Feiertagswochenende Länger wird's nicht

Wochenende, Brückentag, zwei Feiertage: Millionen von Deutschen können sich mit einem Tag Urlaub ein extra langes Wochenende gönnen. Doch gut die Hälfte der Deutschen schaut zumindest am Mittwoch in die Röhre.
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Anlässlich des 500. Jahrestag des Reformationstages ist der 31. Oktober ein bundesweiter Feiertag. Quelle: dpa
Reformationstag

Anlässlich des 500. Jahrestag des Reformationstages ist der 31. Oktober ein bundesweiter Feiertag.

(Foto: dpa)

BerlinMillionen Menschen in Deutschland können mit einem Tag Urlaub das kommende Wochenende um drei weitere freie Tage ergänzen: Denn Deutschland gönnt sich einen Extra-Feiertag. Am Dienstag, den 31. Oktober, ist 2017 bundesweit Reformationstag. Außerdem gibt es in vielen Regionen noch Allerheiligen am Mittwoch und für alle in Deutschland eine Besonderheit am Sonntag davor.

Normalerweise ist der Reformationstag zur Erinnerung an den Thesenanschlag von Martin Luther 1517 in Wittenberg nur in fünf Bundesländern gesetzlicher Feiertag – in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Dieses Jahr aber ist der 31. Oktober einmalig ein bundeseinheitlicher Feiertag. Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte zum 500. Reformationsjubiläum einen nationalen Feiertag angeregt. Vor ein paar Jahren dann erließen alle Bundesländer, in denen der Reformationstag normalerweise kein Feiertag ist, Gesetze oder Verordnungen, die das einmalig für 2017 ändern.

Ein Tag für den Allerwertesten
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Welttoilettentag (19. November)

Es muss ja nicht gleich Gold sein. In vielen Ländern fehlt es an grundlegenden sanitären Einrichtungen. Die Vereinten Nationen unterstützen deshalb die Welttoilettenorganisation mit ihrem 2001 ausgerufenen Gedenktag. Trotz der prinzipiell wichtigen Botschaft wirkt dieser Gedenktag doch irgendwie wie ein Griff ins Klo. Übrigens feiert am gleich Tag das starke Geschlecht den internationalen Männertag.

Das Ost-Ampelmännchen wird 50
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Gegenteiltag (25. Januar)

Jedes Jahr am 25. Januar wird der Gegenteiltag zelebriert – oder doch nicht? Dem Anlass des Tages mag es geschuldet sein, dass seine Kritiker behaupten, der Gegenteiltag fände an einem ganz anderen Tag statt. Angeblich wurde das Datum im Jahr 1872 durch Alexander Kerr Craig, einen amerikanischen Kongressabgeordneten, institutionalisiert.

Wer damit noch nichts anfangen kann, dem sei die Definition der Enzyklopädie „Stupidedia“ ans Herz gelegt: „Der Gegenteiltag ist das Gegenteil eines normalen Tages. Er wird oft als sinnlos bezeichnet, deshalb ist er sehr sinnvoll, weil das Gegenteil von sinnlos sinnvoll ist.“

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Weltknuddeltag (21. Januar)

Ein Tag, an dem sich die Menschen in die Arme fallen, bevorzugt in Amerika, Kanada, Deutschland und Polen. Erfunden wurde der „National Hugging Day“ in den USA im Jahr 1986. Seitdem wird genau zwischen Weihnachten und Valentinstag geknuddelt, was das Zeug hält. Allerdings gelten feste Regeln für das friedliche Miteinander. Zum Beispiel: Niemals einen Fremden umarmen.

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Welttag des Schneemanns (18. Januar)

Mit dem 18. Januar ist nicht nur ein Datum für den Gedenktag des eisigen Kollegen gewählt, der in die Zeit seiner Hauptkonjunktur fällt. Die eins und die acht stehen auch symbolisch für die Form des Schneemanns. Die acht für die Kugeln und die eins für seinen Stock oder Besen. Seit 2010 gibt es den Tag und es darf relativ frei gewirkt werden: egal ob für den Klimaschutz, Kinderprojekte oder für Skigbiete geworben wird – Hauptsache, es besteht ein Bezug zum Schneemann.

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Welttag der Feuchtgebiete (02. Februar)

Seit 1997 soll am Tag der Feuchtgebiete an den Wert eben jener erinnert werden. Die Unesco hatte in der Ramsar-Vereinbarung zum Schutz aufgerufen. Seit 2008 denkt man in Deutschland aber wohl eher an Charlotte Roches schlüpfrigen Roman und weniger den begrenzten Lebensraum für Wasser- und Wattvögel. Schade eigentlich.

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Tag der Jogginghose (21. Januar)

Die Jogginghose gibt es in unzähligen Varianten. Lange Jahre dachten viele Sportler, sie sei für Leibesertüchtigung gedacht, da sie hohe Bewegungsfreiheit garantiert. Weit gefehlt. Die adipöse Gesellschaft hat herausgefunden, dass sich diese Hose viel besser zum Faulenzen auf dem Sofa eignet. eigentlich unglaublich, aber wahr: Auch die Mode hat, in Form von „Streetwear“, den Jogging-Style für sich entdeckt, allerdings eng mit der Hip-Hop-Kultur verbunden. Egal, wozu man sie nun trägt: Am 21. Januar wird offiziell dazu aufgerufen.

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Groundhog-Day (02. Februar)

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Tatsächlich unterscheidet sich dieser Jahrestag nicht von dem, was 1993 Bill Murray auf der Kinoleinwand erlebte . Der Groundhog Day wird in den USA richtig zelebriert. Murmeltiere werden in mehreren Städten aus ihrem Bau gelockt. Sehen sie ihren Schatten, ist also das Wetter klar und hell, bleibt das Wetter noch weitere sechs Wochen gut. Kräht der Hahn auf dem Mist...

Eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab bereits Ende 2016, dass eine breite Mehrheit der Menschen in Deutschland dafür wäre, dass der Reformationstag auch künftig republikweit Feiertag bleibt. 72 Prozent waren dafür, 17 Prozent dagegen, 11 Prozent hatten keine Meinung dazu.

Wer nun diesmal außerdem in einem der fünf Bundesländer mit dem katholischen Feiertag Allerheiligen am 1. November lebt – und sich am 30. Oktober einen Brückentag nehmen konnte – der hat also ab Freitag, 27. Oktober, mit recht wenig Aufwand ein sehr langes Wochenende.

Am Wochenende ist uns auch die Zeit freundlich gesinnt. Quelle: ZB
Zeitumstellung

Am Wochenende ist uns auch die Zeit freundlich gesinnt.

(Foto: ZB)

Allerheiligen gibt es für mehr als die Hälfte der Menschen in der Bundesrepublik, handelt es sich doch um einen Feiertag in besonders bevölkerungsreichen Ländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg – außerdem noch in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Lange Wochenenden sind auch bei anderen sogenannten nicht-beweglichen Feiertagen möglich, also etwa zum Weihnachtsfest, das ja immer am selben Datum ist, aber damit auf unterschiedliche Wochentage fällt.

Zuletzt besonders arbeitnehmerfreundlich war es vor fünf Jahren: 2012 fiel Heiligabend auf einen Montag, der erste und der zweite Weihnachtsfeiertag dann auf Dienstag und Mittwoch. Zusammen mit dem Wochenende davor war dies also ein langes Wochenende, das so ähnlich zu sein scheint wie es jetzt für Millionen Deutsche mit dem Reformationstag und Allerheiligen ist. 2018 ist das wieder so.

Allerdings ist das lange Reformationswochenende 2017 – auch Luther-Wochenende genannt – länger. Warum? Weil es Ende Oktober ist.

Seit 1996 sind die Sommerzeiten Europas vereinheitlicht. Seitdem stellt Deutschland die Uhren von Ende März bis Ende Oktober um – statt wie vorher nur bis Ende September.

Diese Uhrumstellung macht die letzte Oktober-Samstagnacht, also die Nacht zum Sonntag, 29. Oktober, in diesem Jahr zur längsten Nacht des Jahres – mit einer geschenkten Stunde. Wer also danach noch frei hat, hat wohl ein so langes Wochenende wie es das zu unseren Lebzeiten noch nicht gegeben hat.

  • dpa
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