Iranische Kunst Das subtile Mittel Ironie

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Das Ornament als Ordnungsmacht
Shahab Fotouhi/Neda Razavipour: "Census" Quelle: Abbas Kowsari

Shahab Fotouhi/Neda Razavipour: "Census"

(Foto: Abbas Kowsari)

Wie bewahrt der Einzelne seine Individualität in der Hochhaus-Metropole Teheran? Das Künstlerduo Neda Razavipour und Shahab Fotouhi haben in die leeren Fensterhöhlen eines der ungezählten unvollendeten Betonhochhäuser überdimensionierte Porträts von Menschen auf der Straße projiziert und hinterleuchtet. Für Isabel Herda ein „Appell an die Würde des Menschen.“ Eine Würde, die die im Alltag schnell dem Konformitätsdruck geopfert wird.

So wie die islamische Republik Iran das Kollektive vor das Individuelle stellt, reproduziert das im Orient allgegenwärtige Ornament eine neue Ordnung und macht damit das Individuelle unsichtbar. Aus der Reflexion der Ordnungsmacht Ornament gelingen der in Deutschland lebenden Konzeptkünstlerin Parastou Forouhar verstörende Bilder. Ihre Gestalten verstricken sich in Allovermustern, deren Dominanz und Sinnbildlichkeit für Gewalt man erst auf den zweiten Blick erkennt.

Die Macht der Mütter
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1 Kommentar zu "Iranische Kunst: Das subtile Mittel Ironie"

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  • Neben den USA ist Deutschland wohl das Land, das am verblendedsten gegenüber Iran ist. Kein Wunder, beschränken wir doch den kulturellen Austausch mit den Iranern grundsätzlich auf irgendwelchen Künstlern, deren Kunst gegen das Regime ist. Selbst wenn ein iranischer Künstler mal etwas macht, was nicht gegen das Regime ist, so wird es in Deutschland halt so interpretiert als sei es das. Als würden die Iraner nichts anderes auf dem Kasten haben als gegen ihr politisches System zu wettern. Das muss doch mal einem Zeitungsredakteur in Deutschland aufgefallen sein oder warum wird nie darüber berichtet? Es kann natürlich auch an Exil-Iranern wie Samadi liegen, die ganz gerne eben so ein Bild von ihrem Heimatland verbreiten, nur weil sie selbst nicht damit zufrieden sind. Höchst undemokratisch - aber kommt in Deutschland gut an. Wir nehmen nur das von Iran als authenthisch an, was unserer eigenen Kultur am ähnlichsten oder am passendsten ist. Ein sehr guter Artikel zu dem Thema, den ich hier empfehlen möchte: http://irananders.de/home/news/article/interview-der-nahost-diskurs-ist-ideologisiert.html

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