schlafen hinter Gitter"

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  • Jetzt wird er wieder angreifen beim FCB, da bin ich mir sicher! Leider sieht das die Mehrheit bei dieser Umfrage anders: http://tinyurl.com/hoeness-freigaenger

  • @Herr Fred Meisenkaiser
    Gebe Ihnen insofern Recht, dass zwei und mehr Jobs zum "über die Runden kommen" ein Unding sind.

    Aber bitte berücksichtigen: Hoenss ist ein Self-made-man! Reich wurde er, weil er unzweifelhaft clever ist, und davon haben wir nicht viele in Deutschland.

    Aber viel beklagenswerter ist der Umstand, dass wir von den "Saubermännern und -Damen" der heutigen Politik kein verständliches Steuersystem bekommen. Warum wohl?
    Das sind übrigens die gleichen Leute, die das System so geformt haben, dass Sie zwei und mehr Jobs zum "über die Runden kommen" benötigen.

    Ich glaube die Zielrichtung Ihrer Kritik sollten Sie überdenken!


  • Wer hat denn nachgewiesen, dass Herr Hoeneß 28 Mio. Euro an Steuern hinterzogen hat? Meines Wissens ist nur klar, dass Herr Hoeneß über Jahre Geschäfte nicht in seiner Steuererklärung deklariert hat.

    Ich bezeichne Sie ja auch nicht als Vergewaltiger, selbst dann nicht, wenn Sie vor einem Richter gestehen, ein richtiger Mann zu sein.

    Für mich war das Gerichtsverfahren in München eine einzige Posse, die mit der Verhaftung eines schweizer Bürgers in Polen, damit dieser den Behörden erklären soll, was überhaupt abging, nur die Krönung.

    Ich jedenfalls freue mich, dass Herr Hoeneß wenigstens zeitweise wieder außerhalb des Gefängnisses ist und er tut gut daran, zunächst zu schweigen.

  • @ Herr Ro Stu

    Die Räuberbande ist nicht der Staat, sondern die Reichen!!!

  • Die MURKSELrepublik hat fertig!

    Es lebe AMIGOland!

    Ein Schwerverbrecher wird kaum eingesperrt, das hat mit RECHTsstaat überhaupt nix mehr zu tun.

  • @ Herr Ro Stu

    nein, das zeigt den Unrechtsstaat. In dem man Recht biegen kann wie man will. Geld für Recht.

    Es wird Zeit, dass sich da was tut! Pegida ist erst der Anfang. Es kommt die Zeit, zu der auch reiche zahlen müssen!

  • "sondern ein unzweifelhaft ein Steuersystem-Opfer ist."
    Ja, der Arme!
    Systemopfer sind die Bürger, die zwei und mehr Jobs annehmen, um über die Runden zu kommen und dem reichen Gesindel ein arbeits- und sorgenfreies Leben zu finanzieren, oder die % Mio. Arbeitslose, die im angeblichen fachkräftemangelnden Staat nichts finden! Oder die Menschen die bald bis 70 arbeiten müssen.

    Mein Mitleid mit den Reichen hält sich arg in Grenzen, da sich die meisten auf Kosten anderer durch Korruption, eine eintsprechend genehme Gesetzgebung und solcher steuerlichen Verbrechen am Leben halten!

  • "Der Hoeneß hat überhaupt nix gestohlen. Er wollte sich nichts stehlen lassen"
    Und wer zahlt dann die Steuern die Dank Hoeneß fehlen??? Die arbeitenden Bürger müssen für das verbrecherische Gesindel aufkommen!!!
    Mit wie viel Milliarden werden denn die Unternehmen subventioniert? keine Maut für Fernbusse, Agrarsubventionen für Danone &Co., Subventionen für Krankenhauskonzerne etc. Dort fließt das ganze Geld hin! Dann sollen auch diese Parasiten sich an der Finanzierung beteiligen!

  • Das zeigt das schlechte Gewissen der staatlichen Raubritter. Ohne das Recht, welches sich der Staat anmaßt, ist er nichts weiter als eine große Räuberbande. Dem Beraubten ist es letztlich egal, ob der Räuber einen Legalitäts-Zettel hat oder nicht.... sein Eigentum ist weg.

  • Bitte mal bei der Wahrheit bleiben! Der Hoeneß hat überhaupt nix gestohlen. Er wollte sich nichts stehlen lassen, vom nimmersatten Steuerstaat. Und trotz dem, daß er die abgepressten Beträge minimieren wollte, hat er immernoch weit mehr abgedrückt, als die überwiegende Mehrheit der ihn so wohlfeil beschimpfenden Wutbürger.

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