„Aufräumen“ in Thailand Bangkoks Straßenküchen sollen weg

Auf ihre weltberühmten Straßenküchen sind die Menschen in Bangkok ziemlich stolz. Eine halbe Million gibt es davon. Auf Geheiß der Militärregierung will die Stadtverwaltung sie alle dicht machen – es regt sich Protest.
Kommentieren
Eine Straßenküche mit Fischgerichten in Thailands Hauptstadt Bangkok. Der Säuberungskampagne der thailändischen Militärregierung sind die weltberühmten Läden ein Dorn im Auge. Sie sollen verschwinden. Quelle: dpa
Weltklasse Straßenküche

Eine Straßenküche mit Fischgerichten in Thailands Hauptstadt Bangkok. Der Säuberungskampagne der thailändischen Militärregierung sind die weltberühmten Läden ein Dorn im Auge. Sie sollen verschwinden.

(Foto: dpa)

BangkokNoch ist es einer dieser fast perfekten Abende. Zugegeben, die Plastikstühlchen sind ein wenig zu klein für europäische Gliedmaßen. Aber sonst: die Luft in Bangkok noch warm, die Straße belebt und das Essen nicht nur äußerst lecker, sondern extrem günstig dazu. Es gibt Som Tam, Thailands typischen Salat aus grünen Papayas, dazu gegrillten Fisch und schließlich noch Klebreis mit frischen Mangos. Das alles für 200 Baht, umgerechnet etwas mehr als fünf Euro.

Doch wenn es nach den Oberen von Thailands Hauptstadt geht, ist es mit solchen Abenden bald vorbei. Bis Ende dieses Jahres, so hat die Bangkok Metropolitan Administration (BMA) gerade erst verkündet, sollen die Straßenküchen komplett verschwinden – angeblich der Ordnung und der Hygiene wegen. Bleibt es dabei, wäre das für die 8,5-Millionen-Einwohner-Metropole ein ziemlicher Verlust.

Wo es in Deutschland am besten schmeckt
Platz 10: Fischereihafen-Restaurant, Hamburg
1 von 10

Das Reiseportal Trip Advisor hat die unter seinen Nutzern beliebtesten Gourmet-Restaurants Deutschland gesammelt. Aus, nach Angaben des Portals, „Millionen von Bewertungen und Meinungen“ ist eine Top-Zehn der besten Angebote für „gehobene Küche“ in der Republik entstanden.

Das Fischereihafen-Restaurant Hamburg wurde 1981 gegründet und befindet sich seitdem im Besitz der Familie Kowalke. Die Karte vereint „klassisch regionale Gerichte“ mit „modernen und exotischen Kreationen für jeden Gewschmack“. In der Praxis heißt das: Auf der Karte findet sich der norddeutsche Klassiker Labskaus neben Hummer, Austern und Kaviar für über hundert Euro pro 50 Gramm.

Quelle: Trip Advisor

Platz 9: Restaurant Medici, Frankfurt
2 von 10

In bester Lage, zwischen Zeil und Römer, unweit von Messe und Bahnhof, überzeugt das „Feinschmecker- und Fischrestaurant Medici“ die Trip Advisor Community. Der Blick auf die Karte zeigt eine vergleichsweise unprätentiöse Küche: Elsäßer Flammkuchen, Vitello Tonnato, Steaks und Bratfisch. Auffällig ist eine Auswahl von spanischem Schinken. Eine kleine, geradlinige Karte die beim Publikum zu gefallen scheint.

Platz 8: Henssler Henssler, Hamburg
3 von 10

Die Sushibar des ersten deutschen „Professional Sushi Chef“ Steffen Henssler, einem breiten Publikum auch als Fernsehkoch bekannt, kreist wenig überraschend ganz um Sushi und Sashimi. Neben den Fischvarianten in klassischen und experimentellen Formen, Tempura und Geflügelspezialitäten, gibt es für den Fleischliebhaber auch „Dry Aged“-Steaks vom Grill.

Platz 7: Cookies Cream, Berlin
4 von 10

Chicorée mit Kamille, geschmorter Sellerie mit geräucherter Buttermilch, Joghurtparfait mit Hollunder: Das Cookies Cream in Berlin serviert den Gästen ausschließlich vegetarische Küche – so diese das Restaurant, versteckt gelegen und nur über einen Hinterhof erreichbar, denn finden. Die Karte gibt sich übersichtlich: Fünf Vorspeisen, fünf Hauptgerichte, drei Desserts, am besten als Menü zu nehmen, die Preise gelten pro Kategorie.

Platz 6: Broeding, München
5 von 10

Der Broeding ist eine Kreuzung aus Bachsaibling und Seesaibling – das Broeding allerdings kein Fischrestaurant. Seit 1990 funktioniert das Restaurant nach dem selben Konzept: Jeden Tag wird genau ein Menü mit sechs Gängen serviert, dazu ist eine Weinbegleitung buchbar. Kein ganz günstiges Vergnügen, das allerdings bei der Kundschaft zu verfangen scheint. Für den etwas schmaleren Geldbeutel gibt es die Möglichkeit, zwischen 18 und 19 Uhr ein 3-Gang-Vorabendmenü zu bestellen.

Platz 5: [m]eatery bar + restaurant, Hamburg
6 von 10

Das Meatery Bar und Restaurant verspricht nicht weniger als die besten Steaks in Hamburg – und auch sonst dreht sich in dem Restaurant alles ums Fleisch. Ob Kalbstartar, gegrillte Blutwurst oder ein 900 Gramm Porterhousesteak, Fleichesser kommen mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf ihre Kosten. Allerdings ergänzen vegetarische Angebote und eine breite Fischauswahl die Karte. Dazu kommt ein üppiges Angebot an Beilagen und Saucen.

Platz 4: FACIL, Berlin
7 von 10

Das Facil, „Berlins Oase der Esskukltur“, zählt mit zwei Michelin-Sternen ganz offiziell zu den gediegeneren Adressen in Deutschland. Eine schlanke Karte trifft auf üppige Preise. Als besonderes Highlight preist das Facil seine Desserts an: „Meisterpâtissier Thomas Yoshida ist von Gault&Millau zum Pâtissier des Jahres 2016 gekürt worden“, verkündet die Onlinepräsenz stolz. Die Dessertkarte gibt sich rätselhaft und preist Kreationen mit Beschreibungen wie „Aprikose, Jasmintee und Sanchoblüten“ an.

Aktuell gibt es etwa, so genau weiß das keiner, eine halbe Million solcher Stände mit Streetfood. Die meisten bestehen nur aus einer rollenden Küche mit Propangaskocher, verbeulten Alutischen und ein paar schäbigen Plastikstühlen. Fleisch, Fisch und Gemüse liegen in einer Glasvitrine: gegrillte Hühnerbeine zum Beispiel, Krabbenküchlein oder auch Insekten, wenn man mag. Manchmal gibt es eine englische Speisekarte, aber eigentlich muss man nur auf die gewünschte Speise deuten.

Das Fast Food asiatischer Version gehört hier zum Leben dazu. „Bangkok lernst Du nur übers Essen kennen“, sagt Chawadee Nualkhair, die den besten Führer über die Straßenküchen geschrieben hat. Viele Leute haben aufgegeben, selber zu kochen. In den Garküchen sitzen Besserverdiener, Fahrer von Motorradtaxis und Touristen einträchtig zusammen. Wer keine Zeit hat, lässt sich das Essen in Plastiktüten füllen und nimmt es mit nach Hause.

Eben erst hat der Fernsehsender CNN Bangkok wieder zur Stadt mit der „besten Straßenküche der Welt“ gekürt. Trotzdem will die Stadtverwaltung den Garküchen nun ein Ende setzen. „Wir wollen die Bürgersteige den Fußgängern zurückgeben“, verkündete der zuständige Top-Beamte Wanlop Suwandee. In allen 50 Bezirken hätten Sicherheit und Sauberkeit künftig oberste Priorität. „Es wird keine Ausnahmen geben. Jeder Straßenhändler muss weg.“

Das passt zur „Aufräum“-Kampagne, mit der die seit 2014 herrschende Militärregierung das Land säubern will – nicht nur von gefälschten Handtaschen oder DVDs, sondern auch von Dingen wie Korruption und billigem Sex. Auf den ersten Straßen gilt das Verbot seit dieser Woche bereits: In Thonglor und Ekkamai, zwei beliebten Ausgehvierteln, wurden die Straßenküchen schon für illegal erklärt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
„Wenn Streetfood verboten wird, bricht unsere Wirtschaft zusammen.“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "„Aufräumen“ in Thailand: Bangkoks Straßenküchen sollen weg"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%