Vorwurf des Hassverbrechens Quälerei wurde auf Facebook live übertragen

Ein 18-Jähriger mit geistiger Behinderung wird von vier jungen Menschen entführt und gequält. Die Folter wird gefilmt und live übertragen – auf Facebook. Es steht der Vorwurf des Hassverbrechens im Raum.
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Chicagos Polizeichef äußert sich zu dem auf Facebook live übertragenen Foltervideo. Quelle: dpa
Eddie Fisher

Chicagos Polizeichef äußert sich zu dem auf Facebook live übertragenen Foltervideo.

(Foto: dpa)

ChicagoVier junge Menschen sind wegen eines live im Internet übertragenen Foltervideos in Chicago offiziell eines Hassverbrechens beschuldigt worden. Die zwei 18-jährigen Männer und zwei Schwestern im Alter von 18 und 24 Jahren sollen einen 18-Jährigen mit geistiger Behinderung entführt und gequält, sich dabei gefilmt und das Video live auf Facebook übertragen haben. In dem Video ist auch zu hören, wie die Afroamerikaner über Weiße sowie über den künftigen US-Präsidenten Donald Trump schimpfen.

Allen vier würden Hassverbrechen („hate crime“) sowie schwere Entführung, schwere Freiheitsberaubung und schwere Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe vorgeworfen, sagte Chicagos Polizeichef Eddie Fisher am Donnerstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Hauptgrund für den Vorwurf des Hassverbrechens seien Bemerkungen der mutmaßlichen Täter über die geistige Behinderung des Opfers, erklärte ein Sprecher.

Auf dem fast halbstündigen Video ist zu sehen, wie zwei Männer und zwei Frauen das gefesselte und geknebelte Opfer beschimpfen und malträtieren. Einer schneidet dem jungen Mann mit einem Messer Haare ab und verletzt ihn am Kopf.

Spektakuläre Kriminalfälle des Jahres
Freiburger Mordfall
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Es ist ein Fall, über den später ganz Deutschland sprechen sollte: Mitte Oktober wird in Freiburg die 19 Jahre alte Medizinstudentin Maria L. vergewaltigt und getötet. Anfang Dezember nehmen die Ermittler einen Mordverdächtigen fest – einen jungen Flüchtling aus Afghanistan. Die Herkunft des jungen Mannes befeuert die Debatte um Flüchtlinge.

Ähnlicher Fall in derselben Region
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Noch ein zweiter Fall bewegt die Region Freiburg: Drei Wochen nach dem Verbrechen an Maria L. wird in Endingen – etwa 30 Kilometer von Freiburg entfernt – eine 27 Jahre alte Joggerin vergewaltigt und ermordet. Der Täter ist in diesem Fall noch nicht ermittelt.

Frau mit Seil hinter Auto hergeschleift
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Auch in Hameln in Niedersachsen ist das Entsetzen groß. Ein Mann soll seine frühere Lebensgefährtin mit einem Seil um den Hals an ein Auto gebunden und 250 Meter weit über die Straße geschleift haben. Ein Streit um den gemeinsamen Sohn war wohl Auslöser der Gewalttat. Der Zweijährige saß mit im Auto, als sein Vater die Mutter hinter sich herzog. Das Opfer – die 28-jährige Kader K. – liegt tagelang lebensgefährlich verletzt im Koma.

Fall Peggy nimmt überraschende Wendung
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2001 verschwand das neunjährige Mädchen aus Lichtenberg in Bayern auf dem Heimweg von der Schule – es blieb verschwunden. Ohne dass eine Leiche gefunden wurde, wird ein geistig behinderter Mann wegen Mordes verurteilt, aber später in einem neuen Prozess freigesprochen. 2016 überschlagen sich die Ereignisse: Ein Pilzsammler findet in einem Wald in Thüringen Skelett-Reste, die Peggy zugeordnet werden können. Wenige Monate später stellt sich heraus, dass an dem Fundort DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt entdeckt wurden. Ob und inwieweit die Tatkomplexe Peggy/NSU zusammenhängen, bleibt vorerst rätselhaft.

17-Jähriger stirbt nach Prügel-Attacke
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Wenn aufsehenerregende Fälle von Mord und Totschlag in die Schlagzeilen kommen, sind häufig Frauen und Kinder die Opfer. Doch auch der Fall des 17-jährigen Prügel-Opfers Niklas aus Bonn löst große Anteilnahme aus. Der Schüler ist im Mai mit Freunden auf dem Heimweg von einem Konzert, als sie im Stadtteil Bad Godesberg auf eine andere Gruppe junger Männer treffen. Niklas wird geschlagen und auf dem Boden liegend getreten. Er stirbt im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Hauptverdächtigen und einen weiteren mutmaßlichen Täter.

Silvio S. zu lebenslanger Haft verurteilt
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Silvio S. hatte den sechsjährigen Elias aus Potsdam sowie den vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed entführt und ermordet. Wochenlang war im Jahr 2015 nach den Kindern gesucht worden. Im Sommer 2016 wird Silvio S. zur Höchststrafe verurteilt: zu lebenslanger Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, was später eine Freilassung erschwert. Für das Gericht steht fest, dass der Wachmann die zwei Jungen missbrauchte, weil er zu schüchtern war, etwas mit einer Frau anzufangen, sich aber Nähe und Sex wünschte.

Mann erschießt 21-Jährigen im Supermarkt
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Lebenslang und besondere Schwere der Schuld – so lautet im Februar das Urteil des Landgerichts Hannover über einen Mann, der serienweise Supermärkte überfallen und dabei einen 21-Jährigen erschossen hatte. Der Räuber hatte monatelang Angst und Schrecken vor allem bei den Beschäftigten der Supermärkte verbreitet. Stets betrat er kurz vor Ladenschluss den Markt, bedrohte die Kassiererin mit einer Pistole und verlangte Geld.

Das Ganze spielte sich laut Polizei in der Wohnung der zwei Schwestern ab. Als diese die Tür einer Nachbarin eingetreten hätten, die wegen Lärms die Polizei gerufen habe, sei das Opfer geflohen. Beamte hätten den traumatisierten und verletzten jungen Mann auf der Straße entdeckt. Er war den Angaben zufolge mit einem der Tatverdächtigen befreundet. Dieser habe das spätere Opfer in einem gestohlenen Kleinbus aus einem Vorort in die Stadt gefahren.

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