US-Ostküste 100 Millionen Amerikaner von der Kältewelle betroffen

Die Kälte an der amerikanischen Ostküste hält das Land weiterhin fest im Griff. Am Wochenende wurde auch der Flugverkehr von New York stark beeinträchtigt. Auch die Lufthansa war betroffen.
Update: 07.01.2018 - 13:03 Uhr Kommentieren

Mega-Schneesturm : Kalt, kälter, USA

New York
An der Ostküste der USA sind am Wochenende rund 100 Millionen Menschen von einer Kältewelle betroffen gewesen. Der Mount Washington in New Hampshire wurde zu einem der kältesten Orte der Welt und die Bewohner von New York und Philadelphia zitterten bei minus 13 Grad Celsius. Auf dem Mount Washington wurden am Samstag minus 38 Grad gemessen. Windgeschwindigkeiten von bis zu 145 Kilometern pro Stunde führten zu einer gefühlten Temperatur von minus 69 Grad. In Boston mangelte es bei minus zwölf Grad an Klempnern, als gefrorenes Wasser Rohre zum Platzen brachte, wie der Bürgermeister Marty Walsh berichtete.

New York litt auch am Wochenende noch an den Folgen eines Schneesturms vom Donnerstag. Mehrere Flieger auf Transatlantikstrecken mussten auf halbem Weg wieder umkehren, über 3420 Flüge hatten Verspätungen. Unter den umkehrenden Maschinen waren auch zwei Flieger der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa – sie waren aus Frankfurt am Main und München gestartet und mussten am Samstag in der Luft umdrehen. Grund dafür sei die kurz zuvor erhaltene Mitteilung des Flughafens JFK gewesen, dass dort keine reguläre Abfertigung möglich sei. Ein dritter Flug aus Berlin-Tegel nach New York, der noch nicht gestartet war, wurde abgesagt. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

So schlägt der „Bombenzyklon“ an der US-Ostküste zu
Times Square im Schnee
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Heftige Schneefälle und Sturm haben in vielen Gegenden an der US-Ostküste zu Chaos geführt. In einigen Orten in Neuengland fielen am Donnerstag bis zu 40 Zentimeter Schnee. Der Wintersturm traf auch die Metropole New York.

Schlechte Sicht, aber kein Chaos
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In New York blieb das oft befürchtete, ganz große Chaos am Donnerstag aber aus. Bürgermeister Bill de Blasio riet Anwohnern, soweit möglich, zu Hause zu bleiben.

Schneeparkgarage
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Stadtweit waren im Laufe des Tages 1500 Räum- und rund 700 Streufahrzeuge im Einsatz. Der Verkehr schob sich schleppend durch Schnee und Matsch. Das Parken in den vielen offenen Parkgaragen der Stadt geriet etwas unangenehm. Die U-Bahn fuhr weitgehend nach Plan.

Fußgänger in New York
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Der Schnee machte allerdings den Fußgängern in der Metropole zu schaffen. US-Medien bezeichnen den Wintersturm seit Tagen als „Bombenzyklon“.

Schneeräumung am New Yorker Flughafen LaGuardia
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Das Phänomen einer „bombogenesis“ beschreibt die rapide Verstärkung eines Tiefs, laut US-Wetterbehörde NOAA liegt das am Aufeinanderprallen sehr kalter mit warmen Luftmassen. Für die folgende Entladung wählen manche Meteorologen das Bild einer Bombe.

Spaziergang in New York
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Diese Bulldogge läuft entspannt durch den Schnee, in anderen US-Bundesstaaten schlug der Wintersturm heftiger zu: Allein in Massachusetts waren am Donnerstag 24.000 Haushalte ohne Strom.

Schneespaß in New York
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Während diese Kinder in New York im Schnee spielen, kam es auch in Virginia, Connecticut und den Neuengland-Staaten zu Stromausfällen. Tausende Flüge mussten gestrichen werden, in vielen Orten fiel der Unterricht an Schulen aus.

Die Lufthansa teilte weiter mit, auch umliegende Flughäfen in den USA hätten vorsorglich klargemacht, dass sie wegen der außergewöhnlichen Wetterbedingungen mit Schnee und starkem Wind und der dadurch notwendigen Einschränkungen im Flugbetrieb nur planmäßige Flüge abfertigen könnten – es sei denn, es handele sich um einen Notfall. Dies sei jedoch bei keinem der beiden Lufthansa-Flüge zum John-F.-Kennedy-Flughafen der Fall gewesen. Deshalb sei auch eine Landung in der Nähe von New York keine Option gewesen. Am Sonntag wurden die Lufthansa-Flüge nach New York den Angaben zufolge nicht gestrichen, da sich die Wettersituation und die Folgen für den Flugbetrieb langsam entspanne.

Im US-Staat Rhode Island behandelten Krankenhäuser Dutzende Patienten mit wetterbedingten Verletzungen. In New Jersey berichtete die Supermarktverkäuferin Julie Williamson von den Hamsterkäufen bei Extremwetterlagen: „Die Leute denken, es sei verrückt, bevor ein Sturm kommt, und jeder kauft Milch, Brot und so weiter“, sagte sie lachend. „Aber in den Tagen danach ist es noch schlimmer, denn dann machen sie das gleiche, sind aber ein bisschen verrückt, nachdem sie sich beengt fühlten.“

Nach Angaben des US-Wetterdienstes werden ab Montag wieder mildere Temperaturen erwartet. In New York dürfte das Quecksilber wieder über den Gefrierpunkt steigen: Plus vier Grad werden für die neue Woche prognostiziert.

  • ap
  • dpa
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