Tatort-Kritik „Au weia, das tut weh!“

Engagiert aber dennoch gescheitert: Der Ludwigshafener Tatort ist bei der Twitter-Gemeinde gar nicht gut angekommen. Überfrachtete Story, kaum Spannung dafür aber viel Verwirrung. Die Kritik im Netz.
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Ulrike Folkerts als „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal gibt in einer Filmszene in „Die Sonne stirbt wie ein Tier“ einem Pferde den Gnadenschuss. Quelle: dpa

Ulrike Folkerts als „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal gibt in einer Filmszene in „Die Sonne stirbt wie ein Tier“ einem Pferde den Gnadenschuss.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEine Kriminalbeamtin, die ihrem Burnout zu entfliehen versucht. Ein Täter, der mit einer Depression zu kämpfen hat. Und nebenbei ein Toter und viele tote Pferde. Der gestrige Ludwigshafener Tatort war thematisch gut aufgestellt, doch wirklich gut angekommen ist er nicht.

Auf Twitter hielt sich die Begeisterung der Tatort-Fangemeinde über die Folge „Die Sonne stirbt wie ein Tier“ arg in Grenzen. „Warum werden großartige Filme wie Betty Anne Waters mitten in der Nacht gezeigt? Wohl kaum weil der Tatort besser ist ...“, ätzte ein Nutzer auf dem Kurznachrichtendienst.

Mit seiner Kritik war der Mann nicht alleine. Einem anderen fehlte es bei Ulrike Folkerts (alias Lena Odenthal) 61. Tatort-Fall einfach an Spannung: „Die Dramaturgie des Films soll übrigens bei 'Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands' geklaut sein.“

Das Ludwigshafener Ermittlertrio konnte gestern in der Tat seine Zuschauer nur schwer in den Bann ziehen. Zu hölzern wirkten teilweise die Dialoge, zu überfrachtet war die Story. Bei Spiegel Kultur fragte man sich nach einer halben Stunde wegen was nun ermittelt wurde. „Was war jetzt eigentlich mit diesem toten Menschen? Ermittelt da auch jemand?“, ließ das Nachrichtenmagazin seine Leser auf Twitter wissen.

Das sind die beliebtesten Tatort-Kommissare
"Tatort"
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Der ARD-Tatort ist die erfolgreichste und langlebigste Krimireihe im deutschen Fernsehen - und er wächst und wächst. Das Ranking beruht auf den durchschnittlichen Zuschauerzahlen zwischen dem 13. Oktober 2012 bis 12. Oktober 2014, zusammengestellt vom Online-Medienmagazin Meedia.

Dreharbeit Tatort "Die Unmöglichkeit sich den Tod vorzustellen"Tatort
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Platz 15: Stark/Ritter (Berlin)

Till Ritter (Dominic Raacke, li.) und Felix Stark (Boris Aljinovic) haben sich nach 13 Tatort-Jahren vom Publikum verabschiedet. Rund zehn Millionen Zuschauer sahen im Februar „Großer schwarzer Vogel“, den 30. und letzten Fall des Duos. Aljinovic ermittelt in diesem Jahr ein weiteres Mal: In „Die Vorsehung“ gibt er am 16. November ein Solo - fast: Stark löst den Fall mit einer Hellseherin. Dominic Raacke ist dann schon raus. 2015 wird es einen Wechsel geben: Meret Becker und Mark Waschke ermitteln fortan. Ob dann auch noch im Schnitt 8,88 Millionen Tatort-Fans einschalten?

Saalfeld Keppler
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Platz 14: Saalfeld/Keppler (Leipzig)

Simone Thomalla und Martin Wuttke (li.) liegen mit einem Schnitt von 8,97 Millionen bei der Zuschauergunst im Mittelfeld. Sie bilden seit 2008 das Ermittlerteam in den in Leipzig spielenden Tatort-Filmen des MDR. Doch nicht mehr lange: 2015 soll die letzte Folge mit dem Team ausgestrahlt werden.

SR-Tatort «Eine Handvoll Paradies»
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Platz 13: Marx/Stellbrink (Saarbrücken)

Devid Striesow (Kommissar Jens Stellbrink) und Elisabeth Brück (Kommissarin Lisa Marx) ermitteln seit 2013 im Saarland. Seitdem sind 9,01 Millionen Deutsche regelmäßig dabei. Thematisch will das Team auch jüngere Generationen ansprechen: „Ich finde es gut, aus jeder Richtung angeregt zu werden: Action, Comedy, Beziehungskisten“, sagte Devid Strisow.

Die Neue und ´Spielverderber»: Kekilli im ´Tatort»
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Platz 12: Borowski (Kiel)

Einer der großen Aufsteiger in diesem Jahr: Von zuletzt Platz 16 katapultiert sich das Duo auf Rang 12 mit durchschnittlich 9,15 Millionen Zuschauern.

Rätselraten um «Tatort»-Kommissar
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Platz 11: Batic/Leitmayr (München)

Ivo Batic (Miroslav Nemec, re.) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) sind Tatort-Urgesteine. Seit 1991 haben sie bereits fast 70 Fälle in der bayerischen Hauptstadt gelöst. In der jüngsten Episode war Leitmayr mit einem Messer im Rücken reglos liegen geblieben. Die Fans bangten um sein Leben. Nun haben sie Gewissheit: Leitmayr lebt. Schon in der nächsten Folge ist er wieder voll bei Sinnen und Kräften. „Wüstensohn“ wird im Herbst ausgestrahlt. Auch die derzeit 9,29 Millionen Zuseher sind dann vermutlich wieder dabei.

Bremer "Tatort - Alle meine Jungs"
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Platz 10: Lürsen/Stedefreund (Bremen)

Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) und Kommissar Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) sind in Bremen unterwegs, und das seit 1997 (30 Folgen). Zuletzt ermittelten sie gegen die Müllmafia. 9,30 Millionen TV-Zuschauer fiebern im Schnitt mit und ein Indiz für die Beliebtheit des Duos.

Mitten in dieses Verwirrspiel wurde Lena Odenthal hineingeworfen. Die an Burnout erkrankte Ermittlerin laboriert ihre Krankheit in einem Reha-Camp, als sie von einem Streifenpolizisten in den Fall hineingezogen wird. Die Begegnung zwischen dem Polizisten und der Ermittlerin stand bezeichnend für die unbeholfene Inszenierung des Ludwigshafener Tatorts.

Odenthal spricht mit ihrem Therapeuten über ihr Leiden, während im Hintergrund eine Truppe Senioren in Trainingsanzügen zu Vogelgezwitscher und bei Sonnenschein staksige Tai-Chi-Bewegungen vollführt, die im Zusammenspiel mit dem ernsthaften Therapeuten-Gespräch einfach nur urkomisch wirken.

Durch diese sich in Zeitluppe bewegende Truppe stampft der Polizist mit einem gehetzten „Mooorgen“ hindurch und fragt nach der Ermittlerin. Auf Odenthals Verwunderung, wie der Polizist sie gefunden habe, kommt die lapidare Antwort: „Wir sind hier auf dem Land, da redet man.“

Weniger Krimi, mehr ein Verwirrspiel
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