Weißer Albino-Affe Zurück in die Freiheit

Sie ist ein Star und darf wieder raus: Mit der spektakulären Rettung 2017 hat es das Albino-Orang-Utan-Weibchen Alba zu weltweiter Prominenz geschafft. Jetzt soll sie in den Dschungel von Borneo entlassen werden.
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Der weltweit einzige bekannte weiße Orang-Utan darf bald wieder in die Freiheit. Quelle: dpa
Alba

Der weltweit einzige bekannte weiße Orang-Utan darf bald wieder in die Freiheit.

(Foto: dpa)

Nyaru MentengSchluss mit dem Käfig, zurück in den Dschungel: Der weltweit einzige bekannte weiße Orang-Utan, ein Weibchen namens Alba, darf wieder in die Freiheit. Die Albino-Affendame war im vergangenen Jahr in völlig verwahrlostem Zustand in einem Dorf auf Borneo entdeckt worden. Jetzt ist sie wieder so gesund, dass sie im Regenwald ihrer Heimatinsel ausgesetzt werden kann. Aus Sorge um das extrem seltene Tier soll allerdings alles ganz vorsichtig über die Bühne gehen. Dem Tier mit dem weißen Fell und den strahlend blauen Augen drohen die verschiedensten Gefahren: nicht nur von Raubtieren und möglicherweise eifersüchtigen Artgenossen, sondern auch von menschlichen Trophäensammlern.

Insgesamt, so schätzt man, gibt es auf Borneo und der Nachbarinsel Sumatra nur noch etwa 50.000 Orang-Utans. Die Menschenaffen mit normalerweise rotbraunem Fell gelten heute als stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Insbesondere, weil der Urwald durch Rodungen, Brände und riesige Palmöl-Plantagen immer weniger wird. Eine wie Alba gab es in der Erinnerung der Leute hier noch nie. Der Albino-Affe wurde im Frühjahr vergangenen Jahres von Tierschützern in einem abgelegenen Dorf in Borneos Dschungel entdeckt. Sie war in einen winzigen Holzkäfig eingesperrt – unterernährt, arg geschwächt, mit starkem Sonnenbrand und Blutspuren im Gesicht. Ob diese von einem Kampf oder von Misshandlungen stammen, ließ sich nicht mehr feststellen.

Die Dorfbewohner behaupteten damals, dass das etwa fünf Jahre alte Tier einfach so aufgetaucht sei, ohne seine Mutter. Niemand von außerhalb weiß, ob das stimmt. Alba wurde dann in eine Rettungsstation der Tierschutzorganisation Borneo Orangutan Survival (BOS) gebracht, wo schon mehr als 400 andere Orang-Utans zuhause sind. Dort bekam sie auch ihren Namen: Alba ist lateinisch und heißt weiß. Dass es auch unter Tieren Albinismus gibt, weiß man. Die weißen Labormäuse kennt jeder. Weniger bekannt ist, dass andere Säugetiere, aber auch Vögel und Fische von der angeborenen Stoffwechselerkrankung betroffen sein können.

Die Giraffe steht jetzt auf der Roten Liste
Bedrohte Art
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Die Weltnaturschutzorganisation IUCN hat die Giraffe auf ihre Rote Liste der vom Aussterben gefährdeten Arten gesetzt. Ihre Population sei in den vergangenen 30 Jahren um bis zu 40 Prozent gesunken, teilten die Umweltschützer am Donnerstag (8.12.) mit.

Immer weniger Lebensraum
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Wurden 1985 noch rund 163.000 Exemplare gezählt worden, so waren es 2015 nur noch rund 97.000. Das liege vor allem daran, dass die Tiere immer weniger Lebensraum hätten und sie illegal gejagt würden, so die IUCN. Zudem trügen politische Unruhen in den Hauptverbreitungsgebieten der Tiere im Süden und Osten Afrikas zum Schwund der Bestände bei.

Nashorn
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Auch andere Großtiere des afrikanischen Kontinents stehen auf der Roten Liste. So etwa das Nashorn, das auf der Abschussliste von Wilderen weit oben steht, weil seinem Horn fälschlicherweise heilende Wirkung zugeschrieben wird. Sowohl die afrikanischen Breitmaul- und Spitzmaul-Nashörner, als auch die in Asien beheimateten Java-, Panzer- und Sumatra-Nashörner sind akut vom Aussterben bedroht.

Elefant
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Auch für Elefanten stellen Wilderer eine große Gefahr dar. Wegen der hohen Nachfrage nach Elfenbein werden die riesigen Tieren sogar in Nationalparks bejagt. In Afrika gibt es laut einer aktuellen Studie noch etwa 350.000 Tiere, jedes Jahr werden es etwa acht Prozent weniger. Noch dramatischer sieht die Lage für den Asiatischen Elefanten aus, laut der Naturschutzorganisation WWF leben in Asien nur noch zwischen 25.600 und 32.750 Tiere.

Menschenaffen
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Auch die Menschenaffen – Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans – stehen auf der Liste der bedrohten Arten. Weltweit gibt es noch rund 6000 Gorillas. Neben Wilderern bedrohen Infrastrukturprojekte und damit einhergehende Rodungen den Bestand der Tiere. Nach Schätzungen des WWF werden bis zum Jahr 2030 über 90 Prozent des heute noch vorhandenen Gorilla-Lebensraums zerstört sein.

Tiger
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Doch nicht nur Afrika steht im Fokus der Artenschützer. In Indien lebt mehr als die Hälfte der weltweit noch rund 3000 Tiger. Trotz Dutzender Schutzgebiete schwand ihre Zahl von etwa 5000 bis 7000 in den 90er Jahren, als ihr Lebensraum noch mehr als doppelt so groß war. Die Wilderei, getrieben von der Nachfrage nach Tigerteilen in der traditionellen chinesischen Medizin, stellt eine große Gefahr dar, ebenso wie die Abholzung von Wäldern und das Wachstum von Städten. Dadurch kommen die Großkatzen menschlichen Siedlungen immer näher und geraten in Konflikt mit Dorfbewohnern, die Angriffe auf sich selbst oder ihr Vieh fürchten.

Tiger
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Gründe für das Verschwinden des Tigers sind neben Trophäenjagd und organisierter Wilderei der Raubbau am Lebensraum der Tiere: Ihr einstiges Verbreitungsgebiet erstreckte sich vom Kaukasus über Indien und China bis nach Sibirien. Um 1900 gab es schätzungsweise noch 100.000 Tiger in ganz Asien. Mittlerweile haben die freilebenden Tiger noch rund 100.000 Quadratkilometer Lebensraum, wenn man alle Gebiete zusammenrechnet. Das entspricht der Fläche der Insel Neufundland vor der kanadischen Nordküste.

Alba leidet unter schlechter Sehkraft. Die Sorge, dass sie wegen ihres Aussehens von anderen Orang-Utans geschnitten werden könnte, hat sich bislang allerdings nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: „Alba ist der Boss“, sagt der Chef der Tierschutzorganisation, Jamartin Sihite. Im Käfig, wo sie die meiste Zeit mit drei anderen Affen zusammenlebt, gibt sie den Ton an.

Seit der Rettung hat sie fast zehn Kilo zugenommen. Abgesehen von der Sehschwäche ist sie völlig gesund. Deshalb ist Sihite überzeugt: „Sie ist so weit, dass sie wieder in den Wald gehen kann.“ Plan ist nun, Alba im Frühsommer zunächst auf eine Insel namens Salat zu bringen, wo auch andere Orang-Utans für die Freiheit üben können. Wegen der besonderen Umstände soll Alba aber – zusammen mit ihren drei aktuellen Spielkameraden Kikan, Radmala und Unyu – ein eigenes Refugium bekommen: eine Art Insel auf der Insel, nur etwa fünf Hektar groß. Daran wird allerdings noch gearbeitet. Es müssen ein Camp gebaut, Kanäle ausgegraben und und Sicherheitseinrichtungen hochgezogen werden.

Das ist auch der Grund dafür, warum Alba die Station nicht jetzt schon verlassen kann. „Im Juni oder Juli wird es soweit sein“, sagt BOS-Chef Sihite. Nach ein paar Monaten auf der Insel soll sie dann ganz in die Freiheit dürfen. Wo es dann hingehen soll, will Sihite allerdings nicht verraten. Befürchtet wird, dass das weiße Orang-Utan-Weibchen zum Opfer von Tierjägern werden könnte. Wie in anderen Teilen der Welt gibt es auch auf Borneo immer noch Menschen, die glauben, dass Albinos besondere Macht und Potenz verleihen.

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