Verlängerung möglich Das bringt Tag drei im Hoeneß-Prozess

Es ist der dritte Prozesstag. Heute sollen zwei Zeugen über Hoeneß' Finanzen befragt werden. Danach will das Gericht entscheiden, ob ein Urteil am Donnerstag gefällt wird oder ob weitere Verhandlungstage nötig sind.
Update: 12.03.2014 - 09:44 Uhr 16 Kommentare

Hoeneß: Was ist erzwungene Steuerehrlichkeit wert?

MünchenNach den spektakulären Enthüllungen über weitere Millionen an Steuerschulden hat der Prozess gegen Uli Hoeneß am dritten Verhandlungstag wieder mehr Schaulustige angelockt. Die Zuschauer-Schlange vor dem Justizpalast war am Mittwochmorgen deutlich länger als noch am Vortag, als eine Steuerfahnderin vor Gericht aussagte, der Präsident des FC Bayern habe mindestens 27,2 Millionen Euro an Steuern hinterzogen - 23,7 Millionen mehr als die Staatsanwaltschaft ihm in ihrer Anklage überhaupt vorwirft.

Der dritte Tag hat mit Verspätung begonnen. Der Präsident des FC Bayern erschien wieder mit seiner Frau Susanne im Saal 134 des Justizpalastes und war dabei gut zehn Minuten zu spät. Wie am Montag trug der 62-Jährige auch am Mittwoch einen schwarzen Anzug und eine rote Krawatte. Er rang sich am Morgen nach seinem Stadionbesuch beim Achtelfinal-Rückspiel der Münchner gegen den FC Arsenal ein Lächeln ab.

Im Mittelpunkt des dritten Verhandlungstages ab 9.30 Uhr im Münchener Justizpalast vor dem Landgericht München II steht dabei die Frage, ob das Urteil wie geplant schon am Donnerstag gesprochen werden kann oder ob der Prozess angesichts der Container an auszuwertenden Daten, die die Rosenheimer Steuerfahnderin am Dienstag mit ins Gericht brachte, verlängert werden muss.

Zuvor hatte eine Sprecherin des Gerichts, Andrea Titz, eine Urteilsverkündung wie geplant am Donnerstag als „nicht mehr sehr wahrscheinlich“ bezeichnet. Die Auswertung der neuen Daten, die Finanzbehörden, Staatsanwaltschaft und Richter vorliegen, könnten Monate dauern.

Fraglich ist dabei aber, ob die Auswertung dieses Datenwustes für einen Urteilsspruch auf Basis der ursprünglichen Anklage überhaupt nötig ist. Denn darin geht es um die von Staatsanwaltschaft genannte, mutmaßlich hinterzogene Summe von 3,5 Millionen Euro.

Die neuen Daten beziehen sich dagegen auf die ebenfalls neuen Summen. Zudem ist der Sachverhalt selbst unbestritten. So könnten nach den zwei Zeugen am Mittwoch, am Donnerstag wie geplant die Plädoyers von Anklage und Verteidigung gehalten und am Nachmittag das Urteil gesprochen werden.

Wenn die Zeugenanhörung abgeschlossen werden könne, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, „dann ist am Donnerstag mit einem Abschluss des Verfahrens zu rechnen“.

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16 Kommentare zu "Verlängerung möglich: Das bringt Tag drei im Hoeneß-Prozess"

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  • @

    Zitat : Alle was in deutschland verdient wurde ist besteuert gewesen. Punkt.

    - die FAKELAKIS von Adidas ( Schmiergeld auf Deutsch ) konnte der Hengst in Deutschland doch gar nicht versteuern.

    Wie hätte er diese Einnahmen von 20 Mio. DM denn deklarieren sollen ?

  • Das Problem ist:

    Mit einem Ausrüstervertrag bei Nike und nicht bei Dreifuss wäre der Gewinn höher gewesen...

  • Also, ich kann diese ewigen Relativierer der "Verfehlungen" des Steuer"sünders" Uli Hoeneß nicht mehr hören. Habt ihr eigentlich alle selbst ein paar Leichen im Keller?
    Der Mann hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Straftat begangen. Um das festzustellen, steht er jetzt vor Gericht und wird, hoffentlich, nach unseren gültigen Gesetzen behandelt.
    Aber da gibt es genug Leute, die sagen, "Nicht so schlimm" oder "menschlich verständlich" oder sondern irgendeinen anderen Unsinn ab.
    Für all diese "gutmütigen" Menschen:
    Steuerhinterziehung ist eine Straftat. Sie ist faktisch ein Diebstahl an der Gemeinschaft und entsprechend hart zu bestrafen. Um so mehr, als der Mensch natürlich veranlagt ein Opportunist ist der hauptsächlich auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Daher ist ein ausreichend abschreckendes Beispiel zu geben.
    Die Gemeinschaft der Bundesbürger sind der Staat. Der Staat ist nicht irgendein abstruses Fantasiegebilde. WIR sind der Staat, jeder einzelne von uns ist ein Teil davon. Und wenn einer mit uns zusammen leben will, muss er sich an die gültigen Spielregeln halten. Die nennen sich übrigens Gesetze.
    Sollte sich herausstellen, dass Uli Hoeneß tatsächlich in der angenommenen Höhe Steuern hinterzogen hat, mögen alle, die das verniedlichen wollen, mal folgende Rechnung versuchen nachzuvollziehen:
    Von den 27,2 Mio. € hätten etwa 1.500 Kindergärtnerinnen ein komplettes Jahr beschäftigt werden können.
    An Steuern und Sozialabgaben wären rund 11 Mio. direkt an den Staat zurück geflossen. Der Rest würde vermutlich in den Konsum fließen, was wiederum Steuern generiert.
    Diese 1.500 Kindergärtnerinnen hätten es unter Umständen den erziehenden Elternteilen der betreuten Kinder ermöglicht, ihrem Beruf nachzugehen, zumindest in Teilzeit. Mal angenommen, die Hälfte macht das, dann stehen etwa 7.500 Familien finanziell besser da, weil sie etwa 187,5 Mio. € Einkommen generieren können...
    Es gibt nichts zu verniedlichen!

  • Sie träumen wohl.
    Wer keine Ahnung hat muss halt Sachverstand hinzuziehen. Er hat den Überblick verloren? Mag sein, aber das ist doch keine Entschuldigung, da muss man halt entsprechende Maßnahmen ergreifen.
    Außerdem wusste er schon sei Jahren, dass er an der Stelle ein Problem hat. Ärgerlich für ihn, dass das Steuerabkommen mit der Schweiz nicht zustande gekommen ist - da wurde es nämlich eng für ihn, und deshalb die überhastet anmutende Selbstanzeige.
    Ihn jetzt als armes Opfer darzustellen ist doch absurd.

  • Hoeneß veräppelt alle. Er weiß schon jetzt das er mit einer milden Strafe davon kommt und macht weiter wo er aufgehört hat. In Deutschland mit seinen laschen Richtern und Staatsanwälten ist so vieles möglich das manche Bananenrepublik von uns noch lernen könnte.

  • @ Fredi: Eine Farce sind eher die Kommentare die man hier zu lesen bekommt. "Steuerpflicht für alle Bürger abschaffen, zumindest aber die Schwarzarbeit legalisieren." - wie wäre es denn einfach mit einer Anarchie? -> Schwachsinn.
    @Arn: Es geht doch gar nicht darum, dass die Steuerkrake den Hals nicht voll genug bekommt. Er hat gegen Gesetze verstoßen. Punkt. Des Weiteren werden hier schon wieder zweierlei Dinge miteinander vermischt. Das Strafmaß für Vergewaltiger etc. in Frage zu stellen, das hat doch nichts mit der objektiven Betrachtung des Falles Hoeneß zu tun.
    @Paula_F: Peanuts bei der Hypo interessieren doch gar nicht. Fakt ist, dass Steuern in hohem Maße nicht gezahlt wurden und dass eine Selbstanzeige nur bis zu einer gewissen Summe vor einer Gefängnisstrafe schützt.

    Dass Hoeneß für den FCB tolles geleistet hat und sich auch sozial engagiert hat etc. mag ja alles sein, ist aber grundsätzlich getrennt von dem Verfahren zu betrachten (außer vielleicht gewisse Dinge die sich strafmindernd auswirken könnten).
    Ein bisschen mehr Objektivität würde hier einigen gut tun...

  • @ Fredi: Eine Farce sind eher die Kommentare die man hier zu lesen bekommt. "Steuerpflicht für alle Bürger abschaffen, zumindest aber die Schwarzarbeit legalisieren." - wie wäre es denn einfach mit einer Anarchie? -> Schwachsinn.
    @Arn: Es geht doch gar nicht darum, dass die Steuerkrake den Hals nicht voll genug bekommt. Er hat gegen Gesetze verstoßen. Punkt. Des Weiteren werden hier schon wieder zweierlei Dinge miteinander vermischt. Das Strafmaß für Vergewaltiger etc. in Frage zu stellen, das hat doch nichts mit der objektiven Betrachtung des Falles Hoeneß zu tun.
    @Paula_F: Peanuts bei der Hypo interessieren doch gar nicht. Fakt ist, dass Steuern in hohem Maße nicht gezahlt wurden und dass eine Selbstanzeige nur bis zu einer gewissen Summe vor einer Gefängnisstrafe schützt.

    Dass Hoeneß für den FCB tolles geleistet hat und sich auch sozial engagiert hat etc. mag ja alles sein, ist aber grundsätzlich getrennt von dem Verfahren zu betrachten (außer vielleicht gewisse Dinge die sich strafmindernd auswirken könnten).
    Ein bisschen mehr Objektivität würde hier einigen gut tun...

  • Nur keine Aufregung, die Selbstanzeige kam ja einige Stunden vor der Aufdeckung. In diesem Fall müssen die Vorschriften bei der Selbstanzeige erweitert werden, sonst wäre Herr Hoeneß vor vorneherein von diesem Schlupfloch ausgeschlossen - und das geht nicht. Es hat halt ein Jahr gedauert um raus zu finden was er wann verdient und wann verloren hat. Er kann ja auch nix dafür dass er das ohne Computer alles nur über das Telefon gemacht hat - eben old fashion - aber daraus darf ihm kein Nachteil entstehen. So und wo ist das Problem - die Anzeige war rechtzeitig mit oben offenem Betrag abgegeben und jetzt kommt die Abrechnung bzw. der Freispruch mit Nachzahlung etc. Vor dem Gesetzt sollten eben alle gleich sein unabhängig von der Summe. Ja und 100 Mio bei Devisenspekulationen z.B. bei der Hypo sind Peanuts.

  • selbst wenn, und?

    Der FC Bayern hat im Gegenzug starke Gewinne geliefert.

    Alles neider weil euch nicht Addidas anruft....

    Ulli glaubt an Deutschland und deswegen iss er wegen denn paar millione nicht in die Schweiz gezogen, wie ein Michael Schuhmacher oder ein großteil nach Monaco. Alle was in deutschland verdient wurde ist besteuert gewesen. Punkt. Aber die Steuerkrake bekommt den hals nicht voll genug. Wenn Höneß in Bau geht, bekommen sie gar nix mehr. Nennt man auch Schuß ins eigene Knie.

    Die härte die man hier fordert sollte man mal ansatzweise an Vergewaltiger, Kindermißbraucher,Mörder anwenden. Die gehen in Psyscher Behandlung und lachen sich Tod!

  • Der Prozeß ist doch schon jetzt eine Farce. Man findet Millionen über Millionen zusatzlicher hinterzogener Steuermillionen.Offensichtlich wurde im Vorfeld seitens der Anklage gar nicht richtig gesucht. Oder sollte man nihts finden . Auf jeden Fall ist es nicht gewollt, dass mehr herauskommt, schliesslich wird ein Reicher, gar ein Prominenter belangt.

    Man sollte doch sofort die Steuerpflicht für alle Bürger abschaffen, zumindest aber die Schwarzarbeit legalisieren. Warum sollen arbeitende Menschen Steuern zahlen, während es bei den Reichen Gang und gebe zu sein scheint, eben dies nicht zu tun. Und sie dafür aber nicht mal ordentlich zur verantwortung gezogen werden.

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