Aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs Seltene US-Münze aus Glas wird versteigert

Im Zweiten Weltkrieg benötigte das US-Militär den Großteil des Kupfervorrats des Landes. Daher wurde für Münzen mit anderen Materialien experimentiert. Ein seltener US-Penny aus Glas wird am Donnerstag versteigert.
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Münzen sind heute aus Metall. Allerdings gab es mal eine kurze Zeit, in der das anders war. Quelle: Heritage Auctions
Münze aus Glas

Münzen sind heute aus Metall. Allerdings gab es mal eine kurze Zeit, in der das anders war.

(Foto: Heritage Auctions)

Fort LauderdaleEr sieht ein bisschen aus wie ein rundes Hustenbonbon: Ein seltener, aus Glas gefertigter US-Penny wird am Donnerstag versteigert. Das Auktionshaus Heritage Auctions in Fort Lauderdale im US-Staat Florida hofft, dass die Münze aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs über 30.000 Dollar (rund 29.000 Euro) erlösen wird.

Angesichts eines Kupfer-Engpasses zu Beginn des Zweiten Weltkriegs hatte das Münzamt der USA Experimente genehmigt, um Pennys aus anderen Metallen, Plastik und Gummi herzustellen. Eine Firma im US-Staat Tennessee fertigte einige Münzen aus Glas an – und scheiterte damit so spektakulär, dass nur die Existenz eines einzigen unversehrten Pennys bekannt ist. Dieser kommt am Donnerstag unter den Hammer.

Die Münze gehört Roger Burdette, der ein Buch über experimentelle Münzen im Zweiten Weltkrieg geschrieben hat. Er hatte das Stück bei einer kleinen Online-Auktion im vergangenen Sommer erworben, „für mehrere Tausend Dollar“. Wie viel genau er dafür zahlte, wollte Burdette nicht sagen. Hätte er den Penny nicht gekauft, hätte er ihn nicht untersuchen können, erklärte Burdette am Dienstag.

David Bowies Kunstsammlung unter dem Hammer
Damien Hirsts „Beautiful, Shattering, Slashing, Violent, Pinky, Hacking, Sphincter Painting“
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Kunst war ernsthaft die einzige Sache, die ich je besitzen wollte. Sie war mir immer eine Inspiration. Ich nutze sie“, sagte David Bowie 1998 in einem Interview. Bekannt war, dass das Multitalent immer malte und zeichnete. Sein Kunstinteresse war aber weit umfassender: Bowie (1947-2016) engagierte sich als Kritiker, Kurator, Mäzen und Redakteur. Vor allem war er ein leidenschaftlicher Sammler.

Unter dem Hammer
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Nach seinem Tod im vergangenen Januar entschied seine Familie, die Öffentlichkeit an seiner Passion teilhaben zu lassen. Unter dem Motto „Bowie/Collector“ werden im kommenden November um die 400 Werke aus Bowies Privatbesitz in seiner Geburtsstadt London bei Sotheby's versteigert. Für eine Vorbesichtigung hat das Auktionshaus am Mittwoch eine Ausstellung mit rund 30 ausgewählten Objekten eröffnet, die bis zum 9. August dauert.

„Air Power“ von Jean-Michel Basquia
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Im September und Oktober touren die Stücke dann um die Welt und werden in Los Angeles, New York und Hongkong zu sehen sein. Vor der Auktion am 10. und 11. November zeigt Sotheby's alle 400 Objekte in einer großen Hauptausstellung in London. Als Käufer werden vor allem Fans und Kunstsammler erwartet. Der Gesamterlös aus den Versteigerungen geht über in den Familienbesitz.

Ein „Big Sur“ Sofa von Designer Peter Shire
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„Es ist eine wunderbare Sammlung“, sagt Lydia Wingfield Digby, Kunstexpertin bei Sotheby's. Bowie sammelte nicht bloß Namen oder folgte dem Mainstream, er verstand Kunst von einem intellektuellen und emotionalen Blickwinkel aus und bewunderte ihre wandelbare Wirkung.

„Sunrise in the mountains, Picos de Asturias“ von David Bomberg
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„Er war ein akademischer Sammler. Er kaufte, weil er eine persönliche Verbindung zu den Objekten spürte.“ Sein intensives Kunstinteresse war vielseitig ausgeprägt, am bunten Spektrum der Ausstellung ist das unschwer zu erkennen.

„Witness“ von Peter Lanyon
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Zu sehen sind unter anderem Werke von Künstlern des frühen 20. Jahrhunderts wie Marcel Duchamp und Jean-Michel Basquiat, Outsider-Art, zeitgenössische afrikanische Kunst, Surrealismus und Kreationen aus Ettore Sottsass' Memphis-Design. Stark vertreten ist außerdem die moderne britische Kunst mit Vertretern wie Henry Moore, Graham Sutherland, Frank Auerbach oder Damien Hirst, die es Bowie besonders angetan hatten.

„The bronze figure lying on its side“ von Kenneth Armitage R.A.
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„Das meiste kaufte Bowie in den 90ern, als er als Redakteur für das Magazin „Modern Painters“ tätig war“, erklärt Wingfield Digby. So stieß Bowie beispielsweise während einer Biennale in Johannesburg auf den zeitgenössischen afrikanischen Künstler Romuald Hazoumé, von dem er mehrere Werke kaufte.

Nachdem die USA Ende 1941 in den Zweiten Weltkrieg eingetreten waren, benötigte das Militär den Großteil der Kupfervorräte des Landes, um Munition und Ausrüstung anzufertigen. Die Blue Ridge Glass Co. in Tennessee produzierte eine unbekannte Anzahl Pennys aus gehärtetem gelblich-bernsteinfarbenem Glas.

Laut einem Bericht, den die Firma beim Münzamt eingereicht habe, hätten die Glasmünzen nicht die exakten Bilder gehabt, die benötigt worden seien und sie hätten nicht in einheitlicher Größe und einheitlichem Gewicht angefertigt werden können, sagte Burdette. Die Münzen hätten auch scharfe Ränder bekommen, die Finger schneiden könnten.

Burdette glaubt, dass die Firma den Großteil ihres Münzvorrats zerstört oder weggeworfen habe. Er habe vergeblich versucht, den vorherigen Besitzer zu kontaktieren, um herauszufinden, wo dieser den überlebenden Penny herhabe. Die Blue Ridge Glass Co. existiert inzwischen nicht mehr.

1943 stellte die Münzanstalt Pennys aus minderwertigem Stahl her, der mit Zink verblendet war. Diese glänzenden Münzen hatten ihre eigenen Probleme. So sahen sie unter anderem zu sehr wie ein Dime, ein Zehn-Cent-Stück aus. 1944 stellte das Münzamt wieder kupferbasierte Pennys her. Dazu wurden Patronenhülsen verwendet, die von militärischen Ausbildungsstätten eingesammelt wurden.

  • ap
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