DLRG-Barometer 2014 392 Menschen in deutschen Gewässern ertrunken

Nach einem heißen Sommer mit vielen tödlichen Badeunfällen zieht die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft für 2014 Bilanz. Zwar ist die Zahl rückläufig, doch künftig soll eine App nun ein sicheres Badevergnügen bieten.
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Trotz Warnschilder gingen viele in Hamburg und Schleswig-Holstein schwimmen. Insgesamt sind 392 Menschen im vergangenen Jahr ertrunken. Quelle: dpa
„Nicht Baden. Gefährliche Strömung. Lebensgefahr!“

Trotz Warnschilder gingen viele in Hamburg und Schleswig-Holstein schwimmen. Insgesamt sind 392 Menschen im vergangenen Jahr ertrunken.

(Foto: dpa)

Bad Nenndorf / Hannover2014 sind in deutschen Gewässern 392 Menschen ertrunken, 54 weniger als im Jahr zuvor. Über die Hälfte aller Todesfälle ereigneten sich in den Sommermonaten Juni, Juli und August. 197 Männer, Frauen und Kinder verloren ihr Leben in Küsten- und Binnengewässern. Allein der Juli forderte 95 Opfer. Das gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag bei der Präsentation ihrer Jahresbilanz in Hannover bekannt.

„Die Anzahl der Todesfälle im Meer liegt mit 8,7 Prozent deutlich über denen der Vorjahre. 26 Opfer ertranken allein in der Ostsee. Ursächlich waren vor allem im Juli starke Winde aus Ost und Nordost, die gefährliche Unterströmungen verursachten und viele Schwimmer in Lebensgefahr brachten. Von der außergewöhnlichen Windrichtung waren vor allem die Ostseeküsten in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein betroffen“, erläuterte der DLRG-Präsident die Unfallentwicklung im Hochsommer.

Trotz vieler Unfälle an der Küste war die Zahl der bis zum Ende des vergangenen Sommers in Deutschland insgesamt gezählten Badetoten rückläufig. Die Zahl der Opfer hätte aber noch weiter steigen können. Doch die Rettungsschwimmer der DLRG haben viele Menschenleben in letzter Minute aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet. Nach Jahren des Rückgangs war die Zahl der Ertrunkenen im Gesamtjahr 2013 auf 446 in die Höhe geschnellt. 2012 gab es 383 Ertrunkene.

Eine Risikogruppe sind ältere Menschen ab 50 Jahren, die ihre Fähigkeiten mitunter überschätzen. Sie machten in der Vergangenheit die Hälfte der Badetoten aus.

Die meisten Menschen ertranken 2014 in Bayern und Baden-Württemberg. Wie in den Vorjahren belegte Bayern mit 79 Todesfällen den letzten Rang unter den Bundesländern, davor rangieren Baden Württemberg (52), Nordrhein-Westfalen (49) und Niedersachsen (47). Auf Platz 13 folgt Mecklenburg-Vorpommern mit 28 Todesfällen. Schleswig-Holstein belegt mit 26 Ertrunkenen Rang zwölf. Diese beiden Bundesländer waren besonders von den Witterungsverhältnissen im Juli betroffen. Die wenigsten Opfer verzeichneten das Saarland (2) und Thüringen (3).

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Um Touristen und Badegäste zukünftig besser auf ihren Badeurlaub und die Gefahren vorzubereiten, startet die DLRG zum Beginn der Urlaubszeit eine Informationsoffensive mit einer speziellen DLRG App mit Hinweisen zum sicheren Badevergnügen.

Heute können zwar rund 80 Prozent der Menschen schwimmen, allerdings rund zehn Prozent weniger als noch Ende der 80er Jahre. Als Gründe sieht die DLRG auch Bäderschließungen und ausfallenden Schwimmunterricht. 2014 erreichten bundesweit gerade mal 50 Prozent der Schüler am Ende der vierten Klasse das Freischwimmer- oder Bronzeabzeichen.

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