Von Facebook inspiriert Graffiti gegen Massenüberwachung

Nach der NSA-Affäre scheint digitale Überwachung allgegenwärtig. Und die Überwacher? Konzeptkünstler Paolo Cirio hat sich bei Facebook und Twitter umgeschaut und stellt seine Fundstücke im öffentlichen Raum zur Schau.
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Der italienische Medienkünstler Paolo Cirio klebt unter der Elsenbrücke in Berlin ein verfremdetes Porträt des NSA-Direktor Keith B. Alexander an eine mit Graffiti besprühte Wand. Bis Mitte Juli ist in der Galerie NOME seine Ausstellung „Overexposed“ mit abstrahierten Fotos von hochrangigen Geheimdienstmitarbeitern zu sehen. Quelle: dpa
Geheimdienst als Kunst

Der italienische Medienkünstler Paolo Cirio klebt unter der Elsenbrücke in Berlin ein verfremdetes Porträt des NSA-Direktor Keith B. Alexander an eine mit Graffiti besprühte Wand. Bis Mitte Juli ist in der Galerie NOME seine Ausstellung „Overexposed“ mit abstrahierten Fotos von hochrangigen Geheimdienstmitarbeitern zu sehen.

(Foto: dpa)

BerlinDer Konzeptkünstler Paolo Cirio will mit einer ungewöhnlichen Aktion auf die Auswirkungen aufmerksam machen, die die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden und die NSA-Affäre in Gang gesetzt haben.

In dieser Woche klebte und sprühte Cirio bereits Bilder von hochrangigen US-Geheimdienstmitarbeitern auf Hausfassaden und Brückenunterführungen in Berlin. An diesem Freitag eröffnet in der Hauptstadt eine Schau seiner Exponate in der neuen Galerie Nome. Bis zum 20. Juli sind dort neun seiner Porträts zu sehen. 

Abgebildet sind unter anderem Geheimdienst-Beamte wie Keith Alexander (NSA), John Brennan (CIA), Michael Hayden (NSA) und Michael Rogers (NSA). Die Fotos habe er sich über deren Facebook-Seiten, über Twitter, Flickr und Blogs beschafft, sagte Cirio. So würden die verantwortlichen Köpfe der Überwachung selbst der Öffentlichkeit preisgegeben.

„Wir sind alle verwundbar. Sogar die Mächtigen unter uns“, schrieb der New Yorker Kurator Nato Thomson als Grußwort im Katalog. „Das scheint der Grundgedanke hinter den lächelnden Gesichtern der Arbeiten „Overexposed“ von Paolo Cirio zu sein.“ Cirio tue dabei nichts kompliziertes oder unvernünftiges. „Er zeigt vielmehr, was bereits existiert.“ Cirio fordere Transparenz ein.

Die Produktion der vierfarbigen Porträts habe teils mehrere Tage beansprucht, sagte Cirio. Mit einer von ihm entwickelten Technik (HD Stencils Graffiti) wurden die hochaufgelösten Fotos digital bearbeitet und über Laserverfahren auf Schablonen gebracht.

Danach wurden die Pixel in bis zu vier Farben hintereinander aufgesprüht. „Die Aktion ist eine Mischung aus Street-Art und Pop-Art, sagte der in New York und London lebende Künstler.

Werke des 1979 in Turin geborenen Künstlers wurden bereits von namhaften Institutionen wie dem Victoria and Albert Museum in London oder dem Museum of Contemporary Art in Denver ausgestellt. Im vergangenen Jahr wurde Cirio von der Ars Electronica mit der Golden Nica ausgezeichnet.

  • dpa
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