„007 Elements“ in Sölden Bond-Installation lockt Kinofans in die Tiroler Berge

Der Bond-Drehort Sölden setzt der Hollywood-Ikone ein Denkmal. Eine kostspielige Installation soll die Gemeinde weltweit bekannt machen.
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Der Bond-Film wurde 2015 in Sölden gedreht. Quelle: obs
Szene aus „Spectre“

Der Bond-Film wurde 2015 in Sölden gedreht.

(Foto: obs)

SöldenDer neue Koloss aus Beton, Stahl und Glas steht auf über 3000 Metern Höhe. Er gleich einem baulichen Wunder. Denn die nicht rechtwinkligen Räume mit großen Stahltüren und zwei gewaltigen Öffnungen mit einem faszinierenden Blick über die Tiroler Bergwelt in den Permafrost zu treiben, war eine Herausforderung für den Architekten, die Bauarbeiter und den Investor.

Initiator des Projektes ist der österreichische Unternehmer Jack Falkner, Chef der Söldener Bergbahnen. Er wollte unbedingt eine Kinoinstallation zu Ehren von James Bond errichten, die so extrem ist wie die Filme der Hollywood-Ikone.

Auslöser für das Erlebnis James Bond in den österreichischen Alpen war der Streifen „Spectre“ mit Daniel Craig. Der Wintersportort im Ötztal, eine gute Autostunde von Innsbruck, war 2015 spektakulärer Drehort für den Meisterspion. Das Restaurant „Ice Q“ der Söldener Bergbahnen diente als „Hoffler Klinik“ in „Spectre“.

Errichtet wurde der spektakuläre Bau am Gipfelgrat von dem Architekten Johann Obermoser. Quelle: Bergbahnen Sölden
„007 Elements in Sölden“

Errichtet wurde der spektakuläre Bau am Gipfelgrat von dem Architekten Johann Obermoser.

(Foto: Bergbahnen Sölden)

Nur wenige Meter davon entfernt eröffnet am 12. Juli auf dem Gaislachkogel die Kinoinstallation „007 Elements“ ihre Pforten. Derzeit läuft die Probephase. Errichtet wurde der spektakuläre Bau am Gipfelgrat von dem Architekten Johann Obermoser, der bereits 2013 den 4,5 Millionen Euro teuren „Ice Q“ errichtete. „Die letzte Decke haben wir bei minus 28 Grad betoniert“, erinnert sich der Innsbrucker.

Insgesamt wurden 2700 Kubikmeter Beton in der alpinen Bergwelt verbaut. „Leidenschaft haben wir gebraucht. Lange Vertragsverhandlungen, ein harter Winter und Betonarbeiten per Helikopter“, ergänzt sein Duz-Freund Falkner.

Entwickelt wurde die Kinoinstallation von der in London ansässigen Bond-Firma Eon Productions und dem für mehrere Bond-Filme verantwortliche Art Director Neal Callow. „Wir wollen eine neue Sicht in die Welt von James Bond ermöglichen“, sagt Callow in Sölden. Das Hollywood-Studio MGM gab seinen Segen.

Kein Raum gleicht dem anderen

Die Umsetzung der einzelnen Räume erfolgte dann durch die deutsch-amerikanische Kreativagentur Optimist aus Los Angeles, zu deren Kunden Marke wie Nike und Apple zählen. Der Besucher bewegt sich beim rund einstündigen Besuch durch einen fiktiven Gletscherspalt fast unmerklich durch abwärtsführende Ebenen. Kein Raum gleicht dem anderen in der Kinoinstallation mit einer Ausstellungsfläche von 1200 Quadratmetern.

Der österreichische Unternehmer initiierte das kostspielige Projekt. Quelle: Bergbahnen Sölden
Jack Falkner

Der österreichische Unternehmer initiierte das kostspielige Projekt.

(Foto: Bergbahnen Sölden)

In den „007 Elements“ wird auf spektakuläre Weise die Herstellung, die Geschichte und die Technik der wohl weltweit bekanntesten Filmmarke auf moderne Weise erzählt. „Wir wollten keine traditionelle Museumsausstellung machen, sondern Erlebnisräume kreieren“, sagt Optimist-Partner Tino Schaedler, der die Konzeption und Umsetzung der „007 Elements“ verantwortete.

„Es geht um Emotionen, um Bond erlebbar zu machen.“ Der Besucher muss sich für das 007-Erlebnis aber selbst im Sommer warm anziehen. Denn die Kinoinstallation mit neun Räumen kann wegen des Permafrosts nicht beheizt werden. Selbst an heißen Tagen im Tal herrschen auf über 3000 Metern Höhe oft Temperaturen wie im November.

Wie viel das neue Museum mit Gletscherblick gekostet hat, darüber schweigt Jack Falkner lieber. Es war sehr teuer. Insider im Ötztal gehen von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag aus. „Nach dem Eröffnungsjahr rechne ich jährlich mit 120.000 Besucher“, sagt Falkner dem Handelsblatt.

Ein Besuch der „007 Elements“ ist kein preiswertes Vergnügen. Der Eintritt kostet 22 Euro, in Kombination mit der Seilbahnfahrt sind dann 54 Euro fällig. „Wir präsentieren dafür modernen, coolen Content. Ziel ist es, dass die Besucher vollständig in die Welt von James Bond eintauchen“, sagt der Tiroler.

Die Installation befindet sich rund 3.000 Meter über dem Boden. Quelle: Bergbahnen Sölden
Luftige Höhe

Die Installation befindet sich rund 3.000 Meter über dem Boden.

(Foto: Bergbahnen Sölden)

Dem in Österreich bekannten Tourismus-Strategen Falkner geht es nicht in erster Linie um die Umsätze an der Museumskasse. Mit James Bond will er die Marke Sölden glänzen lassen und weltweit bekannt machen. „Wir suchen nach neuen Märkten wie China. Die Marke James Bond im Zusammenhang mit Sölden wird bei der Erschließung neuer Zielgruppe sehr helfen“, ist sich der Manager sicher. „Die Marke James Bond ist schließlich unbezahlbar.“

Die 007 Elements in Sölden eröffnen am 12. Juli. Die Öffnungszeiten sind täglich 9 bis 15.30 Uhr. Mindestalter für Besucher ist zwölf Jahre.

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