Umstrittenes Foto Angriff auf Zeitungsbüro nach Mord an Rapper

In Griechenland flacht die Wut über ein Foto eines sterbenden Rappers nicht ab. Nach Protesten am Vortag, griffen am Donnerstagabend rund ein Dutzend Männer die Büros der Zeitung an, die das Foto veröffentlicht hatte.
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Zunächst friedliche Proteste wurden am Mittwoch gewalttätig. Quelle: AFP

Zunächst friedliche Proteste wurden am Mittwoch gewalttätig.

(Foto: AFP)

AthenDie Büros des Athener Boulevard-Blattes „Proto Thema“ sind am Donnerstagabend von einer Gruppe von Demonstranten mit Steinen beworfen worden. Bei dem Angriff, an dem rund 15 Männer beteiligt waren, habe es Sachschaden, aber keine Verletzten gegeben, teilte die Polizei mit. Die Angreifer hinterließen Flugblätter, auf denen der Zeitung Unterstützung von Rechtsextremisten angelastet wurde.

„Proto Thema“ hatte am Sonntag ein Foto des sterbenden Rap-Musikers Pavlos Fyssas in den Armen seiner Freundin veröffentlicht. Fyssas war von einem 45-jährigen arbeitslosen Lkw-Fahrer am Mittwoch vergangene Woche tödlich verletzt worden.

Der Angriff vom Donnerstagabend galt den Büros der Zeitung in Maroussi, nördlich von Athen. Der Mord an dem Rap-Musiker sorgt in Griechenland seit Tagen für Proteste. Allein in der Hauptstadt Athen nahmen am Mittwoch rund 10.000 Menschen an einer friedlichen Kundgebung teil. Gegen Ende der Veranstaltung gab es einige hundert Meter vom Sitz der Neonazi-Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) entfernt jedoch gewalttätige Ausschreitungen.

Der Lkw-Fahrer, ein Anhänger der Rechtsextremisten, war am Samstag offiziell wegen vorsätzlicher Tötung angeklagt worden. Der 45-Jährige hatte zugegeben, den Rapper in der Nacht zum Mittwoch im Streit erstochen zu haben. Er berief sich aber auf Notwehr. Fyssos, der bei Konzerten unter dem Rapper-Namen Killah P auftrat, war für seine kritischen und antifaschistischen Songs bekannt.

Seit den Wahlen im Juni 2012 ist die Neonazi-Partei erstmals im griechischen Parlament vertreten und verfügt dort über 18 der 300 Mandate. Bisher blieb die Partei weitgehend unbehelligt. Seit dem Mord an Fyssos greifen die griechischen Behörden aber verstärkt gegen Chrysi Avgi durch.

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