Comeback der Sense Jung und Alt lernen traditionelle Mähtechnik

Wenn Bauern einst Getreide ernten oder Heu machen mussten, griffen sie zur Sense. Dieses altehrwürdige Gerät erlebt gerade bei Gärtnern und Naturliebhabern ein Comeback. Besonders Frauen zeigen sich interessiert.
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Trotz moderner Mäher erlebt das Sensen eine Renaissance in Deutschland, was sich auch an dem steigenden Interesse an Kursen zeigt, in welchen den Teilnehmern das diese Technik beigebracht wird. Quelle: dpa
Der Sensenmann kommt wieder öfter

Trotz moderner Mäher erlebt das Sensen eine Renaissance in Deutschland, was sich auch an dem steigenden Interesse an Kursen zeigt, in welchen den Teilnehmern das diese Technik beigebracht wird.

(Foto: dpa)

LangenwetzendorfGesine Schramm hat ihre Sense mit einem Wetzstein präpariert, nun geht es los. Noch etwas zaghaft lässt die 26-Jährige unter dem prüfenden Blick von Klaus Hofmann ihre Sense durchs frische Gras gleiten. „Die Sense immer schön im Halbkreis vor sich ziehen“, erklärt Hofmann.

Schramm ist mit ihrem Partner Robert Thomas an diesem Morgen nach Langenwetzendorf bei Greiz in Thüringen gekommen, um die jahrtausendealte Mähtechnik zu erlernen - so wie sieben weitere Kursteilnehmer. Einige sind dafür mehr als 100 Kilometer gefahren. Denn trotz moderner Mäher erlebt das Sensen eine Renaissance in Deutschland.

Das zeigt das wachsende Interesse an Kursen von Hofmann und anderen Lehrern, die häufig ausgebucht sind. „Wir haben ein Hanggrundstück, das mit einem normalen Mäher schwer zu bearbeiten ist“, erzählt Schramm zu ihrer Motivation für den Kurs. Außerdem sei die Bewegung beim Sensen an der frischen Luft ein guter Ausgleich.

Und gemäht werde ohne nervenden Lärm. Ihr Freund ergänzt, dass es ihm auch darum gehe, ein altes Handwerk zu erhalten. So und ähnlich beschreiben es auch die anderen Teilnehmer des Kurses - und sind damit bei weitem keine Exoten.

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„Das Sensen liegt wieder im Trend“, schildert Hofmann. Der 65-Jährige hat sich vor fünf Jahren in Österreich zum Sensenlehrer ausbilden lassen und gibt seither sein Wissen in Mäh- und Dengelkursen weiter. Das Interesse daran führt er auf den allgemeinen „Ökotrend“ zurück. In seinem Kurs an diesem Tag sind Männer und Frauen verschiedener Alter und Berufe - bis hin zum Heilpraktiker oder Kinderarzt.

Auch Professoren hätten schon bei ihm Rat gesucht, erzählt Hofmann. Heiner Miller, Vorsitzender des Sensenvereins Deutschland in Wangen im Allgäu, bestätigt, dass es weniger Landwirte sind, die heute zur Sense greifen, sondern Hobbybauern, Naturschützer und Gärtner. Und darunter vor allem Frauen.

„In den Kursen sind inzwischen oft die Hälfte Frauen, manchmal haben wir sogar reine Frauenkurse“, sagt er. Bei ihnen sei das ökologische Bewusstsein höher und auch das Interesse für den Garten. Den Verein selbst gibt es erst seit 2009. „Uns geht es nicht um Wettbewerbe, wer am schnellsten mäht“, betont Miller.

„Uns geht es um das Sensen im Alltagsgebrauch.“ „Bei mir sind ungefähr 70 Prozent aller Kursteilnehmer Frauen“, bestätigt Gunther Rödel. „Frauen sind die sauberen Mäher. Männer wollen immer schnell sein - husch, husch.“

Wo Veganer am besten einkaufen
Vollsortimenter – Platz 4: Kaufland
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Die zur Schwarz-Gruppe gehörende Einzelhandelskette aus Neckarsulm landet im Ranking der Albert Schweitzer Stiftung auf dem vierten Platz bei den Vollsortimentern – zusammen mit Real. Im Vergleich zum letzten Jahr konnte sich Kaufland um einen Platz verbessern – nicht zuletzt durch die neu eingeführte vegane Eigenmarke „K-take it veggie“.
Die Albert Schweitzer Stiftung ist eine Tierschutzorganisation, die sich unter anderem für die Verbreitung der veganen Lebensweise einsetzt.

Platz 4: Real
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Die Metro-Tochter teilt sich den vierten Platz mit Kaufland. Das vegane Sortiment ist bei Real größer, allerdings kommuniziert Kaufland dieses seinen Kunden besser. Daher landen beide Einzelhandelsketten auf Platz vier des Rankings.

Platz 3: Globus
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Die Wurzeln der saarländischen Einzelhandelskette Globus gehen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Seither hat sich das Unternehmen zu einem Milliardenkonzern entwickelt, der unter anderem auch in Osteuropa aktiv ist. Beim veganen Angebot hebt die Albert-Schweitzer-Stiftung vor allem die gute Kennzeichnung veganer Produkte hervor. Das reicht für den dritten Platz.

Platz 2: Tegut
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Der hessische Einzelhändler Tegut besticht vor allem durch seinen hohen Anteil von veganen Produkten am Gesamtsortiment. Auch der Online-Auftritt von Tegut, auf dem fast 300 vegane Rezepte bereitgestellt werden, wurde positiv bewertet. Tegut befindet sich im Besitz der schweizerischen Einzelhandelskette Migros.

Platz 1: Famila Nordost
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Unter dem Namen Famila firmieren in Deutschland mehrere Einzelhandelsketten, die von unterschiedlichen Handelsgruppen betrieben werden. Famila Nordost ist zum ersten Mal im Ranking vertreten und überzeugt mit dem größten veganen Sortiment und einer hervorragenden veganen Unternehmenskommunikation. An der Erhebung der Albert Schweitzer Stiftung haben die Unternehmen Edeka und Rewe nicht teilgenommen, da ihre Märkte weitgehend in Eigenregie betrieben werden und das vegane Sortiment daher von Markt zu Markt variiert.

Discounter – Platz 5: Lidl
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Der fünfte Platz geht an Lidl. Die Albert-Schweitzer-Stiftung bemängelt, dass das vegane Sortiment ausbaufähig sei. Hinzu komme eine mangelhafte Kommunikation und Kennzeichnung der veganen Produkte.

Platz 3: Norma
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Der Discounter lag 2015 noch an der Spitze der veganfreundlichsten Supermärkte Deutschlands – mittlerweile reicht es nur noch für den dritten Platz, den sich Norma mit Aldi Nord teilt. Vor allem die Größe des veganen Angebots wurde bemängelt, da diese Kategorie dieses Mal stärker gewichtet wurde. In den Bereichen Kennzeichnung, Anteil am Gesamtsortiment und Kommunikation ist Norma noch immer führend.

Mit guter Anleitung, etwas Übung und einer guten Sense sei das Mähen für den Hausgebrauch nicht schwer. Rödel, der im südthüringischen Neuhaus am Rennweg zu Hause ist, reist für die Kurse auch in andere Bundesländer und lehrt die Techniken des Dengelns und Mähens etwa in Leipzig und Dresden. Mitunter auch Kindern. „So richtig lohnt sich das ab 8 Jahre.“

„Wir wollen, dass es in unserer Landschaft wieder mehr blüht“, erzählt Miller, der auch Imker ist. Dabei helfe das Mähen mit der Sense. So könne die Wiese in Ruhe wachsen und werde erst nach der Blüte gemäht. „Ein normaler Rasen ist dagegen ökologisch uninteressant“, erklärt der Fachmann. „Und für viele Pflanzen ist der Schnitt mit der Sense viel verträglicher als mit dem Rasenmäher oder Freischneider.“

Damit sich eine artenreiche Blumenwiese entwickeln kann, sollte sie laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) höchstens zweimal im Jahr gemäht werden. Die Sense sei dabei eine preiswerte Alternative etwa zum Balkenmäher; zugleich komme sie ohne Lärm und Abgase aus, heißt es auf der Internetseite des Verbandes.

Nicht nur der Umgang mit der Sense zum mähen von Gras wird der Kursteilnehmern beigebracht, sondern auch wie man diese präparieren muss. Quelle: dpa
Die Klinge wird gewetzt

Nicht nur der Umgang mit der Sense zum mähen von Gras wird der Kursteilnehmern beigebracht, sondern auch wie man diese präparieren muss.

(Foto: dpa)

Die Teilnehmer in Hofmanns Kurs müssen von all dem nicht mehr überzeugt werden. Rund vier Stunden verbringen sie an diesem Samstagvormittag mit Wetzen, Sensen und Zusammentragen des gemähten Grases.

Dabei demonstriert Hofmann auch, wie das Blatt gewechselt und die Sense individuell eingestellt wird, gibt Tipps für das Sensen an Hindernissen wie Bäumen und Zäunen. Einige Teilnehmer probieren sich auch an einer Sense für Linkshänder aus. „Man muss ein Gefühl dafür entwickeln und braucht etwas Übung, aber es macht Spaß“, resümiert Schramm am Ende des Vormittages. Dann meldet sie sich mit ihrem Freund gleich noch für den Dengelkurs in zwei Wochen an.

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