Fotografie Stephen Shore – ein Geheimtipp unter Kennern

Der konzeptuelle Blick auf den Alltag verbindet die Lichtbilder des Amerikaners Stephen Shore mit denen der "Düsseldorfer Schule". Diese gemeinsame Haltung macht eine gelungene Ausstellung im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft deutlich. Blick auf die Marktentwicklung eines Geheimtipps.
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Straßenszenen, die aussehen als wären sie verlassene Filmsets, machten Stephen Shore berühmt. Hier im Ausschnitt "El Paso Street, El Paso, Texas". Quelle: Stephen Shore, Courtesy 303 Gallery New York

Straßenszenen, die aussehen als wären sie verlassene Filmsets, machten Stephen Shore berühmt. Hier im Ausschnitt "El Paso Street, El Paso, Texas".

DÜSSELDORF. Der amerikanische Fotograf Stephen Shore hat die Becher-Klasse beeinflusst und inspiriert. Mit dieser These machten vor 15 Jahren zwei Ausstellungen in Münster Furore. Shore gastierte im Westfälischen Kunstverein, Bernd und Hilla Becher im Landesmuseum Münster. Kennen gelernt hatte man sich 1973 in New York, ein Jahr nachdem das Ehepaar Becher ihre typologische Bilddokumentation von Wassertürmen in der Galerie von Ileana Sonnabend gezeigt hatte. 1975 waren sie die einzigen Europäer, die an der legendären "New Topographics"-Ausstellung im George Eastman House in Rochester teilnahmen, in der auch Shore vertreten war. Eine Gruppenschau, die den Beginn einer neuen, sehr nüchternen fotografischen Sicht auf die Landschaft markierte

.

Erstaunlich ist, dass die Früchte tragende Verbindung zwischen Shore und Bechers erst heute zum Thema einer umfangreichen Schau im Düsseldorfer NRW Forum Kultur und Wirtschaft gemacht worden ist. Während Bernd und Hilla Becher mit ihren seriellen, in Schwarzweiß aufgenommenen Industriedenkmalen kontinuierlichen und internationalen Bedeutungszuwachs erfuhren, war Shore, Pionier der amerikanischen Farbfotografie, 1995 eigentlich schon fast wieder vergessen. Die Ausstellung in Münster leitete sein Comeback ein.

Formalisierte Dokumentation

Mit den Bechers verbindet Shore der unbedingte Wille zu dokumentieren und eine formalistische, sehr präzise Herangehensweise an den Gegenstand. Das und der Einsatz der Farbe wurde auch für die junge, von Bernd Becher unterrichtete Generation von Fotokünstlern vorbildlich, die an der Düsseldorfer Kunstakademie studierte. 21 sind es, die in der klar gehängten Ausstellung die sogenannte neue Düsseldorfer Schule repräsentieren, unter ihnen bekannte Namen wie Candida Höfer, Andreas Gursky, Simone Nieweg, Claus Goedicke, Elger Esser oder Thomas Struth. Auf sie ist man stolz, weil sie den Siegeszug der Fotografie als Kunstgattung von Düsseldorf in die Welt hinaus getragen haben. Der Dialog mit Shore im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft ist auch 15 Jahre nach Münster gelungen (bis 16. Januar 2011).

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