Nachlass Monets Brille für 1000 Dollar

Aus Claude Monets Nachlass kommen 58 Gegenstände unter den Hammer. Er war Mitgründer des Impressionismus und ist bis heute einer der bekanntesten französischen Maler. Ein Käsemesser ist auch dabei.
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Skizzen, Fotos, seine Brille und ein Käsemesser von dem französischen Impressionisten kommen in Hongkong unter den Versteigerungshammer. Quelle: dpa
Claude Monet

Skizzen, Fotos, seine Brille und ein Käsemesser von dem französischen Impressionisten kommen in Hongkong unter den Versteigerungshammer.

(Foto: dpa)

ParisSkizzen, Fotos und ein Käsemesser: Kunstwerke und persönliche Gegenstände aus dem Nachlass des französischen Impressionisten Claude Monet kommen unter den Hammer. Bei der Versteigerung stehen neben frühen Zeichnungen und Pastellbildern Monets (1840-1926) auch Werke befreundeter Künstler wie Édouard Manet und Auguste Rodin zum Verkauf, wie das Auktionshaus Christie's am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Die Objekte werden bis kommenden Sonntag öffentlich in Paris gezeigt und am 26. November in Hongkong versteigert. „Diese Kollektion verschafft einen intimen Einblick ins Leben des Künstlers Monet und des Sammlers Monet“, sagte Adrien Meyer, der bei Christie's die Impressionistische und Moderne Abteilung mit leitet. „Wir können nicht nur die Entwicklung von Monets Stil beobachten, sondern nachvollziehen, was ihn inspirierte, nach wegbahnenden Mitteln der Repräsentation zu streben.“

Das sind die bisher teuersten Kunstwerke 2017
Top 10: 44 Millionen Dollar für Pablo Picassos „Femme écrivant(Marie-Thérèse), 1934
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Jung, blond und strahlend war Marie-Thérèse Walter 1927 Pablo Picasso begegnet. Ihre Vitalität und Liebe taten dem Meister gut. 1934 malt er dieses sehr persönliche, heitere Porträt der lesenden Geliebten. Picasso ist wie eine Marke, die neue Sammler weltweit magisch anzieht. Der Endpreis von 44 Millionen Dollar liegt leicht über der oberen Schätzung.

Top 9: 45 Millionen Dollar für Pablo Picassos „Femme assise, robe bleue“, 1939
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Vor sechs Jahren hatte Picassos Muse Dora Maar als „Femme assise, robe bleue“ noch 29 Millionen Dollar gekostet. Jetzt konnten sich der Sammler und Asset Manager Dimitri Mavrommatis und Christie’s über 45 Millionen Dollar freuen. Das Bild hat eine bewegte Geschichte unter den Nazis hinter sich. Sie wurde mit Burt Lancaster in „The Train“ verfilmt.

Top 8: 45,8 Millionen Dollar für Max Beckmanns “Hölle der Vögel”, 1937/38
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Es ist ein Aufschrei, der das Böse entlarvt. Vogelwesen quälen Menschen, Massen recken den Arm zum Hitlergruß. Max Beckmann lebte schon im Exil, als er die „Hölle der Vögel“ als Nazi-Folterkammer malte. Nur wenige seiner Bilder sind so eindeutig politisch. Da das Gemälde von 1937/38 aus exquisiten Sammlungen stammt, konnte es mit 45,8 Millionen Dollar einen neuen Weltrekordpreis für Beckmann etablieren.

Top 7: 49 Millionen Dollar für Chen Rongs “Six Dragons”
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Der Meister der chinesischen Drachenmalerei, Chen Rong, hat nur 25 Kunstwerke hinterlassen. Das vier Meter lange Rollbild mit sechs lebhaften Drachen entstand während der Song Dynastie (960-1279) und gehörte zu den kaiserlichen Sammlungen der Qing Dynastie (1644-1911). Gute Voraussetzungen also für eine ungeheure Bieterschlacht. Auf mindestens 1,2 Millionen Dollar geschätzt, erzielten die feuerspeienden Drachen 49 Millionen Dollar.

Top 6: 51,8 Millionen Dollar für Francis Bacons “Three Studies for a Portrait of George Dyer”, 1963
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Als der Maler Francis Bacon George Dyer traf, verliebte er sich sofort. Über 40 Mal schuf Bacon Seelenporträts seines schwierigen Freundes. Die dreiteilige Studie aus dem Jahr 1963 gehörte einst dem Autor Roald Dahl und war auf 50 bis 70 Millionen Dollar geschätzt. Mit 51,8 Millionen Dollar hat sie es immerhin auf Platz 2 in Christie’s Top-Ten-Liste geschafft.

Top 5: 52,9 Millionen Dollar für Cy Twomblys „Leda and the Swan“, 1962
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Zeus verliebt sich in Leda und schwängert sie. Dieses hocherotische Thema hat der Maler Cy Twombly in einem aufgeregten Knäuel aus Stichen und Farbfetzen wiedergegeben. „Leda and the Swan” übersprang leicht die untere Schätzung von 35 Millionen Dollar. Die obere Taxe erreichte das vitale Bild mit 52,9 Millionen Dollar aber doch nicht ganz. Auch von dem erhofften neuen Rekord war es ein gutes Stück entfernt. Der liegt immer noch bei 70,5 Millionen Dollar.

Top 4: 57,4 Millionen Dollar für die Skulptur „La muse endormie“ von Constantin Brancusi
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Der Bildhauer Constantin Brancusi ist berühmt für eine so radikale wie poetische Vereinfachung. Der Kopf der schlafenden Muse ist eiförmig und bestens erhalten. Die Skulptur von 1913 war von Christie's auf 25 bis 35 Millionen Dollar geschätzt. Doch mindestens fünf am Telefon zugeschaltete Bieter überboten sich neun Minuten lang. Am Ende lag der Rekordpreis bei 57,4 Millionen Dollar.

Insgesamt 58 Lose stehen zum Verkauf, die Schätzpreise reichen von 500 US-Dollar (rund 420 Euro) bis 3 Millionen US-Dollar. Die Auktion wird unter dem Titel „Dear Monsieur Monet“ („Lieber Herr Monet“) präsentiert. Dazu gehört etwa ein Brief des französischen Malers Paul Signac an Monet, außerdem stehen Stücke aus Monets Sammlung japanischer Drucke zum Verkauf. Mit einem Schätzpreis von 2 bis 3 Millionen Dollar wird ein Bild Monets von Pappelbäumen in Giverny bewertet.

Mehrere Original-Fotos zeigen den großen Impressionisten an seinem Haus in Giverny, dessen Seerosenteich Motiv für bekannte Werke Monets war. Auf einer Fotografie vom Oktober 1908 ist der Maler mit seiner zweiten Frau Alice Hoschedé auf dem Markusplatz in Venedig zu sehen. Auch eine Brille Monets ist zu erwerben, Schätzpreis 1000 bis 1500 Dollar – und ein silbernes Käsemesser.

Nach Angaben des Auktionshauses wurde die Sammlung von einer nicht anerkannten Tochter von Monets Sohn Michel aufbewahrt. „Die Objekte in der Versteigerung (...) sind bis zu diesem Tag in der Familie von Claude Monet geblieben“, sagte Meyer.

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  • dpa
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