Wirbelsturm „Maria“ Große Schäden in Puerto Rico

Der Wirbelsturm „Maria“ wütet weiter in der Karibik: Nach Verwüstungen in Puerto Rico und der Dominikanischen Republik zieht er nun zu den Turks- und Caicosinseln weiter. Auch in den USA beginnt man sich zu rüsten.
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Hurrikan Maria überschwemmt Dominikanische Republik

Santo Domingo/San JuanDer Hurrikan „Maria“ hat auf seinem Weg durch die Karibik schwere Schäden angerichtet und in Puerto Rico mindestens sechs Menschen getötet. Das teilte die Inselregierung am Freitag mit. Die Zahl könne weiter steigen. Bisher starben infolge des Wirbelsturms auf den Karibikinseln Dominica, Guadalupe und Puerto Rico damit fast 25 Menschen. Rund 20 Menschen werden noch vermisst.

Der Tropensturm zog nach den Verwüstungen in Puerto Rico an der Dominikanischen Republik vorbei und verursachte Überschwemmungen und Stromausfälle. Er zog weiter Richtung Turks- und Caicosinseln und wird danach auf den Bahamas erwartet, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 205 Kilometern pro Stunde ist „Maria“ ein Hurrikan der Kategorie drei. Ausläufer könnten am Wochenende auf die südöstliche Küste der Vereinigten Staaten treffen.

Deutsche Karibik-Touristen überstanden „Maria“ nach Angaben ihrer Reiseveranstalter unversehrt. Alle Gäste seien wohlauf, teilte die DER Touristik in Frankfurt mit. In der Dominikanischen Republik habe es keine größeren Schäden gegeben. Der Anbieter Tui teilte mit, dass rund 1700 deutsche Gäste in der Dominikanischen Republik ihren Urlaub fortsetzen können. Einzelne Anbieter sagten wegen der Schäden bis Mitte Oktober Puerto-Rico-Reisen ab.

Schneise der Verwüstung in Puerto Rico
Sturm folgt auf Sturm
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Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass Hurrikan "Irma" über die Karibik fegte und schwere Zerstörung hinterließ. Nun folgt ihm der nächste Wirbelsturm. "Maria" traf die Südküste Puerto Ricos mit Windgeschwindigkeiten von über 250 Stundenkilometern. In der Küstenstadt Guayama blieb kein Haus unversehrt.

Hochwasser
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Mit dem Wind kam der Regen: Zahlreiche Straßen in Puerto Rico stehen seit Tagen unter Wasser. Auf der gesamten Insel soll seit Donnerstag Nacht flächendeckend der Strom ausgefallen sein. Somit sind 3,4 Millionen Einwohner ohne Strom.

Zerstörte Infrastruktur
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Auf den Straßen liegen umgestürzte Bäume, überall stehen zerstörte Autos und auch einige Laternenmasten haben es nicht geschafft. "Die Infrastruktur von Puerto Rico wird hiernach nicht mehr dieselbe sein. Das hier hat historische Ausmaße“, erklärt ein Regierungssprecher.

Hochasser
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In Humacao waten die Menschen hüfthoch durch überflutete Straßen.

Notfall-Lager
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Bewohner, deren Häuser zerstört wurden, harren in Notfall-Flüchtlingslagern aus. Weil umstürzende Bäume nach wie vor eine Gefahr darstellen, rief der Direktor der Notfallbehörde die Bewohner dazu auf, sich nicht draußen aufzuhalten. Außerdem verhängte er eine Ausgangssperre von 12 Stunden, die um 6 Uhr Abends beginnt.

Hilfsbedürftige Helfer
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Auch die Helfer blieben nicht verschont. Teilweise wurden Rettungswagen durch herabstürzende Dachteile in ihren Garagen eingesperrt – und am Einsatz gehindert. Maria soll der schwerste Wirbelsturm seit 85 Jahren sein. Laut Behörden soll es auf Puerto Rico bislang keine Todesopfer gegeben haben, was angesichts der Zerstörung wie ein Wunder erscheint. Auf den Karibikinseln Dominica und Guadalupe sollen durch den Sturm mindestens neun Menschen getötet worden sein.

Personenrettung
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Mitarbeiter der Notfall-Behörde kämpfen sich im Osten der Insel durch die überfluteten Straßen von Humacao, um Menschen zu retten, die wegen des Hochwassers in ihren Häusern eingeschlossen sind.

Von den Vereinten Nationen kamen Worte, die Hoffnung machen: UN-Generalsekretär António Guterres ließ mitteilen: „Die Vereinten Nationen stehen bereit, um allen von diesem jüngsten Hurrikan betroffenen Nationen und Territorien zu helfen.“

Besonders heftig schlug „Maria“ in Puerto Rico zu. Fast alle 3,4 Millionen Einwohner auf der Insel sind ohne Strom. Auch das Kommunikationsnetz brach vielerorts zusammen, weshalb die Informationslage schwierig war. Viele Gegenden waren komplett abgeschnitten. Eine Hoffnung war, dass der Flughafen in Puerto Rico wieder den Betrieb aufnimmt, damit US-Hilfsflüge die Karibikinsel ansteuern können. US-Präsident Donald Trump rief den Katstrophenzustand aus und erklärte, er wolle die Insel bald besuchen.

Mit Ausrufung des Katastrophenzustandes bekommt das US-Außengebiet, wo viele Menschen in Armut leben, Geld aus Washington. Dazu zählen Hilfen für Unterkünfte und Reparaturen. Trump sagte, Puerto Rico sei „vollkommen ausradiert“ und von Winden getroffen worden, wie die Insel sie nie zuvor erlebt habe. Die USA würden den Wiederaufbau mit großem Enthusiasmus angehen. Das US-Militär teilte mit, es werde mit sechs Hubschraubern und vier Transportflugzeugen helfen.

Bisher ist Puerto Rico nur ein assoziierter Freistaat. Per Referendum hatte die von der Pleite bedrohte Insel beschlossen, dass man der 51. Bundesstaat der USA werden möchte. Dieser Wunsch muss aber vom US-Kongress gebilligt werden. Puerto Rico ist mit 9000 Quadratkilometern in etwa so groß wie Zypern.

  • dpa
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