Buchtipp Transformationale Produkte Das Ende der vier Marketing-Ps

Firmen wie Google und Facebook investierten keinen Cent in Werbung und reiften dennoch zu Tech-Großmächten. Ihr Rezept und wie erfolgreiche digitale Produkte entstehen, beschreibt Autor und IT-Experte Matthias Schrader.
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Wie Amazons Echo soll er die Kommunikation mit Pizzaservice, Mode-Onlineshop oder Freunden übernehmen. Quelle: AFP
Transformationales Produkt: Der HomePod

Wie Amazons Echo soll er die Kommunikation mit Pizzaservice, Mode-Onlineshop oder Freunden übernehmen.

(Foto: AFP)

DüsseldorfVier Ps haben das Marketing jahrzehntelang beherrscht: Produkt, Preis, Placement (Verteilung) und Promotion (Kommunikation). Doch dieses Gebot weicht auf, dafür sorgt die Digitalisierung, die fast jede Branche durcheinanderwirbelt.

Unternehmen müssen den Fokus viel stärker auf das – heute digitale – Produkt legen, das vierte P im Marketingmix.

Leichter gesagt als getan. Matthias Schrader, Mitgründer des Internetdienstleisters Sinner-Schrader, der kürzlich an die Beratung Accenture verkauft wurde, hat ein Buch dazu geschrieben:

„Transformationale Produkte – Der Code von digitalen Produkten, die unseren Alltag erobern und die Wirtschaft revolutionieren“ ist ein kluger Wegweiser durch das digitale Wirrwarr.

Der Internetexperte analysiert, was digitale Transformation bedeutet, erklärt anschaulich und gibt Hilfestellung. Schrader, den sie in der Marketing-Szene „Mattes“ nennen, liefert eine historische Einordnung. Nach Office-PC, Web-PC und Smartphone beschreibt er, wie nun Systeme mit künstlicher Intelligenz auf die Menschen zukommen.

Roboter rein, Menschen raus?
Industrie
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Schon heute werden viele Arbeitsschritte von Maschinen übernommen – doch die vernetzte Produktion setzt auch in den Werkshallen eine weitere Automatisierungswelle in Gang. Das muss unterm Strich aber nicht zwangsläufig zu Jobverlusten führen, heißt es aus der Wirtschaft: Schon heute liege Deutschland bei der „Roboter-Dichte“ weltweit auf Platz drei hinter Südkorea und Japan – und trotzdem sei die Beschäftigung auf einem Rekordstand, erklärt der Maschinenbau-Verband VDMA.

Industrie
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Auch der Präsident des Elektronik-Branchenverbandes ZVEI, Michael Ziesemer, sagt: „Es können auch mehr Jobs entstehen als wegfallen.“ Die Digitalisierung werde eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle und damit neue Stellen hervorbringen. „Wer kreativ ist, rangeht und sich Dinge überlegt, hat jede Menge Chancen.“

Transport und Logistik
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„Sieht, denkt und handelt.“ Vor allem das vernetzte und automatisierte Fahren dürfte künftig viele Jobs überflüssig machen. „In der Zukunft wird es keine Lokführer mehr geben, vielleicht auch keine Taxifahrer und Lkw-Fahrer mehr“, glaubt etwa Bayerns DGB-Chef Matthias Jena. Studien prognostizieren Ähnliches: Bereits in zehn Jahren könnte jeder dritte in Europa verkaufte Lastwagen etwa auf der Autobahn automatisiert fahren, erwartet etwa die Beratungsfirma McKinsey. Im Gegenzug könnten rund um die Roboter-Autos und -Lkw aber auch neue Service-Dienstleistungen entstehen.

Transport und Logistik
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Vor allem das vernetzte und automatisierte Fahren dürfte künftig viele Jobs überflüssig machen. „In der Zukunft wird es keine Lokführer mehr geben, vielleicht auch keine Taxifahrer und Lkw-Fahrer mehr“, glaubt etwa Bayerns DGB-Chef Matthias Jena. Studien prognostizieren Ähnliches: Bereits in zehn Jahren könnte jeder dritte in Europa verkaufte Lastwagen etwa auf der Autobahn automatisiert fahren, erwartet etwa die Beratungsfirma McKinsey. Im Gegenzug könnten rund um die Roboter-Autos und -Lkw aber auch neue Service-Dienstleistungen entstehen.

Büro
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Schreibarbeiten, Auftragsabwicklung und Abrechnungen – Büro- und kaufmännische Fachkräfte erledigen nach Experteneinschätzungen Arbeiten, die heute schon zu einem hohen Grad automatisierbar sind. Dadurch könnten auch viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen: Mehr als 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind in solchen Berufen tätig.

Verkäufer und Kassierer
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Der Handel wurde als eine der ersten Branchen von der Digitalisierung erfasst – entsprechend laufen im Online-Handel viele Prozesse automatisiert ab. In stationären Läden aber sitzen meist noch Menschen an den Kassen, obwohl sich auch das Bezahlen automatisch regeln lässt. Das macht auch der Versandriese Amazon vor: Seit kurzem testet er in den USA einen Supermarkt ohne klassisches Kassensystem und Verkaufspersonal – abgerechnet wird per Smartphone-App und Kundenkonto.

Landwirtschaft
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Sie melken die Kühe, füttern, misten aus und helfen beim Ernten – Roboter haben längst auch auf den Bauernhöfen Einzug gehalten. Wo bisher meist viel Arbeit von wenigen Händen erledigt werden musste, sind maschinelle Kollegen eine willkommene Unterstützung. Ausschließlich maschinell wird aber auch der Bauernhof der Zukunft mit seinen vielfältigen Tätigkeiten wohl nicht funktionieren.

Echo von Amazon, Cortana von Microsoft, Siri von Apple. Wie verheißungsvoll Produkte mit Sprachsteuerung sind, zeigte sich diese Woche auf Apples Entwicklerkonferenz: Der iPhone-Hersteller stellte dort den HomePod vor, der wie Amazons Echo die Kommunikation mit Pizzaservice, Mode-Onlineshop oder den Freunden übernehmen kann.

Schrader erklärt, wie die sogenannten Gafas – ein Akronym aus Google, Apple, Facebook und Amazon – so mächtig werden konnten. Ihr Markenwert liegt addiert bei knapp 750 Milliarden Dollar, das zeigte das Markenwertranking Brand Z 2017, das diese Woche veröffentlicht wurde.

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Markengroßmacht ohne einen Werbedollar
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1 Kommentar zu "Buchtipp Transformationale Produkte: Das Ende der vier Marketing-Ps"

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  • "Markengroßmacht ohne einen Werbedollar" - und Aussagen über Bücher ohne Inhalte.

    Aufgrund der sehr oberflächlich gehaltenen Zusammenfassung (Vielleicht relativiert es ja der Autor im Buch?): Die Aussage an sich (Markengroßmacht ohne einen Werbedollar) ist erwiesenermaßen falsch, denn die "Gafas" investier(t)en mehr als genug Geld in Werbung (einfach mal ab und zu den Fernseher einschalten).

    Vielleicht, gemessen an den "Kosten pro Lead", lange nicht so viel wie herkömmliche Firmen - wo "Digitalisierung" immer noch irgendein SAP Programm zusammen mit einer schlechten Webseite bedeutet - aber "ohne einen einzigen Werbedollar" ist mehr als übertrieben. Siehe auch: http://www.businessinsider.de/facebook-biggest-new-tv-advertiser-google-thinkbox-2015-2016-2?r=US&IR=T

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