Kryptowährung

In seinem Buch erklärt Moderator Tim Schreder einsteigerfreundlich den Bitcoin.

(Foto: Reuters)

Rezension: „Das neue Geld“ Wie Neulinge den Einstieg in die Krypto-Welt schaffen

Ein neues Buch erklärt Anfängern, wie der Bitcoin funktioniert. Es ist leicht verständlich – hat aber einige Lücken.
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DüsseldorfTim Schreder ist ehrlich. „Wie komme (…) ausgerechnet ich dazu, Ihnen die Welt des neuen Geldes erklären zu wollen?“, fragt er. Eigentlich ist er Moderator der ZDF-Kindernachrichtensendung „Logo“. Nun hat er aber ein Buch geschrieben, mit dem Titel „Das neue Geld – Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain verständlich erklärt“. Und tatsächlich: Schreder, ein Fußball- und Politikversteher, ist nicht derjenige, der einem für einen Bitcoin-Ratgeber als erster Experte in den Sinn käme.

Doch das muss kein Nachteil sein. Gerade die mit oft kruden Begriffen hantierende Welt der Kryptowährungen kann einen frischen Blick von außen bestens vertragen. Zu lange hat die Community aus Programmierern und Glücksrittern eine Sprache kultiviert, die Einsteiger ausschließt und vor allem Insidern nützt. Das muss sich ändern, da immer mehr Laien ohne Anlageerfahrung an die Kryptobörsen strömen.

Für sie ist das Buch eine ausgewogene Einführung. Auf luftig bedruckten 136 Seiten entschlüsselt es die wichtigsten Begriffe des Kryptouniversums. Ausgehend von der Frage, was Geld eigentlich ist, behandelt es virtuelle Münzen, die Blockchain-Technologie, Handel, Aufbewahrung und Aufspaltung von Coins sowie die Chance auf den großen Spekulationsgewinn. Die Sprache ist einfach bis simpel, das Buch leicht verständlich. Regelmäßig schreibt der Autor locker in Ich-Form und wiederholt zentrale Hinweise.

Tim Schreder: Das neue Geld – Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain verständlich erklärt
Piper Verlag
München 2018
144 Seiten
10,00 Euro
ISBN: 978-3492307468

Ein Kunstgriff ist Schreder bei der Skizzierung der Blockchain gelungen. Sein Gedankenexperiment – eine Freundesgruppe sitzt um einen Tisch und notiert Transaktionen in der fiktiven Währung „Taler“ – liefert eine ausgesprochen eingängige Erklärung der komplexen Technologie.

Mit Kritik spart Schreder dennoch nicht: „Das Bitcoin-Netzwerk ist momentan gerade mal in der Lage, weniger als zehn Transaktionen pro Sekunde durchzuführen.“ Außerdem: Anleger müssten sich klarmachen, dass das Investieren in Kryptowährungen reine Spekulation sei, da stabile Preisniveaus fehlten. „Sie sollten also dazu bereit sein, im schlimmsten Fall Ihr komplettes Investment zu verlieren“, warnt Schreder.

Mehr als eine Erstinformation darf der Leser aber nicht erwarten. Denn der Autor referiert die verschiedenen Wege, an Bitcoin und Co. zu kommen. Konkrete und fundierte Verweise auf vertrauenswürdige Plattformen aber fehlen.

Zudem wird das Boom-Thema virtuelle Börsengänge (ICOs) völlig ignoriert. Ein 2018 erschienenes Buch zu Blockchain-Investments sollte zumindest in einem Exkurs Tokens erwähnen und die Gefahren dieser hochspekulativen Kryptovermögenswerte benennen.

An einer Stelle gibt der Autor nonchalant zu, Blockchain selbst nicht bis ins letzte Detail erklären zu können. Problematisch ist das nicht. Schreder setzt auch so hilfreiche Leitplanken für die Kryptoautobahn. Optimal wäre aber, wenn es dabei auch für Anleger-Sonntagsfahrer keine Lücken gäbe.

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