Kunstmesse Frieze Zeitgenössische Kunst macht Sammler wieder heiß

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Eine Besucherin betrachte auf der Messe ein Werk von Thomas Houseago. Quelle: Reuters

Eine Besucherin betrachte auf der Messe ein Werk von Thomas Houseago.

(Foto: Reuters)

Gefeilscht wird nicht mehr lange

Der Markt zeigte auch sonst Flagge. Die Preise sind nicht mehr ganz so verrückt. „Die Zeiten sind vorbei, wo man bei 20 000 Euro nicht nachgefragt hat“, bedauert Jari Lager von der Union Gallery beim Messebummel.

Aber von der ersten Stunde an werden Verkäufe gemeldet, und gefeilscht wird nicht mehr lange. Während White Cube den Verkauf der großen Damien-Hirst-Vitrine mit Fischen in Formaldehyd für 3,5 Mio. Pfund an einen asiatischen Sammler bestätigte, liefen am Stand gerade die Verhandlungen über die kleine Katharina-Fritsch-Figur „The Giant“ für 32 000 Euro an, ein Mini-Herkules, der verdächtig nach einem betagten, dickbäuchigen Kunstsammler aussieht.

Amerikaner, angeführt von Hedge-Fonds-Supersammler Steven Cohen, hatten sich durch die Warnungen ihres Präsidenten vor europäischen Terrorgefahren nicht abhalten lassen. Die Zahl der Asiaten, die den Weg nach London fanden, ist spürbar gestiegen. Londoner Großsammler wie Lawrence Graff oder Saatchi waren selbstverständlich unter den Ersten auf der Messe.

Sie kommen, um neue Künstler zu entdecken. „Dies ist die wichtigste Messe in der Welt für neue Künstler“, sagt Galerist François Gehbaly aus Los Angeles und kann es immer noch nicht fassen, dass er als Nachwuchsgalerie für den Projektplatz „Frame“ ausgewählt wurde. Er will Besuchern die Installation „Documents are Flat“ des algerischen Künstlers Neil Beloufa erklären, aber dafür hat niemand Zeit. Das Gedränge ist groß wie nie, und man spürt überall schon wieder die Angst, etwas zu verpassen.

Junge Kunst und große Namen

„Heute beginnt der Aufstieg von Ricarda Roggan“, verkündet Verkaufstalent Gerd-Harry Lybke von Eigen + Art und bietet ihre großen Baumfotografien für 48 000 Euro an. Bruno Brunnet von Contemporary Fine Arts ist voll des Lobes für das Londoner Messepublikum. Er hat zwei der neuen Vitrinen von Max Frisinger mitgebracht und auf Anhieb verkauft (35 000 Pfund). „Auch Baselitz ist ein Junger“, sagt er und zeigt auf eine große Papierarbeit für 500 000 Euro.

Die Kunst der Jungen wird bei den Großen mit gewichtigen Werken aufgewogen: Auch White Cube hat einen Baselitz für 500 000 Pfund, bei der Galerie Werner kann man das Streifenbild „Two Dogs Upward“ für 2 Mio. Dollar haben. Ein großes Rasterbild von Sigmar Polke wurde hier für 2 Mio. Dollar verkauft. Zwirner nebenan hat einen großen Chris Ofili von 1998 für 1,5 Mio. Dollar im Angebot. Ursula Krinzinger zeigt zwei Werke der Turner-Preis-Kandidatin Angela de la Cruz, die Wandskulptur kostet 50 000 Euro.

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