Dress for Success Weil das Foto dazu tief blicken ließ

Mode und Medien leben von der Beständigkeit des Wechsels. An dieser Stelle verabschiedet sich Dress for Success als wöchentliche Kolumne. Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt aber weiter über Fashion und Erfolg.
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Haute Couture in Zeiten der Krise
Modewoche Mailand - Prada - Frühjahr/Sommer 2015
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Models tragen Kreationen der Frühjahr-Sommer-Kollektion 2015 von Prada auf der Modewoche in Mailand: Blümchenmuster, Seidenkragen und schulterlose Gewänder werden bereits als erste Trends für das neue Jahr ausgemacht.

Kollektion von Marc Jacobs für Frühjahr 2015
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Marc Jacobs präsentierte für die kommende Saison eine Kollektion zum Thema Uniform, in irritierender zeitlicher Nähe zu Obamas Rede über einen neuen Kampfeinsatz gegen die Terrormiliz IS – für einige angesichts der politischen Situation befremdlich.

Modewoche Paris - Chanel - Frühjahr/Sommer 2015
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Auch das als Laufsteg-Demo inszenierte Schlussbild der Chanel-Schau wirkte nach den Straßenprotesten in Hongkong auf einige befremdlich.

US designer Marc Jacobs appears at the end of his Spring/Summer 2014 women's ready-to-wear fashion show for French fashion house Louis Vuitton during Paris fashion week
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Die Frage, wie man in unruhigen Zeiten noch Mode verkaufen kann, schwebte wie ein Damoklesschwert über allen. Doch gerade Marc Jacobs zeigte, wohin sich die Mode in der nächsten Saison retten könnte.

Modewoche Mailand - Prada - Frühjahr/Sommer 2015
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Der Versuch, einen eher unauffälligen Look mit handwerklichen Details aufzupeppen, sieht bei Prada (Foto) nach hoher Handwerkskunst aus. Die Designerstücke bewegen sich zwischen dem Antimode-Trend „Normcore“ und erlesener Couture – und wollen einen neuen Individualismus jenseits schnelllebiger Trends zu definieren.

A model presents a creation by British-born designer Clare Waight Keller as part of her Spring/Summer 2015 women's ready-to-wear collection for French fashion house Chloe during Paris Fashion Week
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Denimblau ist das neue Schwarz. Jeansstoffe sind der wohl stärkste Trend der kommenden Saison - ob elegant und cool wie bei Christophe Lemaire oder lässig und weich wie bei Chloé. „Mir gefiel die Idee von Denim“, sagte Chloé-Designerin Claire Waight-Keller, „dass man ihn roh oder gewaschen tragen kann, und er zu etwas Persönlichem wird.“

A model presents a creation by British designer Stella McCartney as part of her Spring/Summer 2015 women's ready-to-wear collection during Paris Fashion Week
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Handwerk und individuelle Elemente: Viele Entwürfe sahen aus wie selbstbestickt, verziert oder geklöppelt. Die organischen Ripp-Strickkleider bei Stella McCartney in Paris, die kunstvoll zusammengeschneiderten Kleider mit offenen Kanten bei Prada in Mailand sowie der neue Hype um Rodartes künstlerischen „Handmade“-Stil in New York zeugten hiervon.

DüsseldorfFür den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Daran kann man arbeiten. Auch dafür. Das war so unsere Idee, als wir vor einigen Jahren die Handelsblatt-Kolumne „Dress for Success“ kreierten und online auf den Laufsteg schickten.

Natürlich haben wir uns gefragt, welche Themen anziehend sein könnten. Klar, es muss Klick machen. Aber wann macht es Klick? Titel? Thesen? Trends? Ganz oben auf der Hitliste stand übrigens im ersten Jahr ein Beitrag zum Oktoberfest. Nicht etwa wegen der darin beschriebenen ultimativen Wald- und Wiesn-Trends.

Sondern: weil das Foto dazu tief blicken ließ ins Dirndl-Dekollete. Dress for Success eben. Sex sells. Nicht nur Mode. Beliebt auch eine Bilderstrecke, bei der wir den fashionablen Besuchern der Herrenmode-Messe „Pitti Uomo“ in Florenz auf die Schuhe guckten, als die Hosen Hochwasser trugen und die Socken ins Blickfeld gerieten

Doch Mode ist mehr. Kleidung mit Mehrwert. Mode ist ein Kultur- und Wirtschaftsfaktor, ein Spiegel der Gesellschaft. Experten können an ihr sogar Konjunkturen (am Hoch und Runter von Rocksäumen) und Krisen (an Farben) ablesen.

Dress-Codes können durchaus mitentscheidend sein im Berufsleben: „Ein falscher Schlips kann zum Fallstrick auf der Karriereleiter werden“ titelte das Handelsblatt schon in den heißen 90-er Jahren. Entscheidungen für oder gegen eine Person fallen oft unbewusst im Minuten-Takt: nach Aussehen, nach Auftreten – und erst dann kommt die Frage: Kann der oder die was? Passt es, passt er sie oder er zu uns?

Mode ist Kommunikation und kann auch Kompliment sein. Achten Sie mal darauf, ob jemand sagt: „Das ist aber ein toller Anzug“ über ein Outfit oder „Der sieht toll aus“ und damit den Mensch meint. Das ist Stil. Der Unterschied, ob man angezogen oder anziehend ist.

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