Auktion Bowies Kunstsammlung wird versteigert

„Das Einzige, was ich wie ein Süchtiger sammele, ist Kunst“, sagte Rockstar David Bowie einmal über seine größte Leidenschaft neben der Musik. Nun werden die mehr als 350 Gemälde und Objekte in London versteigert.
In der Kunstsammlung des Rockstars befinden sich einige Hingucker. Quelle: dpa
Bowies kleiner Schatz

In der Kunstsammlung des Rockstars befinden sich einige Hingucker.

(Foto: dpa)

LondonDie private Kunstsammlung eines der größten Rockmusiker des 20. Jahrhunderts steht ab Donnerstag (19.00 Uhr) in London beim Auktionshaus Sotheby's zum Verkauf. Gut 350 von David Bowie gesammelte Werke mit einem Schätzwert von rund 15 Millionen Euro sollen bis Freitagnachmittag in drei Versteigerungen den Besitzer wechseln. Der Erlös der vom David-Bowie-Nachlass initiierten Auktion soll der Familie des im Januar mit 69 Jahren gestorbenen Sängers („Space Oddity“, „Heroes“, „Let's Dance“) zugute kommen.

„Der Motor für David Bowies Kunstsammlung, die er mit Leidenschaft zusammengetragen hat, war sein persönliches Interesse“, heißt es von den Nachlassverwaltern. „Zwar hat seine Familie bestimmte Stücke von besonderer persönlicher Bedeutung behalten. Jedoch ist es jetzt an der Zeit, anderen die Möglichkeit zu geben, die Kunst und Objekte zu wertschätzen und zu erwerben, die er so bewunderte.“

David Bowies Schätze gehen auf den Markt

Die vorangegangene Ausstellung „Bowie/Collector“ in London, Los Angeles, New York und Hongkong zog Zehntausende Besucher an. Die Kunstschau präsentierte den Popstar erstmals in aller Öffentlichkeit als enthusiastischen und vielseitig interessierten Sammler. Auch bei der Auktion wird mit einer regen Beteiligung von Bietern, Galerien, Museen sowie Fans des berühmten Musikers gerechnet.

Zunächst wird am Donnerstag in einer Abendauktion moderne und zeitgenössische Kunst versteigert. Teil zwei dieses Bieterwettbewerbs folgt am Freitagmorgen, am Nachmittag geht die Sotheby's-Auktion mit italienischen Design-Objekten zu Ende.

David Bowies Kunstsammlung unter dem Hammer
Damien Hirsts „Beautiful, Shattering, Slashing, Violent, Pinky, Hacking, Sphincter Painting“
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Kunst war ernsthaft die einzige Sache, die ich je besitzen wollte. Sie war mir immer eine Inspiration. Ich nutze sie“, sagte David Bowie 1998 in einem Interview. Bekannt war, dass das Multitalent immer malte und zeichnete. Sein Kunstinteresse war aber weit umfassender: Bowie (1947-2016) engagierte sich als Kritiker, Kurator, Mäzen und Redakteur. Vor allem war er ein leidenschaftlicher Sammler.

Unter dem Hammer
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Nach seinem Tod im vergangenen Januar entschied seine Familie, die Öffentlichkeit an seiner Passion teilhaben zu lassen. Unter dem Motto „Bowie/Collector“ werden im kommenden November um die 400 Werke aus Bowies Privatbesitz in seiner Geburtsstadt London bei Sotheby's versteigert. Für eine Vorbesichtigung hat das Auktionshaus am Mittwoch eine Ausstellung mit rund 30 ausgewählten Objekten eröffnet, die bis zum 9. August dauert.

„Air Power“ von Jean-Michel Basquia
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Im September und Oktober touren die Stücke dann um die Welt und werden in Los Angeles, New York und Hongkong zu sehen sein. Vor der Auktion am 10. und 11. November zeigt Sotheby's alle 400 Objekte in einer großen Hauptausstellung in London. Als Käufer werden vor allem Fans und Kunstsammler erwartet. Der Gesamterlös aus den Versteigerungen geht über in den Familienbesitz.

Ein „Big Sur“ Sofa von Designer Peter Shire
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„Es ist eine wunderbare Sammlung“, sagt Lydia Wingfield Digby, Kunstexpertin bei Sotheby's. Bowie sammelte nicht bloß Namen oder folgte dem Mainstream, er verstand Kunst von einem intellektuellen und emotionalen Blickwinkel aus und bewunderte ihre wandelbare Wirkung.

„Sunrise in the mountains, Picos de Asturias“ von David Bomberg
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„Er war ein akademischer Sammler. Er kaufte, weil er eine persönliche Verbindung zu den Objekten spürte.“ Sein intensives Kunstinteresse war vielseitig ausgeprägt, am bunten Spektrum der Ausstellung ist das unschwer zu erkennen.

„Witness“ von Peter Lanyon
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Zu sehen sind unter anderem Werke von Künstlern des frühen 20. Jahrhunderts wie Marcel Duchamp und Jean-Michel Basquiat, Outsider-Art, zeitgenössische afrikanische Kunst, Surrealismus und Kreationen aus Ettore Sottsass' Memphis-Design. Stark vertreten ist außerdem die moderne britische Kunst mit Vertretern wie Henry Moore, Graham Sutherland, Frank Auerbach oder Damien Hirst, die es Bowie besonders angetan hatten.

„The bronze figure lying on its side“ von Kenneth Armitage R.A.
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„Das meiste kaufte Bowie in den 90ern, als er als Redakteur für das Magazin „Modern Painters“ tätig war“, erklärt Wingfield Digby. So stieß Bowie beispielsweise während einer Biennale in Johannesburg auf den zeitgenössischen afrikanischen Künstler Romuald Hazoumé, von dem er mehrere Werke kaufte.

Einige der wichtigsten Werke der Bowie-Kollektion stammen vom 1931 in Berlin geborenen Briten Frank Auerbach und vom Amerikaner Jean-Michel Basquiat (1960-1988). Dessen Gemälde „Air Power“ ist mit einem Mindestpreis von rund drei Millionen Euro auch das teuerste Angebot. Es wird aber daneben auch erschwinglichere Kunst für drei- oder vierstellige Beträge versteigert.

Für ihn sei Kunst „immer eine unentbehrliche Nahrung“ gewesen, sagte Bowie 1998. Britische Werke des 20. Jahrhunderts von Auerbach, Henry Moore, Graham Sutherland und Damien Hirst bilden einen Schwerpunkt. Die Privatsammlung biete „einen einzigartigen Einblick in die persönliche Welt eines der großartigsten kreativen Köpfe des 20. Jahrhunderts“, sagte Sotheby's-Fachmann Oliver Barker. Bowie habe „Ausschau gehalten nach Künstlern, mit denen er sich verbunden fühlte, und nach Werken, die ihn motivierten und inspirierten“, ergänzte der Londoner Experte für britische Kunst, Simon Hucker.

  • dpa
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