Das Geschäft mit den Toten Wie Marilyn immer noch Millionen macht

Durch geschickte Vermarktung wurde die Sex-Ikone unsterblich. Auch 50 Jahre nach ihrem Tod lässt Marilyn Monroe bei Rechteverwaltern und der Erbengemeinschaft die Kassen klingeln.
Kommentieren
Das weiße Kleid, der U-Bahn-Schacht, die Monroe. Quelle: dapd

Das weiße Kleid, der U-Bahn-Schacht, die Monroe.

(Foto: dapd)

DüsseldorfMarilyn Monroe lebt. Sie lächelt, flirtet und kokettiert ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod, genau heute vor 50 Jahren, von Taschen, T-Shirts, Parfüm-Flacons und Champagnerflaschen. Die Blondine mit den vielen Namen und dem einen Image der Sex-Bombe liegt seit 50 Jahren auf dem Friedhof von Pierce Brothers Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles begraben, doch Rekordsummen erwirtschaftet sie noch immer.

Sie ist regelmäßig auf der Liste der „bestverdienendsten Toten“ des US-Magazins Forbes ganz vorn dabei. Ihr legendäres weißes Neckholder-Kleid kam im vergangenen Sommer unter den Hammer. Der Erlös: 4,6 Millionen US-Dollar.

Insgesamt soll sie jährlich je nach Quelle noch zwischen 20 und 70 Millionen US-Dollar einbringen. In diesem Jahr, dem 50. ihres Todes, werden es voraussichtlich deutlich mehr sein. Monatlich bringen Verlage neue Bildbände, Chroniken und Bücher über die Schauspielerin heraus, die mit bürgerlichem Namen Norma Jeane Baker hieß. Wie kaum eine andere tote Ikone lässt der fleischgewordene Männertraum die Kassen klingeln, gar mehr als zu Lebzeiten. Für Marketingfachleute und Markenverwalter sind „delebs“ (dead celebrities, zu deutsch: tote Prominente) wie Marilyn, Elvis, Michael Jackson und Co. Garanten für gutes Geld und vergleichsweise leichte Vermarktung.

CMG Worldwide, die nach eigenen Angaben ebenfalls eine Reihe von Fotografen wie Andre Die Dienes vertritt, die Bilder von Marilyn Monroe gemacht und die Rechte daran haben, zweifelt an, dass der alleinige Vermarktungsanspruch der Authentic Brands Group trotz des Verkaufs der Marke rechtens ist. Gegenüber Handelsblatt Online betonte das Unternehmen, zuversichtlich zu sein, "unsere rechtliche Position in dieser Angelegenheit zu klären".

Zynisch gesagt: Tote Weltstars lassen sich leichter vergolden als lebende. Marilyn Monroe ist immer 36 Jahre alt, ihr Gesicht wird stets jugendlich bleiben. „Lebende Stars können ihr Image noch ändern - manchmal nicht zum Vorteil“, sagt Michael A. Lou, der die Marke Marilyn seit mehr als 25 Jahren für den deutschsprachigen Raum verwaltet. Marilyn Monroe vermag es auch nicht mehr, ihren Marktwert zu schmälern und die Quelle ewiger Einnahmen versiegen zu lassen, etwa durch unrühmliche Affären oder ungeschickte politische Äußerungen. Das Bild, das die Welt von ihr hatte, als sie 36-jährig an einer Überdosis Tabletten starb, wird niemals angekratzt werden. Auch deswegen ist das Geschäft mit den Toten zu einem milliardenschweren Business geworden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
„Ich will kein Geld machen, ich will nur wundervoll sein“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Das Geschäft mit den Toten: Wie Marilyn immer noch Millionen macht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%